Russlands Präsident Wladimir Putin und der kasachische Staatschef Qassym-Schomart Tokajew haben am Samstag Gespräche beim Interregionalen Kooperationsforum im westsibirischen Omsk geführt. Die beiden Spitzenpolitiker erörterten unter anderem die Lage rund um die Ukraine. Darüber berichtet die Nachrichtenagentur Interfax.
Das, was in der Ukraine geschehe, sei kein Bürgerkrieg, sondern ein zwischenstaatlicher Konflikt, meinte Tokajew. Und die Natur dieses Konflikts sei vielen unklar.
Der Spitzenpolitiker führte in dem Zusammenhang aus:
„Vielleicht ist es an der Zeit, diesen Konflikt einzufrieren und zur Formel ‚Istanbul 2.0‘ zurückzukehren, da dort bereits bedeutende Erfolge erzielt wurden. Selbstverständlich unter der Garantie der Großmächte, einschließlich Russlands, weiterhin auf den lang ersehnten Frieden hinarbeiten.“
Der Begriff ‚Istanbul 2.0‘ bezieht sich auf neue mögliche direkte Gespräche zwischen Moskau und Kiew im türkischen Istanbul.
Des Weiteren sagte Tokajew, er erhalte „viele Signale“ aus Europa und den USA bezüglich des aktuellen Stands des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine.
„Ich habe mich heute entschlossen, meine bescheidene Meinung zu äußern, weil die Leute von unserem Treffen wissen, sie wissen, dass ich in Omsk sein werde, und sie haben mich gebeten, dies weiterzuleiten“, fügte der kasachische Präsident hinzu.
„Wie kommt man aus dieser Situation heraus? Niemand weiß es, da die Parteien unterschiedliche Positionen vertreten. Es gibt jedoch eine Möglichkeit und Gelegenheit, das Ganze auf Eis zu legen. Dies ist ein in der internationalen Praxis bewährtes Vorgehen oder Methode.“
Es sei bedauerlich, dass junge Menschen aus Russland und der Ukraine, der „Genpool brüderlicher Nationen“, stürben, betonte Tokajew:
„All dies muss gestoppt werden, denn meiner festen Überzeugung nach wird damit in die Hände der Gegner sowohl Russlands als auch der Ukraine gespielt.“
Zugleich erklärte der kasachische Staatschef, er lehne es ab, im Konflikt als Vermittler zu fungieren. Russland sei ein großes Land, das russische Volk sei ein großes Volk, und sie würden auch ohne Zwischenhändler zurechtkommen, so Tokajew.
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