Ein Glas Wein mit der AfD und im BSW brennt die Hütte. Wer politische Normalität schon beim gemeinsamen Abendessen fürchtet, entlarvt die eigene Doppelmoral. Das Bündnis will anders sein und reagiert doch wie das alte Establishment.
Ein Artikel aus unser Kooperation mit DerStatus
Wagenknecht: „Gemeinsame Dinner sind völlig daneben“
Ein gemeinsames Abendessen, ein paar Gläser Wein, Fotos vom Zuprosten und schon tobt im Bündnis Sahra Wagenknecht die moralische Entrüstung. In Magdeburg hatten sich die gesamte BSW-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt und führende AfD-Politiker bei der Eröffnung des Compact-TV-Studios getroffen. Dabei saßen unter anderem Landtagspräsident Tobias Rausch und AfD-Fraktionschef Oliver Kirchner mit BSW-Vertretern wie Claudia Wittig und Thomas Schulze an einem Tisch. Was bei den Mehrheitsverhältnissen in Sachsen-Anhalt für demokratisch denkende Menschen eine Selbstverständlichkeit ist, löst bei Teilen des BSW panikartige Reaktionen aus.
Sahra Wagenknecht selbst urteilte prompt: „Gemeinsame Dinner sind völlig daneben.“ Parteichef Fabio De Masi und andere distanzierten sich, Klaus Ernst drohte gar mit dem Austritt. Die Fraktion ruderte hastig zurück und bedauerte den „Fehler“. Man wolle bloß reden, aber nicht den Eindruck von Nähe erwecken. Willkommen in der Brandmauer Light: „Reden“ ja, gemeinsames Essen und authentische politische Normalität nein. Die AfD bleibt für große Teile des BSW das unberührbare Feindbild, während man gleichzeitig in Sachsen-Anhalt die Wahl des Landtagspräsidenten mitgetragen und projektbezogene Gespräche nicht ausgeschlossen hat.
Keine wirkliche Alternative
Genau hier zeigt sich das eigentliche Problem. Das BSW inszeniert sich gern als Alternative zu den etablierten Kartellparteien und als Stimme der Vernunft gegen die Brandmauer-Ideologie. Doch sobald reale Kontakte entstehen und die AfD nicht länger isoliert wird, schlägt die alte linke Reflexhandlung durch. Man will die AfD nutzen, wo es taktisch nützt, aber den eigenen Wählern und der Öffentlichkeit den Eindruck vermitteln, man stehe moralisch klar darüber. Das ist keine konsequente Politik, sondern schlicht Heuchelei.
Wer wirklich eine Alternative zur gescheiterten Brandmauer-Politik will, braucht keine zögerliche Steigbügelhalter-Rolle und keine empörten Rückzieher nach jedem Foto. Die Ereignisse in Magdeburg zeigen klar: Das BSW ist und bleibt keine echte Alternative zur AfD. Es ist bestenfalls ein opportunistischer Juniorpartner, der eine eigene Form der Brandmauer pflegt.
The post Brandmauer Light: BSW-interne Hysterie nach gemeinsamem AfD-Abendessen appeared first on UNSER MITTELEUROPA.






