Hacker haben von Kundenkonten der Vorhersage-Wettplattform Polymarket mindestens 2,6 Millionen US-Dollar (2,3 Millionen Euro) gestohlen. Polymarket ermöglicht es, auf Ereignisse in der realen Welt zu wetten, darunter auch auf Wahlen oder militärische Handlungen. Die Firma war vorübergehend gezwungen, ihren internationalen Handel einzustellen, versprach aber, alle betroffenen Kunden zu entschädigen.

In einer Nachricht auf X am Donnerstag teilte ein mit Polymarket verbundenes Konto mit, das Unternehmen habe „ein Problem identifiziert und gelöst, das unsere internationale Plattform betraf“.

„Wir haben den Handel vorübergehend eingestellt“, heißt es in der Erkklärung, und weiter, das Eindringen sei geschehen, nachdem „einer unserer Drittparteiprovider kompromittiert worden war“.

Der Hack betraf nur die führende Plattform von Polymarket, obwohl Polymarket US, das unabhängig als ein von US-Bundesrecht geregelter Wechselmarkt arbeitet, ausgenommen war. Mehrere Medien, darunter das Wall Street Journal, berichteten, dieser Drittparteiprovider, auf den sich Polymarket bezog, sei DebugBear gewesen – eine in Großbritannien ansässige Plattform, die die Leistung überwacht.

DebugBear schrieb am Donnerstagnachmittag auf X, man sei sich „des Sicherheitsvorfalls bewusst“ und rate den Kunden, die das Produkt RUM nutzten, „den Embed-Code von der Webseite zu entfernen“.

Laut Business Today, das sich wiederum auf die Blockchain-Analysefirma Bubblemaps bezog, waren bis zu 700 Konten auf Polymarket betroffen, bei denen die Kunden nicht authorisierte Abbuchungen und plötzliche Einlageliquidierungen berichteten.

Der Hack fiel mit einer größeren Cyberattacke auf Binance zusammen, der größten Kryptobörse der Welt, bei der die Eindringlinge geschätzt 6,3 Milliarden US-Dollar (5,64 Milliarden Euro) stahlen. Polymarket war zuletzt erst im Juni Opfer eines Hacks geworden, bei dem die Hacker mehr als zwei Millionen US-Dollar (1,79 Millionen Euro) in die Hände bekommen hatten.

In den letzen Jahren stand Polymarket wie sein größter Rivale Kalshi im Mittelpunkt zahlreicher Skandale, bei denen es um Insiderhandel durch US-amerikanische Regierungsvertreter und Militärs ging, und mehrere US-Staaten warfen dem Unternehmen vor, gegen die Glücksspielgesetze zu verstoßen.

Letzte Woche berichtete Associated Press, dass US-Kriegsminister Pete Hegseth einen Befehl erteilt hatte, in dem die Soldaten explizit gewarnt worden waren, klassifiziertes Material nicht zu Wetten auf den Vorhersagemärkten zu nutzen.

Anfang des Jahres war Master Sergeant Gannon Ken Van Dyke von den Green Berets festgenommen und angeklagt worden, illegal von Vorauswissen des Einsatzes im Januar profitiert zu haben, bei dem der venezolanische Präsident Nicolás Maduro entführt wurde. Die Staatsanwaltschaft gab an, der Angeklagte habe mehr als 32.500 US-Dollar auf Polymarket in Wetten platziert, vor allem am 2. Januar, nur Stunden vor dem Angriff auf Caracas. Van Dyke soll durch seine Wetten auf den Sturz Maduros angeblich 400.000 US-Dollar eingenommen haben. Er erklärte sich für nicht schuldig.

Neu geschaffene Konten auf Polymarket hatten auch zu einem verdächtigen Zeitpunkt Wetten platziert, kurz bevor US-Präsident Donald Trump im April eine Waffenruhe zwischen den USA und Iran verkündete, was Hunderttausende Dollar Gewinn einbrachte. Das Weiße Haus warnte in der Folge sein Personal davor, mit vertraulichen Informationen zu handeln. Ende August wurde Trumps langjähriger Teleprompter-Bediener Gabriel Perez in einem Fall, der mit seiner „ungesetzlichen“ Plazierung von Wetten zu den Reden des Präsidenten zu tun hatte, angewiesen, 65.000 US-Dollar zu zahlen.

Der Mitarbeiter des Weißen Hauses musste außerdem 107.000 unrechtmäßig erzielte Gewinne in Wetten auf Kalshi aufgeben, erklärte damals die Optionshandelskommission.

Auf andere Weise profitiert von diesen Entwicklungen der älteste Sohn Trumps. Donald Trump jr. Er hat über seine Risikokapitalfirma 1789 Capital insgesamt etwa 500 Millionen Dollar bei Polymarket angelegt. Das Wettunternehmen wird mittlerweile mit 21 Milliarden US-Dollar bewertet.

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