Die mit Iran verbündeten Huthi haben eine neue Angriffswelle auf Saudi-Arabien gestartet und ihre Stellungen an der Westküste Jemens am Roten Meer ausgebaut. Währenddessen berieten die Verantwortlichen in Riad unter Hochdruck darüber, wie auf den rasanten Vormarsch der Huthi reagiert werden soll.

Unterdessen verschoben die arabischen Golfstaaten geplante Gespräche mit Iran über die Straße von Hormus. Damit wächst die Sorge, dass sich der Konflikt im Nahen Osten weiter ausbreiten und die weltweite Ölversorgung gefährden könnte.

Die Huthi erklärten am Montag, sie hätten Dutzende Raketen und Drohnen auf einen Militärflugplatz in Chamis Muschait im Süden Saudi-Arabiens abgefeuert. Ziel seien Flugzeughangars, Radarsysteme, Start- und Landebahnen sowie Munitionsdepots gewesen. Die Angriffe seien eine Vergeltung für die saudischen Luftangriffe im Jemen, hieß es.

Die jüngsten Vorstöße der Huthi, darunter die Einnahme der Insel Perim an der Einfahrt zum Roten Meer, setzen Saudi-Arabiens Ölexporte zusätzlich unter Druck. Bereits am Donnerstag war eine Luftattacke erfolgt, die die saudische Ost-West-Pipeline außer Betrieb setzte. Riad machte dafür von Iran unterstützte Milizen im Irak verantwortlich.

Saudi-Arabien hatte die rund 1.200 Kilometer lange Pipeline in den 1980er Jahren quer durch das eigene Staatsgebiet vom Persischen Golf bis zum Roten Meer gebaut. Damit sollte die Straße von Hormus umgangen werden, als diese bereits während des damaligen Iran-Irak-Kriegs zunehmend unter Druck geriet.

Beobachter erklärten, ein länger andauernder Ausfall der saudischen Pipeline könne bis zu 4 Prozent des weltweiten Ölangebots vom Markt nehmen, solange die Straße von Hormus weitgehend blockiert ist. Riad hat bislang nicht mitgeteilt, wann der Betrieb der Pipeline wieder aufgenommen werden könnte. 

Die Rohölpreise stiegen am Montag zeitweise um mehr als 4 Prozent, bevor sie sich bei einem Plus von rund 1 Prozent einpendelten.

Der erneute Konflikt im Jemen stellt eine weitere Herausforderung für US-Präsident Donald Trump dar. Washington soll bislang Bitten Saudi-Arabiens um ein direktes militärisches Eingreifen abgelehnt und sich auf Unterstützung im Bereich der Geheimdienste beschränkt haben. Trump sagte am Wochenende, er habe mit dem saudischen Kronprinzen gesprochen. Auch die Huthi hätten Washington kontaktiert und die USA aufgefordert, sich aus dem Konflikt herauszuhalten. Die saudischen Staatsmedien berichteten, Kronprinz Mohammed bin Salman habe sich am Montag in Dschidda mit Admiral Brad Cooper, dem US-Kommandeur für die Region, getroffen.

Oman sollte am Montag eigentlich ein Treffen zwischen Iran und den Golfstaaten ausrichten, bei dem über Verhandlungen zur Wiederöffnung der Straße von Hormus beraten werden sollte. Die Hauptstadt Maskat teilte am Ende jedoch mit, dass das Treffen verschoben worden sei. Iran erklärte, die Verschiebung sei auf Wunsch Saudi-Arabiens erfolgt.

Trump wiederholte am Montag seine schon häufig geäußerte Behauptung, Iran sei an einer schnellen Einigung interessiert. Mohsen Rezai, Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrates Irans, bezeichnete Trumps Botschaft dagegen als Ablenkungsmanöver. Auf X schrieb er:

„Keine Gespräche, solange die Bedingungen Irans nicht erfüllt sind.“

Wie unbeständig die Schifffahrt in der Region inzwischen ist, zeigen widersprüchliche Berichte darüber, wie und wann ein Öltanker beschädigt wurde.

Die iranische Revolutionsgarde (IRGC) erklärte am Montag, der unter panamaischer Flagge fahrende Öltanker El Gaia sei beim Durchfahren einer Sperrzone südlich der Straße von Hormus auf eine Seemine aufgelaufen. Einen genauen Zeitpunkt nannte die Revolutionsgarde nicht. Das US-Zentralkommando (CENTCOM) wies diese Darstellung wiederum umgehend zurück. Die Meldung sei falsch, hieß es. Der Tanker sei bereits im vergangenen Monat von einer iranischen Rakete getroffen und dadurch manövrierunfähig gemacht worden.

Die USA haben im Rahmen ihres verstärkten wirtschaftlichen Drucks auf Iran zuletzt unter anderem die Sanktionen gegen die zweitgrößte Bank Russlands ausgeweitet. Die VTB Bank habe Iran dabei geholfen, Sanktionen zu umgehen und „Terrorismus“ zu finanzieren, rechtfertigte der Sprecher des US-Außenministeriums, Tommy Pigott, diesen Schritt auf der Plattform X.

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