Litauen hat mit der Einführung des in der Ukraine entwickelten Systems SkyFortress zur Erkennung von Drohnen und Marschflugkörpern begonnen. Das teilte der Pressedienst des litauischen Verteidigungsministeriums auf X mit. Das System nutzt dem Ministerium zufolge künstliche Intelligenz sowie akustische und Funkfrequenzsensoren, um tieffliegende Flugobjekte und Marschflugkörper in Echtzeit zu erkennen und zu verfolgen. SkyFortress soll die erste Stufe der litauischen Luftverteidigung stärken. Der litauische Verteidigungsminister Robertas Kaunas sagte:

„Die Bedrohungen aus der Luft verändern sich rasant, und wir treffen unsere Entscheidungen entsprechend. Anstatt alles neu zu entwickeln, passen wir Systeme an, die in der Ukraine bereits im Einsatz sind. So stärken wir konsequent die gesamte Luftverteidigungskette: von der Überwachung des Luftraums bis zum Abfangen und Neutralisieren von Bedrohungen aus der Luft.“

Ukrainische Entwicklungen und Erfahrungen im Kampf gegen Drohnen kommen auch in gesamteuropäischen Projekten zum Einsatz. Im Juli hatte die EU-Kommission mit der Ukraine eine Vereinbarung über die gemeinsame Produktion von Drohnen unterzeichnet. Anschließend wurde die EU-Ukraine Drone Alliance gegründet, eine Plattform für die Zusammenarbeit ukrainischer und europäischer Hersteller von Drohnen und Abwehrsystemen. Einen eigenen Schwerpunkt bildet die European Drone Defence Initiative, die auch als European Drone Wall bezeichnet wird, ein gemeinsames System zum Schutz der Ostgrenze von EU und NATO vor Drohnen.

Im Juni unterzeichneten Lettland und die Ukraine ein Abkommen über Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich. Beide Länder wollen an der lettischen Grenze ein Gemeinschaftsunternehmen zur Drohnenproduktion errichten. Nach den erklärten Plänen soll dort auch ein Drohnenabwehrsystem stationiert werden.

Die russische Regierung sieht die Ausweitung der Zusammenarbeit europäischer Staaten mit der Ukraine bei Drohnen und Luftverteidigung als Faktor militärischer Eskalation. Im April hatte das russische Verteidigungsministerium erklärt, der Einsatz in europäischen Betrieben gefertigter Drohnen durch die ukrainischen Streitkräfte könne zu „unvorhersehbaren Folgen“ führen. Der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrats Dmitri Medwedew hatte erklärt, die vom Verteidigungsministerium veröffentlichte Liste ausländischer Unternehmen, die Drohnen und andere Ausrüstung für die Ukraine herstellen, sei als Verzeichnis potenzieller Ziele für das russische Militär zu betrachten.

Russland verurteilt jede Militärhilfe für Kiew und hat wiederholt dazu aufgerufen, sie einzustellen. Präsident Wladimir Putin betonte, der Ukraine helfe „der gesamte Westen“, der jedoch nicht bereit sei, Angriffe von seinem Territorium aus zu führen, weil er die Aussicht auf eine russische Antwort verstehe. Moskau weist zudem Behauptungen über eine geplante Aggression gegen NATO-Staaten zurück.

Mehr zum Thema – Medien: Baltische Länder bitten EU um Zuschüsse für Drohnenschutz

Abbildung des Banners Merch Gegen Oben
Nach oben scrollen