Russland hat im vergangenen Jahr deutlich mehr Getreide produziert, als im Inland verbraucht wurde. Nach Daten der staatlichen Statistikbehörde Rosstat, die von der Nachrichtenagentur RIA Nowosti ausgewertet wurden, lag die Getreideproduktion 72,7 Prozent über dem Verbrauchsniveau.
Damit blieb Russland zwar weiterhin klar über dem Eigenbedarf, erreichte jedoch nicht den Höchststand der vergangenen Jahre. Den höchsten Selbstversorgungsgrad bei Getreide verzeichnete das Land im Jahr 2022 mit 191,4 Prozent. Im Jahr 2023 sank dieser Wert auf 173,5 Prozent, 2024 lag er schließlich bei 152,4 Prozent.
Das Landwirtschaftsministerium hatte zuvor mitgeteilt, dass im Jahr 2025 in Russland die drittgrößte Ernte der Geschichte eingefahren worden sei. Demnach wurden dabei Rekorde bei Hülsenfrüchten, Soja und Raps erzielt.
Aus den Statistikdaten geht außerdem hervor, dass der Selbstversorgungsgrad mit Getreide im vergangenen Jahr in 47 russischen Regionen über 100 Prozent lag. Besonders hoch fiel der Wert in zwei Teilen des Landes aus: In der russischen Teilrepublik Karatschai-Tscherkessien lag er bei 465,9 Prozent, im Gebiet Stawropol bei 419,6 Prozent.
Die veröffentlichten Daten berücksichtigen allerdings keine Informationen aus den neuen russischen Regionen: den Volksrepubliken Donezk und Lugansk sowie den Gebieten Saporoschje und Cherson.
Russland zählt seit Jahren zu den wichtigsten Getreideproduzenten und -exporteuren der Welt. Ein hoher Selbstversorgungsgrad gilt dabei als wichtiger Indikator für die Stabilität der heimischen Agrarproduktion. Zugleich zeigen die zuletzt rückläufigen Werte, dass die Versorgungslage zwar weiterhin komfortabel ist, aber unter dem außergewöhnlich hohen Niveau der Vorjahre liegt.
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