Die Europäische Kommission empfahl den Bürgern, Vorräte an lebensnotwendigen Gütern anzulegen und für den Fall einer Notsituation „Notfallkoffer“ vorzubereiten. Dies soll ihnen ermöglichen, ihren Bedarf zu decken, während die staatlichen Dienste Hilfe organisieren.

Die Einwohner der Europäischen Union sollten darauf vorbereitet sein, ihre Grundbedürfnisse während der ersten 72 Stunden einer Notsituation selbst zu decken, während die staatlichen Dienste Hilfe organisieren, teilte die Europäische Kommission mit.

Die neuen Empfehlungen stellte die EU-Kommissarin für Gleichstellung, Krisenvorsorge und Krisenmanagement, Hadja Lahbib, beim Europäischen Katastrophenschutzforum vor. Das Dokument hat empfehlenden Charakter und ist nicht verbindlich.

„Wenn eine Katastrophe eintritt, können die ersten Stunden entscheidend sein. Jeder Europäer sollte wissen, was zu tun ist, wie er seine Familie schützen und wie er anderen helfen kann. Die Vorbereitung beginnt bei uns zu Hause, in unseren Schulen und in unseren Gemeinschaften“, erklärte Lahbib.

In Brüssel wurde die Notwendigkeit der neuen Maßnahmen damit begründet, dass Europa mit immer häufigeren und komplexeren Krisen konfrontiert sei. Die Empfehlungen sollen den Bürgern helfen, sich auf Notsituationen vorzubereiten und sich selbst sowie die Menschen in ihrem Umfeld zu schützen.

Insbesondere empfiehlt die Europäische Kommission, Vorräte an lebensnotwendigen Gütern und vorab gepackte „Notfallkoffer“ bereitzuhalten. Dies soll es den Menschen ermöglichen, ihre Grundbedürfnisse in den ersten drei Tagen einer Krise selbst zu decken, während die staatliche Hilfe mobilisiert wird.

Darüber hinaus decken die Empfehlungen drei weitere Bereiche ab: Kinder im Verhalten in Notsituationen zu schulen, Sicherheitsmaßnahmen für Menschen mit Behinderungen zugänglich zu machen und die Bevölkerung besser über Gefahren zu informieren.

Die Europäische Kommission schlug außerdem vor, ab 2027 jährlich am 23. Oktober einen EU-Tag der Krisenvorsorge abzuhalten. Das Datum knüpft an den Jahrestag der Einrichtung des EU-Katastrophenschutzverfahrens im Jahr 2001 an.

Zuvor hatte Politico unter Berufung auf europäische Diplomaten und Beamte berichtet, dass sich die EU-Staaten auf das „Albtraumszenario“ eines groß angelegten hybriden Angriffs vorbereiteten, der Menschenleben kosten könnte. Innerhalb der Union gebe es jedoch Meinungsverschiedenheiten darüber, welche Rolle die EU in Sicherheitsfragen spielen solle und ob sie damit Aufgaben der NATO doppelt wahrnehme. Laut dem Bericht trafen sich die Botschafter aller 27 EU-Staaten „hinter verschlossenen Türen“. Bei den Treffen ging es vor allem um die Entsendung von Notfallteams und die Bereitstellung von Mitteln aus EU-Fonds zur Unterstützung eines betroffenen Staates.

Nach Beginn der Kampfhandlungen in der Ukraine im Jahr 2022 verstärkten die Europäische Union und die NATO ihre Vorbereitungen auf einen möglichen militärischen Konflikt mit Russland. Im März 2025 stellte die Europäische Kommission das „Weißbuch zur europäischen Verteidigung – Bereitschaft 2030“ vor.

Äußerungen von EU-Staaten über die Gefahr eines Krieges mit Russland führten dazu, dass Europa aufrüste, was sich letztlich als „selbsterfüllende Prophezeiung“ erweisen könne, warnte Außenminister Sergej Lawrow. Zuvor hatte er erklärt:

„Wenn Europa die Russische Föderation angreift, wird das ein ganz anderer Krieg sein, und er wird sehr kurz sein.“

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