Eine mutmaßlich ukrainische Drohne ist am Mittag des 19. Mai in Estland abgeschossen worden. Wie der Verteidigungsminister des baltischen Landes, Hanno Pevkur, gegenüber dem estnischen Nachrichtenportal Delfi mitteilte, wurde die Drohne zwischen dem See Võrtsjärv und der Stadt Põltsamaa zerstört. Der Minister betonte diesbezüglich:

„Es ist das erste Mal, dass wir selbst eine Drohne abgeschossen haben.“

Pevkur zufolge handelte es sich um eine ukrainische Drohne, die Ziele in Russland hätte angreifen sollen. Taavi Aasa, Bürgermeister der Stadt Põltsamaa, meldete seinerseits, dass die Drohne im Stadteil Kablaküla abgestürzt sei.

Im Rahmen einer entsprechenden Pressekonferenz behauptete Pevkur, dass die Drohne durch estnische Radaranlagen bereits vor dem Eindringen in den Luftraum des Landes aufgespürt worden sei. Die im litauischen Šiauliai stationierte rumänische Luftabwehrstaffel habe daraufhin die Drohne mit Hilfe der eigenen F-16-Jäger abgeschossen.

Estlands Außenminister Margus Tsahkna behauptete, dass der Abschuss der Drohne die Wirksamkeit der Luftabwehr der NATO bezeuge. Er fügte hinzu, dass sein Land der Ukraine keine Erlaubnis erteilt habe, den eigenen Luftraum für Angriffe gegen Russland zu nutzen. Er gab allerdings „russischen destabilisierenden Faktoren“ die Schuld an dem Vorfall.

Durch den Zwischenfall kam es zu einer Verspätung des Zuges von Vilnius nach Tallinn. Riivo Valge, der Befehlshaber der estnischen Luftwaffe, meldete, dass die Drohnengefahr in Lettland weiterhin hoch sei.

Zuvor hatte Russlands Verteidigungsministerium am 7. Mai vermeldet, dass Kampfjets der NATO ukrainische Drohnen im lettischen Luftraum abgeschossen hätten. Auch in Finnland kam es bereits zu Abstürzen ukrainischer Drohnen.

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