Das Handelsdefizit der EU mit China erreicht rund eine Milliarde Euro pro Tag. Amerikanische Zölle lenken chinesische Waren verstärkt nach Europa. Brüssel sucht Schutz vor einem Problem, das die eigene Politik verschärft hat.
Europa droht eine neue Welle der Deindustrialisierung. Im April überstiegen die Warenimporte aus China die europäischen Exporte dorthin um 31,9 Milliarden Euro. Das entspricht rechnerisch mehr als einer Milliarde Euro pro Tag und markiert einen neuen Höchststand.
Die Entwicklung wird inzwischen als „China-Schock 2.0“ bezeichnet. Anders als beim ersten großen chinesischen Exportboom nach dem Beitritt zur Welthandelsorganisation geht es heute nicht mehr hauptsächlich um Textilien, Spielzeug oder einfache Konsumgüter. China drängt in jene Branchen, auf denen Europas industrieller Wohlstand beruht: Automobilbau, Batterien, Maschinen, Chemie, Solartechnik und andere Hochtechnologien.
Amerikanische Zölle verschärfen den Druck. Weil chinesische Hersteller in den Vereinigten Staaten auf höhere Handelshürden treffen, werden zusätzliche Warenmengen nach Europa und in andere Märkte umgeleitet. Chinas Handelsüberschuss erreichte im vergangenen Jahr weltweit rund 1,2 Billionen Dollar.
Europa schwächt sich selbst
Es wäre dennoch zu einfach, allein Peking die Schuld zu geben. China verfolgt seine wirtschaftlichen Interessen mit staatlichen Subventionen, langfristiger Industriepolitik und strategischer Konsequenz. Europa begegnet dieser Konkurrenz mit hohen Energiepreisen, immer neuen Klimavorgaben und einer Bürokratie, die Investitionen verteuert und verzögert.
Besonders Deutschland bekommt die Folgen zu spüren. Seine exportorientierte Industrie verliert gleichzeitig Absatzmöglichkeiten in China und Marktanteile in Europa. Chinesische Unternehmen sind längst nicht mehr nur billige Nachahmer. In Bereichen wie Elektromobilität, Batterietechnik oder erneuerbaren Energien sind sie technologisch konkurrenzfähig und teilweise führend.
Die EU hat zwar zusätzliche Zölle auf chinesische Elektroautos verhängt und prüft weitere Schutzmaßnahmen. Doch Zölle allein können keine Industrie retten, die im eigenen Wirtschaftsraum durch Steuern, Energiepolitik und Regulierung systematisch benachteiligt wird.
Kein Schutzwall gegen eigene Fehler
Frankreich fordert eine härtere gemeinsame Linie, während Deutschland und andere exportabhängige Staaten chinesische Gegenmaßnahmen fürchten. Diese Uneinigkeit verhindert erneut eine klare europäische Strategie.
Europa muss sich gegen unfair subventionierte Importe wehren. Noch wichtiger wäre jedoch, den eigenen Unternehmen wieder konkurrenzfähige Bedingungen zu bieten. Wer Kraftwerke abschaltet, Energie verteuert, Berichtspflichten ausweitet und anschließend über chinesische Überkapazitäten klagt, bekämpft nur die Folgen seiner eigenen Politik.
Der China-Schock ist daher nicht bloß eine Geschichte über Pekings Aufstieg. Er ist auch die Geschichte eines Kontinents, der seine industrielle Grundlage selbst schwächt und sich anschließend darüber wundert, dass andere die entstehende Lücke besetzen.
Es wäre dennoch zu einfach, allein Peking die Schuld zu geben. China verfolgt seine wirtschaftlichen Interessen mit staatlichen Subventionen, langfristiger Industriepolitik und strategischer Konsequenz. Europa begegnet dieser Konkurrenz mit hohen Energiepreisen, immer neuen Klimavorgaben und einer Bürokratie, die Investitionen verteuert und verzögert.
Besonders Deutschland bekommt die Folgen zu spüren. Seine exportorientierte Industrie verliert gleichzeitig Absatzmöglichkeiten in China und Marktanteile in Europa. Chinesische Unternehmen sind längst nicht mehr nur billige Nachahmer. In Bereichen wie Elektromobilität, Batterietechnik oder erneuerbaren Energien sind sie technologisch konkurrenzfähig und teilweise führend.
Die EU hat zwar zusätzliche Zölle auf chinesische Elektroautos verhängt und prüft weitere Schutzmaßnahmen. Doch Zölle allein können keine Industrie retten, die im eigenen Wirtschaftsraum durch Steuern, Energiepolitik und Regulierung systematisch benachteiligt wird.
Kein Schutzwall gegen eigene Fehler
Frankreich fordert eine härtere gemeinsame Linie, während Deutschland und andere exportabhängige Staaten chinesische Gegenmaßnahmen fürchten. Diese Uneinigkeit verhindert erneut eine klare europäische Strategie.
Europa muss sich gegen unfair subventionierte Importe wehren. Noch wichtiger wäre jedoch, den eigenen Unternehmen wieder konkurrenzfähige Bedingungen zu bieten. Wer Kraftwerke abschaltet, Energie verteuert, Berichtspflichten ausweitet und anschließend über chinesische Überkapazitäten klagt, bekämpft nur die Folgen seiner eigenen Politik.
Der China-Schock ist daher nicht bloß eine Geschichte über Pekings Aufstieg. Er ist auch die Geschichte eines Kontinents, der seine industrielle Grundlage selbst schwächt und sich anschließend darüber wundert, dass andere die entstehende Lücke besetzen.
Dieser Beitrag erschien auf ZURZEIT (Autor A.R.), unserem Partner in der EUROPÄISCHEN MEDIENKOOPERATION
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