Das südkoreanische Containerschiff PanStar Acro hat die erste kommerzielle Rundreise des Landes nach Europa und zurück über den Nördlichen Seeweg abgeschlossen. Das Schiff lief am 11. Oktober im Hafen Busan ein, 50 Tage nach der Abfahrt.

Vor der Abfahrt hatte Panstar gegenüber Reuters mitgeteilt, rund 1.300 Zwanzig-Fuß-Standardcontainer (TEU) befördern zu wollen. Tatsächlich verließ das Schiff am 22. August den Hafen Busan mit 737 Einheiten sowie leeren Containern. Auf dem Weg nach Europa lief das Schiff den britischen Hafen Felixstowe sowie die Häfen Rotterdam in den Niederlanden und Danzig in Polen an und kehrte anschließend ebenfalls über die Arktisroute in die Heimat zurück. Die südkoreanischen Behörden erklärten, die Arktisroute sei um 35 Prozent kürzer als die südliche Route, die durch den Suezkanal führt.

Der südkoreanische Botschafter in Russland erklärte gegenüber der russischen Zeitung Iswestija, die südkoreanischen Fachministerien und Behörden würden nun die Ergebnisse dieser Testreise umfassend untersuchen und anschließend prüfen, ob mittel- und langfristig eine regelmäßige Verbindung eingerichtet werden könnte.

Südkoreas Präsident Lee Jae-myung, der arktische Transporte zur Priorität erklärt hatte, würdigte die erfolgreiche Fahrt und schrieb auf X:

„Auf Grundlage dieses Erfolgs werden wir uns Schritt für Schritt auf das Zeitalter der Arktisroute vorbereiten. Wir werden Busan und die südöstliche Region zu einer ’südlichen maritimen Metropolregion‘ ausbauen und dafür sorgen, dass der neue Seeweg zu neuem Wachstum für die Republik Korea führt.“

Der Nördliche Seeweg ist eine einzigartige und strategisch wichtige Wasserstraße entlang der Nordküste Russlands. Der russische Präsident Wladimir Putin bezeichnete ihn als die effektivste und wirtschaftlich zweckmäßigste Route, die unter vollständiger Kontrolle Russlands stehe. Laut dem russischen Ministerium für Entwicklung des Fernen Ostens und der Arktis hat sich das Beförderungsvolumen auf dem Nördlichen Seeweg binnen zehn Jahren fast verzehnfacht und erreichte 2025 rund 37 Millionen Tonnen. In den ersten acht Monaten des Jahres 2026 wurden bereits 24,2 Millionen Tonnen Fracht befördert.

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