Der Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt reicht politisch weit über die Grenzen des deutschen Bundeslandes hinaus. In Österreich reagierte FPÖ-Chef Herbert Kickl mit deutlichen Worten auf das Ergebnis. Für ihn haben die Wähler ein „demokratisches Machtwort“ gesprochen.
🇦🇹🇩🇪Noch am WAHLABEND: Diese Worte richtet Ulrich Siegmund an die FPÖ! pic.twitter.com/9jl6oZm0KW
— Herbert Kickl (@herbert_kickl) September 7, 2026
Kickl sieht darin nicht lediglich einen Erfolg der AfD, sondern einen weiteren Beleg für eine politische Verschiebung in Europa. Die von den etablierten Parteien errichtete „Brandmauer“ gegen die AfD sei an der Wahlurne durchbrochen worden.
Die Beziehungen zwischen FPÖ und AfD sind seit Jahren eng. Alice Weidel war im Juni 2026 bei der Feier zum 70. Geburtstag der FPÖ in Wien zu Gast und lobte die österreichischen Freiheitlichen ausdrücklich. Die FPÖ sei für die AfD „Inspiration und Ansporn“, erklärte Weidel und bezeichnete den Erfolg der Partei als „leuchtendes Vorbild“.
Auch bei ihrem Wien-Besuch im August suchte Weidel erneut den Austausch mit der FPÖ. Dabei erklärte die AfD-Chefin, ihre Partei könne von den Österreichern viel lernen – insbesondere von deren Erfahrungen mit Regierungsverantwortung.
Das Verhältnis zwischen den beiden Parteien ist dabei keineswegs nur von gegenseitigen Glückwünschen geprägt. Die AfD interessiert sich zunehmend für die Erfahrungen der FPÖ – insbesondere dafür, wie eine ursprünglich oppositionelle Partei zu einer dominierenden politischen Kraft werden kann.
Weidel erklärte 2026 ausdrücklich, die AfD könne „sehr viel“ von der FPÖ lernen. Auch innerhalb der AfD wird Österreich seit Jahren als Beispiel dafür betrachtet, wie eine rechte Partei dauerhaft hohe Wahlergebnisse erzielen und politische Themen setzen kann.
Kickl wiederum verfolgt die Entwicklung der AfD mit offensichtlichem Interesse. Nach dem Ergebnis von Sachsen-Anhalt sieht er nun Rückenwind für die politische Rechte in Deutschland.
Noch keine gemeinsame Fraktion in Brüssel
Trotz der engen politischen Kontakte gibt es einen wichtigen Unterschied: Im Europäischen Parlament gehören AfD und FPÖ derzeit nicht derselben Fraktion an.
Die FPÖ ist Teil der Fraktion „Patrioten für Europa“, zu der unter anderem das französische Rassemblement National und weitere europäische Parteien gehören. Die AfD sitzt dagegen in der Fraktion „Europa der souveränen Nationen“. Die deutsche Partei war 2024 nicht in die neue PfE-Fraktion aufgenommen worden.
Politisch verbindet beide Parteien dennoch vieles: eine harte Linie in der Migrationspolitik, die Betonung nationaler Souveränität und eine grundsätzliche Kritik an der politischen Entwicklung der Europäischen Union.
Sachsen-Anhalt als Signal nach Wien
Für Kickl ist der Erfolg der AfD deshalb mehr als ein regionales Ergebnis. Die Wahl zeige, dass die politische Ausgrenzung der AfD ihre Wirkung verliere und sich die Kräfteverhältnisse verschieben könnten.
💙🇩🇪 Wir gratulieren der AfD und ihrem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund zu diesem historischen Erfolg! 💪
Die Wähler haben heute nicht nur die AfD gewählt, sondern vor allem auch die versammelte Front der Systemparteien abgewählt. Sie haben an der Wahlurne jene undemokratische… pic.twitter.com/jip0sRmSEd
— FPÖ (@FPOE_TV) September 6, 2026
Auch die AfD selbst versteht das Ergebnis als Auftrag. Alice Weidel sprach nach der Wahl von einem klaren Regierungsauftrag für ihre Partei.
Damit entsteht eine bemerkenswerte politische Verbindung: Während die FPÖ in Österreich bereits auf eine lange Erfahrung als starke Oppositions- und Regierungspartei zurückblicken kann, versucht die AfD in Deutschland nun, den nächsten Schritt zu machen.
Für Kickl ist der Wahlsieg damit auch ein Erfolg eines politischen Verbündeten und ein Zeichen dafür, dass die Entwicklung in Deutschland erst am Anfang stehen könnte.
Was in Sachsen-Anhalt an der Wahlurne passiert ist, dürfte deshalb nicht nur in Berlin genau beobachtet werden. Auch Wien schaut hin.
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