Als ob es nicht schon genügend Konflikte und Kriege gäbe, wollen die europäischen Kriegstreiber Russland auch noch die Nord-Ost-Passage streitig machen. Die ist die kürzeste Route von Fernost nach Europa, aber nur befahrbar, wenn genügend leistungsfähige Eisbrecher zur Verfügung stehen. Die hat die EU aber nicht.

Jetzt erweitert die EU den Konflikt auf die Arktis

Von PETER HAISENKO | Bis auf ein kleines Stück im Westen, führt die Route entlang der russischen Nordküste nur durch russische Gewässer. 1982 wurde die Wirtschaftszone an den Küsten von 12 Seemeilen auf 200 ausgeweitet. Das geschah unter anderem, um den dänischen Inseln in der polarnahen Nordsee mehr Rechte nahe dem Nordpol zu sichern. Stichwort Spitzbergen. Tatsächlich umfasst diese Zone 212 Seemeilen, denn die 200-Meilenzone beginnt erst außerhalb der Zone der Küstengewässer und die beträgt 12 Seemeilen. Die Definition der diesbezüglichen Rechte sieht so aus:

„Die 200 Meilen Zone ist die Ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ) eines Küstenstaates, die sich bis zu 200 Seemeilen (370,4 km) von der Basislinie erstreckt und dem Staat exklusive Rechte zur Nutzung der Meeresressourcen verleiht.“

Nun hat Russland nicht nur die längste Küstenlinie zum Nordmeer, sondern auch noch die Insel „Novaja Semlja“, Neues Land, und so gibt es keinen Zweifel, dass Russlands Rechte hier beinahe bis zum Nordpol reichen. Ununterbrochen.

Die Nordpolarroute ist ein alter Traum der Handelsschifffahrt. Schon Captain Cook hat vor bald 300 Jahren die Nord-West-Passage nördlich Kanadas gesucht, aber konnte sie nicht befahren. Wegen des Eises, das auch im Sommer nur kurzzeitiges Befahren von Streckenabschnitten dieser Gewässer zulässt. Die Nord-West-Passage kann bis heute nicht genutzt werden. Auch, weil es im Westen keine geeigneten Eisbrecher gibt. Seit dem Jetzeitalter wird diese Route für Flugzeuge genutzt. Auf dem Weg von Europe nach Fernost ist das die kürzeste Route, wenn man nicht über Sibirien fliegen darf. Zwischenlandungen finden in Alaska statt. Diese Route führt schon mal direkt über den Nordpol.

Es ist ein interessantes Erlebnis, manchmal unheimlich, wenn man im Winter diese Route fliegt. Man bewegt sich durch einen amorphen dunklen Brei ohne Unten oder Oben. Begleitet von Nordlichtern. Man kann sich nur auf seine Instrumente verlassen. Ja, es ist eines der letzten Abenteuer der Luftfahrt. Wie angenehm war da doch der Weg über Sibirien, solange man sich diese Erlaubnis nicht selbstgerecht versaut hatte. Seit den Russland-Sanktionen muss wieder der ellenlange Umweg über den Süden geflogen werden, von den russlandfeindlichen westlichen Airlines. Das kostet viel Geld.

Nur Freunde dürfen durch den Vorgarten fahren

Weil Russland traditionell Schifffahrt in seinen nördlichen Gewässern betreibt, hat es eine große und leistungsfähige Flotte von Eisbrechern geschaffen. Es ist im Besitz von Atomgetriebenen Eisbrechern, die sonst niemand hat. Nur wegen dieser Voraussetzungen konnte Russland jetzt eine zuverlässige Route durch seine Nordmeergefilde aufbauen. Wie die Sibirienroute für Flugzeuge ist das der schnellste Weg zwischen Fernost und Europa. Das ist jetzt noch interessanter, weil die Route durch den Suezkanal gefährdet ist und so oftmals auf die noch längere Route um Afrika ausgewichen werden muss. Danke Amerika, danke Trump, danke Israel, dass ihr mit dem Überfall auf den Iran diese Zustände hergestellt habt. So jedenfalls könnte man das in Moskau sehen.

Selbstverständlich bestimmt Russland darüber, wer diese Nord-Ost-Passage befahren darf. So, wie über die Nutzung der Sibirienroute für Flugzeuge. Schließlich führt die Schifffahrtsroute durch russische Gewässer innerhalb der 200-Meilen-Zone. Nun gibt es aber selbst in Brüssel Leute, die ein wenig rechnen können. Die Fahrt durch die sibirischen Gewässer kann in etwa 12 Tagen absolviert werden, die durch den Suezkanal dauert Wochen und über die Route um Afrika muss man da nicht mehr reden. Über die entstehenden Kosten auch nicht. Es ist folglich klar, welche wirtschaftlichen Vorteile erwachsen für diejenigen, die sich nicht mit ihrem sinnlos-aggressiven Hass gegen Russland diesen Weg verbaut haben. Finnland betrifft das besonders. Hatte die Finnair einen guten Stand im Fernostgeschäft, so ist das vollständig zum Erliegen gekommen. Ja, mit den Sanktionen wird man Russland auf die Knie zwingen!

Kriegsvorbereitungen anstatt Diplomatie

Es wäre nicht die EU mit von der Leyen, Merz, Wadephul und der Frau Kallas, wenn sie dieses Thema diplomatisch anginge. Am Dienstag letzter Woche hat die EU eine neue Arktis-Strategie vorgestellt, die den Ausbau der Eisbrecherflotte sowie eine Erhöhung der militärischen Mobilität in der Region vorsieht. Das Dokument unterstreicht die Notwendigkeit, eine schnelle und großangelegte Verlegung von Truppen in die Arktis sowie innerhalb der Region zu gewährleisten. Zudem beabsichtigt Brüssel, die Zusammenarbeit mit der NATO zu vertiefen, kritische Infrastrukturen zu schützen und gemeinsam mit den Mitgliedstaaten sowie Partnern Optionen für die Beschaffung und den Einsatz von Eisbrechern zu erarbeiten. In dem Dokument wurde Russland als eine Ursache für die Verschlechterung der Sicherheitslage in der Arktis genannt.

„Russland baut seine militärische Präsenz in der Arktis stetig wieder auf und verfolgt hybride Strategien gegen seine Nachbarn“, hieß es.

Darüber hinaus nähmen Pekings „strategische Ambitionen“ in der Region zu, weil China seine Partnerschaft mit Moskau vertiefe. „Europa reagiert auf diese Herausforderungen verantwortungsbewusst und nachhaltig“, besagt das Dokument. Nur nicht mit Diplomatie.

„Optionen für die Beschaffung und den Einsatz von Eisbrechern erarbeiten.“

Russland muss seine Präsenz in der Arktis nicht wieder aufbauen, sie ist schon immer da. Die EU hingegen hat in dieser Hinsicht überhaupt keine Kompetenzen vorzuweisen. Da wollen die doch tatsächlich „Optionen für die Beschaffung und den Einsatz von Eisbrechern erarbeiten.“ Das heißt zunächst, dass da innerhalb der nächsten Jahre nichts geschehen wird. Auch nicht in zehn Jahren, bis man sich geeinigt hat, welche Aufgaben ein Eisbrecher überhaupt bewältigen soll. Und dann die Schiffe selbst. Da kann man auf keinerlei Erfahrungen zurückgreifen. Man erinnere sich kurz an die Bestellung von Fregatten in Holland, die nach Jahren wieder abbestellt worden sind und das Ganze wird jetzt 4,7 Milliarden Entschädigung kosten. Einfache Fregatten. Wie soll das dann mit Eisbrechern funktionieren? Übrigens haben auch die USA kaum leistungsfähige Eisbrecher. Jedenfalls keine atomgetriebenen und was gibt es besseres für die Arktis.

Und wer soll das bezahlen?

Und woher sollen die Besatzungen kommen, mit Polarerfahrung? Seeleute, die bereit sind, Monate in der arktischen Winternacht zu verbringen? Wer in der Lage ist, diesen Wahnsinn genauer zu betrachten, der kann nur sagen, habt ihr einen Vogel? Oder seid ihr restlos anenzephal? Also, in einer fernen Zeit, Genaueres kann man nicht sagen, wird die EU Eisbrecherflotten und genügend Kriegsschiffe in der Arktis haben, um Russland im Nordpolarmeer zu besiegen und dann in Schussweite der sibirischen Küste mit Frachtschiffen zu fahren, gegen den Willen Russlands und ohne, dass Russland die Fahrrinne eisfrei hält? Wie sonst könnte man dieses EU-Papier interpretieren? Und Russland wird solange still halten, bis die EU diese Fähigkeiten erlangt hat? So, wie bis zur Kriegstüchtigkeit gegen Russland? In welchem Universum leben die?

Die Erweiterung der Ausschließlichen Wirtschaftszone auf See auf 200 Meilen hatte das Ziel, den USA und den NATO-Staaten die Kontrolle über eine weitere Fläche vor ihren Küsten zu garantieren. Da darf man nur einfahren mit Genehmigung. Ist in der Luft übrigens nicht anders. Da heißt das „ADIZ“ – Air Defense Identification Zone – und wer da nicht Einfluggenehmigung hat, der kann sich schnell ansehen, wie amerikanische Kampfflugzeuge aus der Nähe aussehen. Und jetzt maulen die EU-Größen, wenn sie eine Genehmigung brauchen, um durch russische Gewässer zu fahren. Gewässer, die sie nur durchfahren können, mit der Hilfe Russlands. Es ist wie im richtigen Leben. Bevor man jemanden blöd anredet, sollte man hinsehen, wie groß und kräftig der andere ist. Vor allem, wenn man durch seinen Vorgarten laufen will und er auch noch einen großen Hund hat. Oder eben einen Bären.

Sanktionen für den wirtschaftlichen Selbstmord

Ich wiederhole mich: Europa ist nicht kriegsfähig und wird es niemals mehr sein. Da helfen auch keine noch so großen Sondervermögen. Das heißt aber nicht, dass die EU keine andere Meinung haben darf als Moskau. Es bedeutet aber, dass man besser nicht hasserfüllt aggressiv handelt. Dass man besser meisterhafte Diplomatie anbringt und ein gutes Verhältnis sucht, gegenüber jemandem, der einem nichts Böses will. Wer hat denn angefangen mit den Sanktionen und Embargos? Ach ja, da war Merkel ganz vorn dabei und sehr eifrig. Dass das gewaltig daneben gegangen ist, sollte mittlerweile der Dümmste verstanden haben. Wer dann noch immer einen drauflegt, über dessen geistige Fähigkeiten sage ich jetzt besser nichts. Aber was will man denn von diesen Nazi-Enkeln erwarten? Die Eltern der Kallas waren stramme Sowjetfunktionäre.

Wirtschaftlich verfällt die EU und auch politisch stehen die Zeichen auf Zerfall. Jegliche militärischen Zusammenstöße mit Russland können nur mit einer Niederlage enden, für die EU oder ihre Einzelstaaten. Russland ist die größte Atommacht und die französische „Force de Frappe“ sollte besser als eine symbolische Institution gesehen werden. England? Der gesamte Zustand des britischen Militärs kann nur als jämmerlich bezeichnet werden. Die Bundeswehr ist nach Merkels drei weiblichen Verteidigungsministerinnen auch nicht besser aufgestellt. Und da wollen jetzt einige in Brüssel Russland die Kontrolle über die Nord-Ost-Passage streitig machen? Mit Eisbrechern, für die die Planung noch nicht einmal begonnen hat? Oder überhaupt Krieg führen, denn wofür sonst sollte man kriegstüchtig werden? Für die EU gilt dasselbe wie für Kiew. Beginne nie einen Krieg, den du von vorn herein nicht gewinnen kannst.

Krieg gegen Russland endet immer gleich

Kiew hat den Krieg 2014 angefangen, indem die russische Sprache verboten wurde – was allen UN-Konventionen widerspricht – und dann die Ostprovinzen unter mörderischen Beschuss genommen. 14.000 tote Zivilisten waren die Folge bis Putin der Kragen geplatzt ist und dem ein Ende setzte. Die Ukraine ist in einem jämmerlichen Zustand und so wird es jedem gehen, der einen Bären bis aufs Blut reizt. Jeder Cent, der für Krieg oder Kriegstüchtigkeit ausgegeben wird, geht immer zu Lasten des Wohlstands der Bevölkerung. Das gilt auch für Eisbrecher, die in Deutschland oder Europa niemand braucht.

Beginnend mit Merkel betreiben die deutschen Regierungen den Morgenthau-Plan, nämlich die endgültige Zerstörung der deutschen Industrie. Mit den Plänen bezüglich der Nord-Ost-Passage wird der Rest der EU mit hineingezogen. Aber vielleicht liegt das daran, dass die Enkel der Nazi-Größen zu oft deren Heldengeschichten über den Russlandfeldzug gelauscht haben und jetzt das Werk ihrer Großväter vollenden wollen. Ob es diesmal anders ausgehen wird? Offensichtlich glauben diese Anenzephalen daran. Rational ist deren Verhalten nicht zu erklären.

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es ist wieder England, das führend darin ist, Deutschland in einen Krieg gegen Russland zu treiben. Es ist dasselbe Muster, das London schon vor dem Ersten und Zweiten Weltkrieg angewendet hat, um seine erklärten Erzfeinde zur gegenseitigen Vernichtung zu treiben. Es war London, das Stalin intensiv dazu gedrängt hat, Deutschland nach dem Polenfeldzug anzugreifen. Das Versprechen Englands, Polen gegen Deutschland selbst zu verteidigen, haben sie nicht eingehalten. Im Gegenteil haben sie Polen an Stalin verschenkt. Die aktuelle Lage kann man nur verstehen, wenn man die wahre Geschichte des 20. Jahrhunderts kennt. Nehmen Sie dazu das Werk von Peter Haisenko zur Hand: „England, die Deutschen, die Juden und das 20, Jahrhundert“. Für genauere Details greifen zu den Werken von Reinhard Leube im AnderweltVerlag. Bestellen Sie Ihr Exemplar „20. Jahrhundert“ direkt beim Verlag hier oder erwerben Sie es in Ihrem Buchhandel.


Zum Autor:

Peter Haisenko ist Schriftsteller, Inhaber des Anderwelt-Verlages und Herausgeber von AnderweltOnline.com

 



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