Russlands Außenminister Sergei Lawrow hat dem Medienunternehmen RBC ein Interview gegeben. Der Spitzendiplomat, der damals als Ständiger Vertreter bei den Vereinten Nationen fungiert hatte, erinnerte unter anderem an die Ereignisse nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001.

Russlands Präsident Wladimir Putin habe nach 9/11 den damaligen US-Präsidenten George W. Bush angerufen und gesagt: „Wir stehen an Ihrer Seite“, meinte Lawrow. Der UN-Sicherheitsrat habe daraufhin eine Resolution zur Unterstützung der USA verabschiedet, in der die Weltgemeinschaft zum Kampf gegen den Terrorismus aufgerufen worden sei.

In diesem Zusammenhang führte der Außenminister aus:

„Die Vereinigten Staaten von Amerika nutzten diese internationale Solidarität, die verabschiedete Resolution aus, die ihre Militäroperation und die Bildung einer internationalen Koalition billigte, nicht so sehr zur Bekämpfung des Terrorismus, sondern schlicht und einfach zur Umsetzung ihrer geopolitischen Pläne, zur Ausweitung ihrer Präsenz und ihres Einflusses.“

Die USA hatten am 7. Oktober 2001 als Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September die „Operation Enduring Freedom“ in Afghanistan gestartet. Die von den USA damals ins Leben gerufene internationale Koalition umfasste bis zu 50 Länder.

Das gleiche Szenario habe sich dann auch in anderen Ländern wie dem Irak und Libyen wiederholt, fügte der Außenminister hinzu.

Laut Lawrow habe es auch in Georgien und in der Ukraine eine Einmischung der USA gegeben. „Leider war dies ein Versuch der unipolaren Welt, irgendwie an historischen Prozessen festzuhalten“, so der russische Spitzendiplomat. „Das wird noch lange so bleiben. Das ist eine ganze Ära.“

Am 11. September 2001 waren zwei von Terroristen entführte Passagierflugzeuge in die Zwillingstürme des World Trade Centers in New York City gestürzt und hatten diese vollständig zerstört. Ein weiteres, ebenfalls von Terroristen gesteuertes Flugzeug stürzte in den Westflügel des Pentagons, eine vierte Maschine stürzte in der Nähe von Pittsburgh, Pennsylvania, ab. Nach Behördenangaben starben 2.749 Menschen in New York, 189 in Washington und 44 in Pennsylvania.

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