Österreich bereitet sich auf ein unruhiges Halloween-Wochenende vor. In sozialen Netzwerken verbreiten sich Aufrufe unter Schlagworten wie „Wie Frankreich“ und „Gen Z wacht auf“. Für Samstag, den 31. Oktober, werden Aktionen angekündigt.
Auf TikTok, Instagram und Facebook kursieren Videos und Bilder mit Fahnen, rauchenden Fackeln und Hinweisen auf den bevorstehenden Samstag. Die Aufmachung erinnert an Protestbewegungen, die in den vergangenen Wochen in mehreren europäischen Ländern Aufmerksamkeit erregt haben. Wer hinter sämtlichen Aufrufen steckt und welche Aktionen konkret geplant sind, ist bislang nicht geklärt.
Die Erinnerungen an die Halloween-Ausschreitungen im Jahr 2022 sind in Oberösterreich noch präsent.

In Linz und Wels wurden damals Polizisten mit Gegenständen beworfen, Pyrotechnik gezündet und Sachschäden verursacht. Die Ereignisse führten zu umfangreichen Polizeieinsätzen und beschäftigen die Behörden bis heute.
„Die sozialen Medien werden natürlich genau von uns beobachtet, egal ob Instagram, TikTok oder Facebook. Wir haben das im Blick“,
sagte Julia Kriegner, Sprecherin der Landespolizeidirektion Oberösterreich, gegenüber dem ORF.
Für das kommende Wochenende sollen zusätzliche Polizisten eingesetzt werden. Sie sollen bei Menschenansammlungen und Zwischenfällen rasch eingreifen können. Die Vorbereitungen beschränken sich nicht auf die Linzer Innenstadt. Auch im Umland und in Wels stellen sich die Verantwortlichen auf einen erhöhten Sicherheitsbedarf ein. In Wels sollen neben der Polizei auch die Ordnungswache und private Sicherheitsdienste verstärkt präsent sein.
Die Behörden rechnen neben Protesten auch mit Sachbeschädigungen, Würfen mit Gegenständen, dem Einsatz von Feuerwerkskörpern und Angriffen auf Einsatzkräfte. Die Polizei weist darauf hin, dass vermeintliche Halloween-Streiche strafrechtliche Konsequenzen haben können.
In Linz waren zuletzt keine Demonstrationen mit unmittelbarem Halloween-Bezug angemeldet. Spontane Zusammenkünfte lassen sich dadurch allerdings nicht ausschließen.
Der Vergleich mit Frankreich sorgt für zusätzliche Aufmerksamkeit. Er allein belegt jedoch nicht, dass Österreich vor ähnlichen Straßenschlachten steht. Die Verbreitung von Videos und Aufrufe im Internet sagen noch nichts darüber aus, wie viele Menschen tatsächlich auf die Straße gehen oder ob friedliche Proteste geplant sind.
Auch in Deutschland wird für den 31. Oktober zu Protesten aufgerufen. Wie viele Menschen den Aufrufen folgen und ob es zu gewaltsamen Zwischenfällen kommt, ist noch offen. Österreichs Polizei verstärkt ihre Präsenz, um bei Ausschreitungen rasch eingreifen zu können.
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