Das Ministerium für Industrie und Handel hat vorgeschlagen, im Rahmen einer neuen Entwicklungsstrategie für die Edelmetallbranche bis zum Jahr 2035 landesweit spezialisierte Industriecluster für die Schmuckindustrie mit steuerlichen Vergünstigungen zu schaffen. Die Cluster sollen insbesondere in Kostroma, Jakutien und im Ural aufgebaut werden – dort, wo heute der Großteil der russischen Schmuckproduktion stattfindet. Das Ministerium ist der Ansicht, dass eines der Ziele der Branchenentwicklung darin bestehen sollte, die Nachfrage nach Schmuckwaren innerhalb Russlands zu steigern – damit soll nämlich die rückläufige Verbrauchernachfrage angekurbelt werden. Die Verfasser der Strategie sind der Ansicht, dass sich die Situation ändern lässt, indem Rahmenbedingungen für die Entwicklung der Schmuckbranche geschaffen und die Wettbewerbsfähigkeit der einheimischen Schmuckhersteller auf dem Binnenmarkt gesteigert werden. Dies soll unter anderem durch eine Senkung der Produktionskosten erreicht werden.
Darüber hinaus wird in dem Dokument vorgeschlagen, russische Unternehmen beim Ausbau ihrer Präsenz auf ausländischen Märkten zu unterstützen, unter anderem durch die Umsetzung eines Programms zur Förderung russischer Schmuckmarken. Außerdem möchte das Ministerium Vergünstigungen für russische Hersteller beim Verkauf ihrer Produkte über Online-Marktplätze schaffen.
Die Gründe für das Interesse des Ministeriums an der Entwicklung der Branche sind einfach. Wie das Ministerium für Industrie und Handel im Strategieentwurf feststellt, liegt der Grad der Wiederverwertung von Edelmetallen in Russland derzeit deutlich unter den weltweiten Richtwerten. Bei Gold beträgt er etwa sieben bis neun Prozent, bei Silber 15 Prozent. Die Zeitung Iswestija schreibt:
„Der tatsächliche Verbrauch geht zurück. So sank beispielsweise der Goldverbrauch im Schmucksektor im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 um 23 Prozent. Im Vergleich zum Niveau zu Beginn der 2010er-Jahre ist er sogar um das Zweifache gesunken. Außerdem wird im Strategieentwurf darauf hingewiesen, dass auch die russische Industrie nur in begrenztem Umfang Gold verbraucht – nämlich vier Tonnen pro Jahr. Dies spiegelt den vergleichsweise geringen Umfang der heimischen Mikroelektronik, des Messgerätebaus und anderer Hightech-Produktionszweige wider, die Gold als Funktionsmaterial verwenden‚, heißt es in dem Dokument.
Insgesamt entspricht die industrielle und hochtechnologische Nachfrage nach Edelmetallen in Russland nicht dem Umfang der Förderung und dem Ressourcenpotenzial des Landes. Ein erheblicher Teil der Wertschöpfung entsteht außerhalb Russlands, während die Binnenwirtschaft der Branche weiterhin vom export- und rohstofforientierten Modell abhängig ist, so die Schlussfolgerung des Ministeriums für Industrie und Handel.“
Mehr zum Thema – Experten sehen Russland unter den Top 20 beim Investitionsklima

