Heute wollen wir mit unseren Lesern uns wieder auf eine Zeitreise machen. Diesmal geht es gleich 15 Jahre und vier Monate zurück Jahre zurück in das Jahr 2010. Wie wurde damals über Migration berichtet. Das sogar zu einer Zeit, als die Folgen der Massenmigration noch nicht die grauslichen Formen annahm, unter den wir heute zu leiden haben.

Hier der Artikel auf welt.de vom 18.10.2010 im vollen Wortlaut:
Merkel: Multikulti ist gescheitert
Veröffentlicht am 18.10.2010 Lesedauer: 2 Minuten
Von Zuwanderern sei zu wenig verlangt worden – Trittin attackiert Seehofer
Berlin – Auf der Suche nach einem schärferen konservativen Profil streitet die Union darüber, ob Deutschland ein Zuwanderungsland ist. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärte die Multikulti-Gesellschaft für tot. „Dieser Ansatz ist gescheitert, absolut gescheitert“, pflichtete sie CSU-Chef Horst Seehofer bei. Merkel wandte sich aber gegen dessen Forderung nach einem Zuwanderungsstopp für Menschen aus fremden Kulturen. Deutschland sei auf den Zuzug von Spezialisten angewiesen, auch wenn die Qualifikation deutscher Arbeitsloser Vorrang haben müsse.
Die Bestrebungen, in einer Multikulti-Gesellschaft einfach nebeneinanderher zu leben, seien gescheitert, sagte Merkel beim Deutschlandtag der Jungen Union. In der Vergangenheit sei von den Zuwanderern zu wenig verlangt worden. Zugleich stellte sich Merkel hinter die in Teilen der Union umstrittene Aussage von Bundespräsident Christian Wulff, wonach der Islam ein Teil Deutschlands ist. „Er ist ein Teil Deutschlands – das sieht man nicht nur am Fußballspieler Mesut Özil„, sagte sie mit Verweis auf den türkischstämmigen Star der deutschen Nationalelf.
Seehofer beharrte auf seiner Position, dass Deutschland kein Zuwanderungsland ist. Auch ein prognostizierter Fachkräftemangel sei kein Freibrief für ungesteuerte Zuwanderung, sagte er dem „Focus“. Es dürfe keine Aufweichung des restriktiven Zuwanderungsgesetzes oder ein Punktesystem geben, wie es etwa die FDP fordert. Mit Blick auf Seehofers Forderung, die Zuwanderung türkischer und arabischer Migranten zu stoppen, sagte Jürgen Trittin, Grünen-Fraktionschef im Bundestag, der „Bild am Sonntag“: „Es gibt schon seit Langem ein rechtsextremes Potenzial in Deutschland. Daher ist es schäbig und stärkt diese Kräfte, wenn ein Demokrat wie Seehofer anfängt, solches Gedankengut hoffähig zu machen.“
Ende des WELT-Artikels
Dass die im Artikel genannten Akteure genau wussten was sie damals sagten leuchtet ein. Dass sie sich später um 180 Grad (leider nicht 360 Grad) drehten, war sicher nicht der Grund, dass sie ihre Meinung aufgrund „positiver“ Erfahrungen mit der Massenmigration die fünf Jahre später begann, änderten. Hier gibt es nur zwei mögliche Varianten: Erpressung oder Bestechung. Hier noch ein paar Fakten zum plötzlich „humanen“ Seehofer:
- Anerkennung, dass Deutschland die Flüchtlingskrise „in den Griff bekommen“ hat
„Wir haben die Flüchtlingskrise in den Griff bekommen“ – Seehofer zog fünf Jahre nach dem Höhepunkt der Krise eine positive Bilanz und verwies darauf, dass sich die Situation heute anders darstelle als 2015. Er bekräftigte dabei auch die Notwendigkeit von geordneten Prozessen und Humanität. - Betonung von Ordnung und Humanität
Er sagte: „Wir haben Ordnung geschaffen und gleichzeitig Humanität praktiziert“ — also, dass Deutschland nicht nur Regeln durchsetzt, sondern Flüchtlingen geholfen worden sei. - Unterstützung für legale Zuwanderung und Fachkräfteeinwanderung
Seehofer betonte, „Wir brauchen legale Wege der Zuwanderung nach Europa“, und verwies positiv auf das Fachkräfteeinwanderungsgesetz in Deutschland. Er sieht darin einen Punkt, wo Migration geregelt und für den Arbeitsmarkt sinnvoll genutzt werden kann. - Bayern als dynamischer, kosmopolitischer Staat
In einem Zitat heißt es: „Bavaria is a dynamic, cosmopolitan state. Those who don’t adapt fall behind.“ Dieses eher allgemeine Statement über Offenheit und Anpassung kann als positiv-offene Haltung gegenüber „Vielfalt“ verstanden werden.
Hat Seehofer sich vom damaligen jedoch aus heutiger Sicht „Rechtextremen“ danach zum „humanen“ Flüchtlingsbefürworter gewandelt?
Weitere Folgen aus unserer Serie „Als noch Pressefreiheit herrschte“:
Als noch Pressefreiheit herrschte (Teil 3): ARD-Tagesthemen 2015 über den Ukraine-Konflikt
Als noch Pressefreiheit herrschte: Berichte über Ukraine aus 2014 auf „Jüdische Allgemeine“
Als noch Pressefreiheit herrschte: Berichte aus 2014 über Ukraine auf krone.at
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„Wir haben die Flüchtlingskrise in den Griff bekommen“ – Seehofer zog fünf Jahre nach dem Höhepunkt der Krise eine positive Bilanz und verwies darauf, dass sich die Situation heute anders darstelle als 2015. Er bekräftigte dabei auch die Notwendigkeit von geordneten Prozessen und Humanität.


