Das französische Unternehmen TotalEnergies setzt seine Tankertransporte durch die Straße von Hormus fort – und profitiert davon. Denn nicht umsonst ist seit Jahresbeginn der Marktwert des Unternehmens um 37 Prozent auf 172,9 Milliarden Euro gestiegen.

Wie der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Patrick Pouyanné, auf einer Konferenz in Norwegen kürzlich erklärte, ist das Unternehmen derzeit einer der größten Verkäufer von Öl aus dem Irak und Katar. Seinen Angaben zufolge passieren die Tanker die Meerenge „ruhig und ohne großes Aufsehen“, trotz der Spannungen, die diese Route während des Konflikts der USA und Israels mit dem Iran lahmgelegt hatten. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, erklärte Pouyanné:

Wahrscheinlich sind wir derzeit der größte Ölhändler aus dem Irak und Katar. Ich kann sagen, dass das Öl derzeit sehr still und unauffällig durch die Straße von Hormus transportiert wird.

Ein entscheidender Faktor für die Rentabilität der Öllieferungen bleiben die Rekordrabatte der Produzenten, so Pouyanné weiter. Er erklärte, dass Rohöl aus dem Nahen Osten derzeit für 50 bis 60 US-Dollar pro Barrel verkauft werde, während die Referenzsorte Brent am Montag über 90 US-Dollar lag. Die Preisdifferenz beträgt also bis zu 30 US-Dollar pro Barrel.

Dabei ist die Logistik mit erheblichen Kosten verbunden: Eine Fahrt eines Supertankers durch die Meerenge und zurück kostet etwa 20 Millionen US-Dollar, was den Preis pro Barrel um etwa 10 US-Dollar erhöht. Dennoch gleicht der Preisnachlass seitens der Ölproduzenten diese Kosten vollständig aus.

Bei den Raffinerieprodukten stellt sich die Situation anders dar, meinte der Chef von TotalEnergies. Aufgrund der geringeren Ladekapazität der Schiffe führt der Transport von Erdölprodukten zu einem unverhältnismäßig hohen Aufschlag von 50 US-Dollar pro Barrel. Infolgedessen, so Patrick Pouyanné, verlässt kein Tanker mit fertigem Kraftstoff die Meerenge, was zu einem Mangel an Raffinerieprodukten führt und eine seltsame Marktkonstellation schafft: einen sogenannten „Bären“-Trend bei Rohöl und einen „Bullen“-Trend bei Raffinerieprodukten.

Um die Risiken jedoch so weit wie möglich zu minimieren, prüft TotalEnergies alternative Logistikoptionen und investiert in den Ausbau der Kapazität der Ölpipeline Habshan-Fujairah.

Vor der Verschärfung der Lage in der Region wurden etwa 20 Prozent des weltweiten Öltransports über die Straße von Hormus abgewickelt, doch mittlerweile ist der Schiffsverkehr aufgrund von Sicherheitsrisiken zurückgegangen.

Mehr zum Thema  USA schleusen heimlich Öltanker über südliche Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus

Abbildung des Banners Meinung ist keine Straftat
Nach oben scrollen