Alice Weidel, die Bundes-Co-Vorsitzende der rechtskonservativen Partei Alternative für Deutschland, hat in Sachen Beliebtheitswerte Markus Söder von der Christlich-Sozialen Union überholt – jedenfalls ist dies das Ergebnis jüngster Umfragen des Meinungsforschungsinstituts INSA, das von der INSA-CONSULERE GmbH betrieben wird. In der Beliebtheitstabelle der INSA ist die AfD-Politikerin von Platz acht auf Platz vier aufgestiegen, schreibt Welt  – mit vier Punkten im INSA-eigenen Punktesystem von 0 für schlecht bis 10 für sehr gut, wobei Söder mit 3,9 nur knapp darunter punktet und auf Platz fünf zurückgefallen ist. Die Umfrage wurde im Auftrag der Bild am Sonntag zwischen dem 15. Und dem 18. Mai 2026 durchgeführt und umfasste 2.005 Wahlberechtigte.

Bild und Welt sind schnell mit dem Kommentar bei der Hand, dass sich diese Beliebtheit Weidels größtenteils aus ihrem eigenen Lager speise, wo sie einen Beliebtheitswert von 8,5 Punkten aufweise, und sie bei Anhängern von Bündnis 90/Die Grünen, der SPD und der Union gleichermaßen nicht gut ankomme – wohingegen, so deutet es sich an, sich die Beliebtheitswerte zwischen diesen Parteien auch zu überschneiden scheinen. Indes drängt sich damit die Frage auf, wie breit dieses besagte Lager dann sein muss und warum.

Tino Chrupalla derweil, zusammen mit Weidel  Bundes-Co-Vorsitzender der AfD, kommt interessanterweise nur auf 3,5 Punkte im INSA-eigenen System und liegt damit auf Platz 14.

Verteidigungsminister Boris Pistorius von der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands bleibt laut der Umfrage mit fünf Punkten auf Platz eins der Beliebtheitsskala, es folgt Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir von den Grünen mit 4,4 Punkten auf Platz zwei und schließlich der Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens, Hendrik Wüst von der Christlich-Demokratischen Union, mit 4,1 Punkten auf Platz drei. Alle drei hätten sich im Vergleich zur Vorwoche punktemäßig etwas verbessert, so die Medien des Springer-Konzerns.

Bundeskanzler Friedrich Merz und Jens Spahn von der CDU belegen derweil weiterhin je den letzten und den vorletzten Platz – Rang 20 und 19.

Neben den Beliebtheitswerten einzelner Politiker führen die Springer-Medien auch die Umfrageergebnisse für deren Parteien laut der INSA an, die in Prozentpunkten angegeben werden. Hier hat die Union mit 22 Prozentpunkten einen Vier-Jahres-Antirekord aufgestellt, womit sie zusammen mit dem Koalitionspartner SPD (12 Prozentpunkte) lediglich auf 34 Prozentpunkte komme. Im Vergleich zur SPD punkten auch die Grünen mit 14 Prozent nur unbedeutend besser. Noch in etwa im selben Maßstab bewegt sich der Beliebtheitswert der Linken mit 10 Prozentpunkten. Die Freie Demokratische Partei und das Bündnis Sahra Wagenknecht dümpeln im Bereich von drei Prozentpunkten herum, während die unter „Sonstige“ verbleibenden Parteien kumulativ sieben Prozentpunkte erhaschen konnten.

Demgegenüber kommt die AfD auf 29 Prozentpunkte, was der höchste vom privaten Meinungsforschungsinstitut für diese Partei gemessene Wert sei.

Bei allen Parteien liegen die Differenzen zur Vorwoche in Sachen Beliebtheitswert zwischen 0,5 und 1,5 Prozentpunkten.

Andere aktuelle Umfragen ergaben ähnliche Beliebtheitswerte für die Spitzenreiter AfD und Union, merkt das Springer-Blatt an – dafür unterscheiden sich die von ihnen gelieferten Werte für einzelne Politiker teilweise drastisch von denen der INSA-Umfrage: Die jüngste Erhebung des ZDF-„Politbarometers“ etwa ergab für Alice Weidel einen Beliebtheitswert von minus 2,2 Punkten.  

Mehr zum Thema – Politische Kernschmelze? 84 Prozent der Deutschen unzufrieden mit GroKo

Abbildung des Banners Denkanstoß statt Denkverbot
Nach oben scrollen