Der aus zwei Inseln bestehende karibische Staat Antigua und Barbuda erlangte 1981 die Unabhängigkeit von Großbritannien. Dennoch blieb er eine konstitutionelle Monarchie innerhalb des Commonwealth, wobei der britische Monarch weiterhin als Staatsoberhaupt fungierte.

Am Dienstag wurde dort der wiedergewählte Premierminister Gaston Browne erstmals ohne Treueeid gegenüber dem britischen Monarchen vereidigt. Nach einer Ende letzten Jahres vom Parlament verabschiedeten Verfassungsänderung wurde die Treuepflicht gegenüber König Charles III. und seinen Erben aus dem Amtseid gestrichen. Nach dem geänderten Wortlaut schwören gewählte Amtsträger nun Treue gegenüber Antigua und Barbuda, seiner Verfassung und seinen Gesetzen.

Die Zeremonie fand wenige Tage nach dem Wahlsieg Brownes statt. Dieser gewann die Wahl zum vierten mal in Folge. Die mehr als zehnjährige Regierungszeit seiner Partei wurde somit erneut verlängert. Diese Wahl war von Browne fast zwei Jahre vor dem geplanten Termin angesetzt worden. Angesichts der weltweiten wirtschaftlichen Unsicherheit strebte er ein neues Mandat an. Das Ergebnis war ein Erdrutschsieg für seine Labour-Partei von Antigua und Barbuda, die 15 der 17 Parlamentssitze des Landes errang.

Antigua und Barbuda bleibt trotz des überarbeiteten Eides weiterhin Teil des Commonwealth, wobei der britische Monarch die Rolle des Staatsoberhaupts behält. Fünfzehn der 56 Länder des Commonwealth erkennen den britischen Monarchen nach wie vor als Staatsoberhaupt an. 2021 wurde Barbados als jüngster karibischer Staat zur Republik, blieb aber weiterhin Mitglied des Commonwealth.

Auch in Großbritannien hat sich die Debatte über die Zukunft der Monarchie verschärft. Eine Umfrage von „British Social Attitudes“ (britische gesellschaftliche Haltungen) aus dem Jahr 2025 ergab, dass die Zustimmung zu dieser Institution auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1983 gesunken war: Nur 51 Prozent sprachen sich für deren Beibehaltung aus.

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