Der russische Außenminister Sergei Lawrow ist am Montag in Iran eingetroffen. In der Hauptstadt Teheran führte er Gespräche mit Amtskollege Abbas Araghtschi durch. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz äußerten sich die Minister zu den wichtigsten Gesprächsthemen.
Nach Ansicht von Lawrow ist der Kampf Irans gegen die Aggression eine gerechte Sache. Menschen dürfen dabei nicht unter den Dingen leiden, die gegen ihren Willen geschehen.
Russland konnte im Rahmen der Vereinten Nationen sicherstellen, dass aggressive Handlungen der USA und Israels nicht gerechtfertigt werden, führte Lawrow weiter aus. Darüber hinaus leiste Moskau umgehend humanitäre Hilfe und sei bereit, bei der Suche nach einem Ausweg aus dem Konflikt zu helfen. Bezüglich der Straße von Hormus wäre es wichtig, zur Lage vor der Krise zurückzukehren.
Araghtschi betonte seinerseits, dass die beiden Länder in einer Vielfalt von Fragen kooperieren, unter anderem im Zusammenhang mit dem Persischen Golf, dem Kaukasus, der Ukraine und den Verhandlungen zwischen Teheran und Washington. Die Beziehungen zu Moskau spielen eine wichtige und bedeutende Rolle bei der Gewährleistung der Stabilität in der Region.
Iran und Russland seien sich einig, dass das Vorgehen der USA einen wesentlichen Faktor für die Instabilität im Nahen Osten darstelle. Die aktuellen Herausforderungen im Nahen Osten könnten nicht auf militärischem Wege, sondern durch Diplomatie gelöst werden.
Hierbei forderte Araghtschi zu einem schnellstmöglichen Ende der Konflikte in Palästina, im Libanon und im Jemen sowie zu einer Lösung der Spannungen zwischen Afghanistan und Pakistan auf.
Trotz der schwierigen Lage werde Russland nicht von den Vereinbarungen mit Iran im Bereich Wirtschaft abrücken, hob Lawrow hervor. Als Untermauerung wies der Außenminister darauf hin, dass russische Fachkräfte schrittweise zum Kernkraftwerk Buschehr zurückkehren. Außerdem eröffnen sich große Perspektiven bei der Förderung und dem Transport von Kohlenwasserstoffen sowie bei der geplanten Eisenbahnstrecke zwischen Rascht in Iran und dem aserbaidschanischen Astara. Der Bau beginne, sobald die iranische Seite die erforderlichen Unterlagen fertiggestellt habe.
Russland würde den Beitritt Irans zum Mekka-Verteidigungspakt begrüßen, sofern dies nach Teherans Einschätzung dem Frieden förderlich wäre. Außer den Gründungsstaaten Türkei, Saudi-Arabien und Pakistan zeigten auch andere Länder Interesse an dem Pakt.
Mit Blick auf die Ukraine-Krise meinte Lawrow, dass weder Kiew noch seine europäischen Verbündeten zu Verhandlungen über eine friedliche Beilegung bereit seien. Russland habe ausschließlich jene Infrastruktur in der Ukraine angegriffen, die Mittel für Terroranschläge auf russischem Staatsgebiet herstelle.
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