Bei einem US-Luftangriff auf eine Hochzeitsfeier in der iranischen Provinz Hormozgan sind mindestens vier Menschen getötet und 68 weitere verletzt worden. Weitere sieben Tote gab es bei Raketenangriffen auf drei andere Orte.
Der Vorsitzende des Ausschusses für nationale Sicherheit des iranischen Parlaments, Ebrahim Azizi, kündigte nach dem US-Angriff in der südlichen Provinz Hormozgan Vergeltungsmaßnahmen an. Bei dem Angriff war auch eine Hochzeitsfeier getroffen worden.
„Der Angriff auf eine Hochzeit und die Tötung unschuldiger Zivilisten in Kuhestak im Iran ist der endgültige Beweis für die völlige Verzweiflung der selbsternannten Verteidiger der Menschenrechte und eine Wiederholung ihrer Gräueltaten in Minab und Lamerd“, schrieb Azizi auf X
„Zweifeln Sie nicht daran: Diese Verbrechen werden nicht ungesühnt bleiben. Nichts wird sie vor der überwältigenden Macht der iranischen Streitkräfte schützen“, fügte er hinzu.
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghaei, erklärte seinerseits, die „Liste der Gräueltaten“ der USA gegen das iranische Volk sei erneut länger geworden. Auf X teilte er zu den Morden mit:
„In der vergangenen Nacht wurde ein Wohnhaus in Kuhestak, Sirik, brutal angegriffen, während Familien dort eine Hochzeit feierten. Mehr als 50 unschuldige Männer, Frauen und Kinder wurden zu Märtyrern oder verletzt.“
Washington äußerte sich nicht zu den Berichten über die iranischen Angriffe auf die mit Washington verbündeten Länder der Region, wenngleich US-Präsident Donald Trump zuvor im Fall einer iranischen Reaktion vor „viel härteren und massiveren“ Angriffen gewarnt hatte. Noch härter? Der Vize-Gouverneur der Provinz Chusestan habe mitgeteilt, dass bei nächtlichen US-Raketenangriffen auf drei Orte sieben Menschen getötet und acht weitere verletzt worden seien, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Der Iranische Rote Halbmond hatte zuvor bereits vier Tote infolge eines US-Angriffs im südlichen Bezirk Sirik gemeldet, darunter ein Kind.
Das Schweigen der „Wertegemeinschaft“
Der Minister kritisierte Regierungen und internationale Organisationen, die „schweigen“ oder „versuchen, solche Angriffe zu rechtfertigen“.
„Der Iran wird auf diese brutalen Verbrechen entschlossen reagieren“, erklärte er.
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums fügte hinzu, dass
„jene, die heute schweigen, morgen nicht vor den Folgen geschützt sein werden“
Der Sender Al Jazeera berichtete unter Berufung auf einen örtlichen Beamten, die Zahl der Todesopfer des US-Luftangriffs auf die Hochzeitsfeier im Süden Irans seien weiter gestiegen. Unter den Opfern sei auch ein vierjähriges Kind.
Berichten zufolge wurden neben der Hochzeitsfeier auch eine Fischmehlfabrik auf der Insel Qeschm in der Straße von Hormus, ein Fischereipier sowie ein Gebäude der Hafen- und Seeschifffahrtsbehörde in der Küstenstadt Sirik getroffen.
Trump: „Den Iran als Staat auslöschen“
Das US Central Command (CENTCOM) teilte mit, dass die Angriffe auf den Iran am 31. August wieder aufgenommen worden seien. Damals griffen US-Streitkräfte zwei iranische Raketenabschussanlagen auf der Insel Larak in der Straße von Hormus an. Nach Angaben von Axios erklärte die US-Seite, das Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) habe angeblichen Vorbereitungen getroffen, um von diesen Anlagen aus Raketen abzufeuern und Seeminen zu verlegen. Teheran bezeichnete den Angriff als Verletzung seiner Souveränität und als militärische Aggression.
Der Angriff war der erste seit Ende Juli, als US-Präsident Donald Trump den Übergang zu wirtschaftlichem Druck auf Teheran und den Beginn der Operation „Economic Outcast“ angekündigt hatte. Im Rahmen dieser Operation wurden neue Sanktionen gegen die iranische Luftfahrt, Schifffahrt, digitale Vermögenswerte und weitere Branchen verhängt.
Am 1. September führten US-Streitkräfte anschließend eine neue Serie von Angriffen auf Ziele entlang der Südküste Irans durch. Nach Angaben von Axios wurden Einrichtungen in Bandar Abbas, Dschask, Tschahbahar, Konarak, Minab und Sirik sowie auf der Insel Qeschm angegriffen.
Daraufhin drohte Trump dem Iran, das Land werde im Falle eines Vergeltungsschlags „weitaus stärker leiden“ und könne als Staat „vollständig ausgelöscht“ werden. Kurz darauf berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars über den Beginn iranischer Vergeltungsangriffe auf US-amerikanische Einrichtungen.
Der iranische Präsident Massud Peseschkian erklärte seinerseits, die militärische Überlegenheit der USA gebe Washington kein Recht, Aggressionen zu verüben und das Völkerrecht zu ignorieren.
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