In Frankreich kommt es derzeit zu lokalen Einschränkungen bei der Treibstoffversorgung.

Während die Regierung zu beschwichtigen versucht, sprechen die „nackten“ Zahlen jedoch eine ganz andere Sprache.

Situation zunehmend schwierig

In Frankreich kommt es mittlerweile zu lokalen Einschränkungen bei der Treibstoffversorgung. Betroffen sind rund 10 % der Tankstellen, die Probleme mit mindestens einer Treibstoffsorte melden.
Regierungssprecherin Maud Bregeon erklärte dazu, die Situation sei „zunehmend schwierig“ geworden, betonte aber auch sogleich beschwichtigend, es gebe „kein Risiko einer Knappheit“.
Die offiziellen Zahlen jedoch widersprechen dieser Beschwichtigung ganz eklatant.

Am Samstag, dem 12. September, meldeten 8 % der Tankstellen Probleme. Am Montag, dem 14. September, waren es bereits 13 % und 1.074 Stationen waren mindestens einmal ohne einen Treibstoff gewesen. Am Dienstag lag der Wert dann wieder bei offiziell 10 %.

Besonders davon betroffen sind die Stationen von TotalEnergies.

86 % von ihnen meldeten Engpässe, weil der Konzern seine Preise auf 1,99 € (Benzin) und 2,25 € (Diesel) gedeckelt hat und der Andrang die Logistik überfordern würde.

Opposition spricht von „Regierungslügen“

Die Opposition spricht hierzu ganz klar von Lügen.

In der Nationalversammlung warf der RN-Abgeordnete Sébastien Chenu der Regierung bereits im April „sieben Lügen“ vor, darunter die Behauptung, es werde keine Knappheit geben.

Die Regierung hingegen erklärt die Probleme erwartungsgemäß mit der internationalen Lage.

Die Straße von Hormus ist seit Beginn des, von den USA und Israel im Februar 2026 vom Zaun gebrochenen Angriffskriegs gegen den Iran, blockiert, jene Meerenge, durch die zuvor rund 20 % des weltweiten Öls und Gases transportiert worden waren.

Der Iran hat die Wasserstraße als Reaktion auf die Angriffe weitgehend lahmgelegt, die USA blockieren ihrerseits iranische Häfen.

Washington und Tel Aviv haben den Krieg begonnen, Europa und Frankreich zahlen offenbar gerne deren Rechnung.

OECD Ölreserven werden knapp

Frankreich hat dadurch ein strukturelles Problem. Die strategischen Ölreserven der OECD-Länder, darunter Frankreich, sind auf dem niedrigsten Stand seit 1990. Allein die OECD-Staaten entnahmen ihren Lagern 163 Millionen Barrel, um die Lieferausfälle aus der Golfregion auszugleichen.
Frankreichs Wirtschaftsminister Roland Lescure erklärte am 11. September, man sei „noch nicht an dem Punkt“, die strategischen Reserven freizugeben.

Rund 90 % der betroffenen Stationen gehören zum Total-Netz. Die anderen Anbieter hatten ihre Bestände wegen der zuvor geringen Nachfrage reduziert und können den plötzlichen Andrang nun nicht auffangen.
Frankreich sucht nun den Dialog auf europäischer Ebene, um Vorschriften für Raffinerien zu lockern und zusätzliche Liefermengen aus dem Ausland zu sichern.

Das könnte durch den illegalen Angriffskrieg der USA im Iran und die dadurch entstehenden Unruhen allerdings bald ganz Europa betreffen.



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