Freigegebene Aufnahmen zeigen, dass US-Truppen tief in Iran operierten, als sie im April zwei amerikanische Piloten bergen mussten, deren F-15E Strike Eagle nahe Isfahan abgeschossen worden war.
Insgesamt waren mehr als 90 US-Soldaten am Boden im Einsatz, während Hunderte weitere in der Luft und Tausende in unterstützenden Funktionen an der Operation beteiligt waren, wie Admiral Brad Cooper, Kommandeur des CENTCOM, gegenüber der CBS-Sendung 60 Minutes erklärte. Er bezeichnete diesen Einsatz als den ersten offiziell bestätigten Einsatz von US-Bodentruppen in Iran seit 46 Jahren.
Die zweisitzige F-15E – deren Wert CBS auf rund 30 Millionen US-Dollar beziffert – wurde am 3. April von einer iranischen, schultergestützten Rakete abgeschossen, während sie einen Angriff auf Einrichtungen südlich von Isfahan flog, die mit Teherans Raketen- und Drohnenprogrammen in Verbindung standen. Die Besatzung – identifiziert lediglich durch die Funkrufnamen „Alpha“ und „Bravo“ – rettete sich per Schleudersitz und landete an zwei etwa acht Kilometer voneinander entfernten Orten.
Alpha, der Pilot, wurde einige Stunden später geborgen, nachdem die USA 21 Flugzeuge in den iranischen Luftraum entsandt hatten. Während der Bergung gerieten amerikanische Hubschrauber unter Beschuss; einer wurde von Handfeuerwaffen getroffen, wobei Besatzungsmitglieder verletzt wurden. Auch eine an der Suche beteiligte A-10 wurde getroffen, sodass der Pilot nach Verlassen des iranischen Luftraums den Schleudersitz betätigen musste.
First on 60 Minutes: Newly declassified video shows the rescue of the U.S. Air Force pilot who was shot down over Iran in April. https://t.co/jGagMqLvCy https://t.co/KxqUITvbAN
— 60 Minutes (@60Minutes) September 14, 2026
Bravo, der Waffensystemoffizier, blieb etwa zwei Tage lang in Iran, nachdem er sich beim Schleudersitzausstieg Brüche an Rücken, Arm und Schulter zugezogen hatte. Während iranische Streitkräfte nach ihm suchten, leitete Washington eine weitaus umfangreichere zweite Rettungsaktion ein.
Neu veröffentlichte Infrarotaufnahmen zeigen, wie US-Flugzeuge Einheiten der Iranischen Revolutionsgarde (IRGC) in der Nähe von Bravos Position angriffen, bevor zwei große Transportmaschinen für Spezialeinsätze auf einer provisorischen Piste in Iran landeten. Anschließend kamen MH-6-Little-Bird-Hubschrauber zum Einsatz, um ihn aus dem bergigen Gelände zu bergen.
Newly declassified footage shows the events leading up to the rescue of Bravo, the U.S. Air Force officer who was shot down and survived behind enemy lines in Iran for two days. https://t.co/YUIzeTBpKt https://t.co/0x2zDndgmC
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Ein weiteres freigegebenes Video zeigt zwei Para-Rescue-Spezialisten der US Air Force, die sich am Boden in Iran dem verwundeten Bravo nähern, ihn ergreifen und zu einem amerikanischen Hubschrauber bringen.
First on 60 Minutes: Newly declassified video shows service members from U.S. Joint Special Operations Command rescuing Bravo, one of the two U.S. Air Force officers shot down over Iran in April. Bravo was stranded for two days – alone and badly wounded, behind enemy lines. https://t.co/9RegDJ3iPV
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Die Operationen erforderten eine enorme Feuerkraft. US-Streitkräfte feuerten oder warfen laut CBS 339 Munitionseinheiten auf iranischem Gebiet ab – 123 während des Versuchs zur Bergung von Alpha und weitere 216 bei der Mission zur Evakuierung von Bravo. Für die zweite Rettungsaktion allein mobilisierte das Pentagon schließlich mehr als 150 Flugzeuge, darunter 64 Jagdflugzeuge, 4 Bomber, 48 Tankflugzeuge, 13 Rettungsmaschinen sowie 26 Flugzeuge für Aufklärung und elektronische Kampfführung.
Der Einsatz stieß auf weitere Schwierigkeiten, als zwei Transportflugzeuge vom Typ MC-130J Commando II Berichten zufolge im weichen Boden stecken blieben und nicht starten konnten. Nach Angaben von CBS zerstörten US-Streitkräfte beide Maschinen – deren Wert auf jeweils rund 100 Millionen US-Dollar geschätzt wird – sowie die Little-Bird-Hubschrauber selbst, um zu verhindern, dass sie in iranische Hände fielen. Drei weitere Flugzeuge mussten in den Iran entsandt werden, um die dort festgesetzte Einheit zu evakuieren.
Das nun freigegebene Material liefert die bislang klarste offizielle Darstellung des Ausmaßes des US-Eindringens im April. Der Vorfall hatte Vergleiche mit der gescheiterten „Operation Eagle Claw“ aus dem Jahr 1980 hervorgerufen; damals war ein US-Versuch zur Befreiung der Geiseln aus der US-Botschaft in Iran gescheitert, nachdem technische Defekte und eine Flugzeugkollision zum Tod von acht US-Soldaten geführt hatten.
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