BMW geht in die Offensive – gegen steigende Kosten und schwächelnde Märkte. Weltweit sollen rund 8.000 Stellen abgebaut werden, ein Großteil davon in Deutschland. Statt harter Kündigungen setzt das Unternehmen auf freiwillige Programme und natürliche Fluktuation. Dennoch spüren viele Beschäftigte die Verunsicherung.
Der neue Vorstandsvorsitzende Milan Nedeljkovic, erst seit Mai im Amt, will die Strukturen verschlanken. Rund 40.000 Mitarbeiter in Deutschland – fast die Hälfte der hiesigen Belegschaft – erhalten dem Vernehmen nach ein Angebot für ein Abfindungsprogramm. Es soll im Oktober starten und bis Ende 2027 laufen. Betroffen sind vor allem indirekte Bereiche wie Verwaltung, Forschung, Entwicklung, Planung und Management. Die Produktion bleibt weitgehend außen vor.
Besonders der Stammsitz in München könnte spüren, was der Konzernumbau bedeutet. Hier sitzen nicht nur die Konzernzentrale, sondern auch große Teile des Forschungs- und Innovationszentrums. Abfindungen sollen sich nach Einkommen und Betriebszugehörigkeit richten. Allein für dieses Jahr plant BMW dafür offenbar dreistellige Millionenbeträge ein.
Der Sparkurs kommt nicht überraschend. Bereits im Juni hatte BMW eine deutliche Gewinnwarnung herausgegeben. Absatz und Ergebnis für 2026 fallen schwächer aus als erwartet. Schwaches Geschäft in China, höherer Preisdruck und gestiegene Kosten für neue Technologien setzen dem Konzern zu. Lange galt BMW als der Stabilste unter den deutschen Premium-Herstellern. Nun hat die Krise auch die Münchner voll erreicht.
Trotzdem betont das Unternehmen, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben soll. Der Abbau soll sozialverträglich ablaufen. Auf einer Betriebsversammlung wollen Nedeljkovic und Gesamtbetriebsratschef Martin Kimmich die Pläne heute vorstellen.
Für die Mitarbeiter bleibt die Lage ambivalent. Einerseits gibt es Abfindungen und keine Zwangsentlassungen. Andererseits zeigt der Schritt, wie sehr die Branche unter Druck steht. Viele fragen sich: Kommt nach den Verwaltungsjobs irgendwann auch die Produktion dran? Und wie geht es weiter, wenn der Wettbewerb aus Asien weiter an Tempo gewinnt?
BMW selbst äußert sich offiziell noch zurückhaltend zu den genauen Zahlen. Die Halbjahreszahlen werden am Donnerstag veröffentlicht und dürften weitere Einblicke liefern. Klar ist: Der Konzern will wettbewerbsfähig bleiben – auch wenn das schmerzhafte Einschnitte bedeutet. Für viele Beschäftigte beginnt nun eine Phase der Unsicherheit, aber auch der Chance auf neue Wege innerhalb oder außerhalb des Unternehmens.
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