Im Vorfeld der Parlamentswahlen hat Israel einen Lockdown im Westjordanland ausgerufen. Laut einer Pressemitteilung der israelischen Streitkräfte wird palästinensischen Arbeitern zunächst von Sonntag bis einschließlich Montag die Einreise und Arbeit in Siedlungen im Westjordanland (Judäa und Samaria) untersagt. Ausnahmen sind Industriegebiete und eine begrenzte Zahl genehmigter Gebiete.
Ferner gilt im Laufe des Wahltages am Dienstag ein Ein- und Ausreiseverbot für palästinensische Arbeiter im ganzen Westjordanland (Judäa und Samaria), einschließlich der Industriegebiete. Außerdem würden sämtliche Landübergänge geschlossen. Die Entscheidung traf die politische Führung auf Empfehlung der Sicherheitsbehörden nach der Einschätzung der Lage.
Als Hintergrund diente ein Vorfall vom vergangenen Freitag, als es in der Nähe von Hebron zu einem Schusswaffenangriff von mutmaßlich zwei Palästinensern gekommen war. Dabei wurden zwei Soldaten getötet und drei weitere verletzt. Das israelische Militär startete daraufhin eine Großoffensive im Westjordanland und vertrieb mindestens 2.000 Menschen.
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach über die größte Militäroperation seit 1967. Israelische Kräfte würden ihm zufolge die Zivilbevölkerung evakuieren, Waffen beschlagnahmen und „die gesamte terroristische Infrastruktur beseitigen“.
Mehr zum Thema – CIA-Bewertung sieht Israel in Gefahr eines „inneren Zusammenbruchs“

