Die Schülerinnen und Schüler einer Privatschule in Gosen-Neu Zittau im Kreis Oder-Spree mussten gestern Nachmittag die furchtbare Tat eines laut Polizeiangaben „neunzehnjährigen Deutschen“ miterleben, als dieser auf dem Schulgelände gezielt seine 18-jährige Ex-Freundin durch Messerstiche tötete. Bei dem zweiten Opfer der Gewalttat handelt es sich um den Hausmeister, der versuchte, den Jugendlichen zu stoppen. Der Täter konnte festgenommen werden.

An der Docemus-Privatschule in Ostbrandenburg ereignete sich am Donnerstag eine schockierende Tat. Ein 18-jähriges Mädchen sowie ein 30-jähriger Mann wurden durch Messerstiche getötet. Die Polizei erklärte gegenüber der Presse, dass es sich nach ersten Ermittlungen um „eine Beziehungstat“ gehandelt haben soll, bei der der Hausmeister der Schuleinrichtung tragischerweise ebenfalls zu Tode kam.

Der Festgenommene sei deutscher Staatsbürger und nach ersten Erkenntnissen „bereits polizeilich in Erscheinung getreten“, dies jedoch „nicht im Zusammenhang mit Vorfällen, die auf eine Bedrohung der jungen Frau hindeuteten“, so die Angaben der Polizei. Der Tatverdächtige sei laut Informationen des Tagesspiegels polizeilich bekannt „mit einem Fall von Volksverhetzung“.

Beide Opfer starben laut Polizei trotz sofortiger medizinischer Versorgung noch vor Ort an ihren Verletzungen. Die Tat ereignete sich am frühen Nachmittag. Die Polizei sei gegen 13:45 Uhr verständigt worden. Der 19-jährige Täter sei festgenommen worden, bestätigte ein Polizeisprecher dem rbb. Nach vorläufigen Ermittlungen sei er jedoch kein Schüler der Einrichtung gewesen.

Opferhilfe-Vereine plädieren laut Medienberichten im Zusammenhang mit der Tat dafür, solche Fälle grundsätzlich nicht mehr „als Eifersuchtsdrama oder Beziehungstragödie“ zu bezeichnen, sondern den Begriff „Femizid“ zu verwenden. Femizid bezeichnet dabei die „gezielte Tötung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts“, schreibt die Märkische Allgemeine unter Berufung auf eine Psychologin. Andere Begriffe würden „das Geschehene verharmlosen und weisen dem Opfer eine Teilschuld zu“, heißt es weiter.

Laut Medienberichten wird die Schule nach der Gewalttat am heutigen Freitag für Schüler geöffnet, jedoch ohne regulären Unterricht. „Unser Fokus richtet sich jetzt darauf, die Menschen an unserem Standort bestmöglich zu unterstützen und ihnen bei der Verarbeitung dieses außergewöhnlich belastenden Ereignisses zur Seite zu stehen“, so der Geschäftsführer der Einrichtung.

Am heutigen Tag seien professionelle psychosoziale Unterstützung sowie Notfallseelsorger vor Ort, um den Mitschülern der Getöteten Gesprächsangebote zu ermöglichen. Der Schulträger will laut Medieninformationen in den kommenden Tagen „sehr behutsam darüber entscheiden“, wie der Schulalltag ab kommender Woche weitergehen soll.

Der Campus befindet sich in der 3.500-Einwohner-Gemeinde Gosen-Neu Zittau im Landkreis Oder-Spree an der Landesgrenze zu Berlin.

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