Insgesamt 4,6 Prozent der deutschen Bevölkerung haben Rückstände bei Energieversorgern, meldete das Statistische Bundesamt. Die Zahl beruht auf einer Auswertung für die EU-Statistik zu Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC), für die im Rahmen des Mikrozensus jährlich 40.000 Haushalte in Deutschland befragt werden. Die Teilnahme an der Befragung ist verpflichtend ‒ zusammen mit der Größe der Stichprobe gewährleistet dies eine hohe Verlässlichkeit der Daten.

Mieterhaushalte haben deutlich häufiger Zahlungsprobleme als Eigentümerhaushalte: Bei Ersteren beträgt der Prozentsatz 5,8 Prozent, also deutlich mehr als jeder Zwanzigste, bei Letzteren 3,3 Prozent, also nur jeder Dreißigste.

Da Anfang des Jahres die Strom- und Gaspreise im Verhältnis zum Vorjahr etwas gefallen sind, liegt die Zahl der Betroffenen unter der des Vorjahres – die Energiepreise lagen um 0,7 Prozent unter jenen des Vorjahres. Damals lag der Anteil der Menschen mit Zahlungsverzug bei Energieversorgern bei 5,0 Prozent. Allerdings kann dieser Anteil schnell wieder steigen, wenn die Energiekosten abermals in die Höhe schießen. 2021, vor dem großen Schub bei den Energiekosten, lag der Anteil noch bei 3,3 Prozent – bezogen auf die gesamte Wohnbevölkerung.

Im vergangenen Jahr wurde 254.000 Haushalten tatsächlich die Versorgung abgestellt. Allerdings wurde 2024 (hier sind die Zahlen älter) 4,6 Millionen Haushalten eine Sperre angedroht. Ein Großteil deckte die Rückstände noch per Ratenzahlung oder durch das Eingreifen von Jobcentern, aber Sozialverbände drängen seit vielen Jahren darauf, zumindest im Winter Strom- und Gassperren zu untersagen, auch weil die Aufhebung der Sperre Gebühren in Höhe von mehreren hundert Euro auslösen kann. Energie, so ihr Argument, sei Teil des Existenzminimums.

Die meisten Menschen mit derartigen Rückständen haben noch andere Rückstände, und einer der Hauptgründe ist das Fehlen finanzieller Rücklagen. Studien aus Ländern, in denen Energiearmut als politisches Thema präsenter ist, belegen, dass vor Rückständen bei Energieversorgern bereits in vielen anderen Bereichen Mangel herrscht, also etwa unzureichend geheizt oder an der Ernährung gespart wird. Die Armut, die sich hinter diesen Zahlen verbirgt, ist also größer, als man das auf den ersten Blick wahrnimmt.

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