Alex Krainer, Gründer von Krainer Analytics, Analyst und Autor beleuchtet im ersten Teil des Interviews durch Nima R. Alkorshid von Dialogue Works das strategische Versagen der EU-Staaten, die Pläne zur Verlagerung des beschlagnahmten Russland-Kapitals und das peinliche Auftreten der Vertreter EU-Europas ohne Plan-B im Weißen Haus.
Alex Krainer im Interview Teil 1:
„Ich glaube, dass EU und NATO keine Zukunft haben!“
Nima: Hallo zusammen. Heute ist Donnerstag, der 21. August 2025 und unser Freund Alex Krainer ist wieder bei uns. Willkommen zurück, Alex!
Alex: Schön, wieder hier zu sein, Nima! Vielen Dank für die Einladung!
Nima: Ich denke, viele von uns interessiert, Ihre Meinung zu den Ergebnissen der beiden Treffen zu erfahren: Das der Vereinigten Staaten mit Russland sowie das mit den Europäern zusammen mit Selenskyj. Aber bevor wir dazu kommen, Alex, wie kommentieren Sie im Vergleich die Ereignisse in Alaska und anschließend die in den Vereinigten Staaten? Wie vergleichen Sie die Art der beiden Treffen und die Eindrücke, die man aus diesen Treffen zog?
Alex: Nun, ich denke, das war für jedermann ziemlich offensichtlich: Das Treffen mit Wladimir Putin war herzlich. Sowohl Trump als auch Putin gingen mit einem sehr guten Eindruck auseinander. Alles wirkte sehr ermutigend und positiv. Die beiden Staatschefs vermittelten bei ihrem Treffen ganz klar den Eindruck, dass sie ihre jeweiligen Lager unter Kontrolle haben. Sie kontrollieren das Geschehen. Sie waren in der Lage, Vereinbarungen zu treffen, Verhandlungen aufzunehmen und dergleichen.
Der Unterschied zu den europäischen Staats- und Regierungschefs besteht darin, dass letztere als Bittsteller zu Trump kamen. Niemand reiste als souveräner Staatschef an, um Forderungen anzumelden oder Zugeständnissen zu machen. Sie kamen nur als Bettler. Sie reisten zu „Daddy“, in der Hoffnung, dass er sie immer noch lieb habe und weiterhin beschützen und ihnen zur Seite stehen werde:
Es war fast peinlich sie, wie ungezogene Kinder im Büro des Schuldirektors um den Schreibtisch herum sitzen zu sehen!
Sie alle sahen so aus! Ich war sehr überrascht, denn am Morgen dieses Tages schrieb ich in meinem Newsletter, dass wir wahrscheinlich mehr über den Ausgang dieses Treffens aus der Körpersprache von Herrn Selenskyj als aus den Pressemitteilungen und Pressekonferenzen ablesen werden können. Ich war überrascht zu sehen, dass die europäischen Staats- und Regierungschefs so aussahen, wie ich es von Selenskyj erwartet hätte: Irgendwie in Panik, niedergeschlagen und unglücklich! Selenskyj hingegen wirkte auf mich ziemlich entspannt. Er sah aus, als fühlte er sich wohl. Ich vermute, weil er ein Einzelgespräch mit Trump hatte. Ich glaube, dass für dieses Treffen mehr als eine Stunde vorgesehen war. Erst danach gab es das gemeinsame Treffen mit Selenskyj, Trump und den [EU-]Europäern.
Ich vermute, dass Trump Wladimir Selenskyj eine Art goldenen Fallschirm, als eine Art Rettungsanker, angeboten hatte, um ihm zu sagen: „Schau, kooperiere bei diesem Friedensabkommen, dann kommst Du mit heiler Haut raus und wir lassen Dich mit diesem Abkommen lebend davonkommen!“ Ich denke, dass dies zu diesem Zeitpunkt Selenskyjs Hauptsorge gewesen war: Ob er angesichts dieser Niederlage der Ukraine überhaupt noch sein Leben würde retten können. Wahrscheinlich hatte Trump schon die Zusicherung von Wladimir Putin, dass sie Selenskyj nicht verfolgen würden. Ich denke, dass er deshalb so entspannt wirkte.
Anlässlich der Pressekonferenz mit Mark Rutte, sah Selenskyj hingegen so aus, als hätte er gerade dem Tod ins Auge geblickt. Andererseits waren es diesmal die europäischen Staats- und Regierungschefs, die aussahen, als wären sie dem Tod über den Weg gelaufen.
Ich vermute, dass dies zum Teil mit den eingefrorenen russischen Vermögenswerten zusammenhängen könnte. Das muss ich hier einwerfen, weil Donald Trump mit seiner Shuttle-Diplomatie rund um den Erdball andere Nationen dazu brachte, künftig sehr hohe und bedeutende Investitionen in den Vereinigten Staaten zu machen. So, hat er Ursula von der Leyen dazu gebracht, 600 Milliarden Dollar an EU-Investitionen den Vereinigten Staaten zuzusagen. Er hat Verträge über mehrere hundert Milliarden Dollar mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Saudi-Arabien und noch anderen abgeschlossen. Das lässt darauf schließen, dass Trump sehr bedeutende Investition aus Russland gleichermaßen begrüßen würde. Inzwischen liegen etwa 300 bis 335 Milliarden Dollar an eingefrorenen Vermögenswerten der Russen im Westen:
Der größte Teil dieser [eingefrorenen] Gelder befindet sich in Europa!
Davon liegen vermutlich rund 70 Milliarden Dollar in Frankreich und rund 37 Milliarden Dollar in Großbritannien. Dazu kommen noch 150 bis 180 Milliarden, die sich bei Euroclear in Belgien befinden. In den Vereinigten Staaten sind es schätzungsweise nur fünf bis acht Milliarden Dollar. Das ist alles: Ich bin mir sicher, dass Trump und Putin offensichtlich einen Deal anpeilen könnten, um diese eingefrorenen Vermögenswerte von der EU freigeben und zur Veranlagung in die Vereinigten Staaten verschieben und zugleich einige Sanktionen aufheben zu lassen! Falls Wladimir Putin bzw. die russische Regierung [die Russische Zentralbank] den europäischen Ländern anschaffen würde, diese Gelder nach New York zu transferieren und Donald Trump [der EU] sagen würde: „Macht das lieber!“, hätten sie keine andere Wahl, als dem nachzukommen.
Die europäischen Mächte jedoch hatten dieses Geld zur Deckung, um einen weiteren Kreditzyklus zu schöpfen, schon eingeplant. Emmanuel Macron bzw. sein Premier- oder Finanzminister – ich weiß es nicht mehr genau – fantasierten vor ein paar Monaten noch davon, diese Gelder als Sicherheit herzunehmen, um darüber französischen Banken die Finanzierung zum Wiederaufbau und zur Entwicklung der Ukraine durch französische Unternehmen zu ermöglichen. Sie argumentierten, dass Russland die Ukraine zerstört hätte und es somit richtig wäre, Russland für den Wiederaufbau bezahlen zu lassen und dafür die besagten Gelder zu verwenden.
Sie hatten derartige Überlegungen in ihren Erwartungen angestellt, gemeinsam mit den Vereinigten Staaten russische Vermögenswerte einfach beschlagnahmen zu können. Inzwischen glaube ich, dass daraus nichts werden wird:
Stattdessen dürfte Trump das Geld in die Vereinigten Staaten transferieren lassen und mit den Russen einen Deal aushandeln!
Ich denke, die Russen selbst hätten allen Grund der Welt, das ebenfalls anzustreben, denn die direkte Bedrohung für Russland kommt aus Westeuropa:
Von Ländern, wie Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Polen!
Genau denen würde man dieses Kapital vorenthalten wollen, weil sie am Ende diese Gelder sicher nur in Aufrüstung, die letztendlich gegen Russland gerichtet wäre, stecken würden. Ich meine, das hat bisher noch niemand erwähnt: Es wäre ein offensichtlicher Schlag gegen Europa. Weder Putin noch Trump werden zögern diesen auch auszuführen. Falls es eine Sache gäbe, die man in Bezug auf Donald Trump vorhersagen könnte, dann wäre es Trumps Wunsch, diese 300 Milliarden Dollar in die Vereinigten Staaten zu schaffen.
Nima: Alex, Sie haben das Treffen erwähnt und den Eindruck von Selenskyj mit dem der Europäer verglichen. Hier ist das Bild dazu:

Ich sehe noch etwas Tieferes darin, Alex: Meiner Meinung nach hat Selenskyj alles verloren und alles darüber hinaus ist ihm egal. Aber die Europäer spüren tief in ihrem Inneren, dass die Vereinigten Staaten sie im Stich lassen werden. Sie scheinen das nicht wahrhaben zu wollen. Sie erwähnten „Daddy“, doch sie sehen die Vereinigten Staaten tatsächlich als ihren „Daddy“. Wenn er nicht mehr bei ihnen zu Hause bzw. präsent wäre, müssten sie gegeneinander antreten, doch um Dinge kämpfen, die geopolitisch nicht mehr so wichtig, doch für sie innenpolitisch nur wichtig wären.
Alex: Ja! Mir scheint, das passive und unterwürfige Verhalten der Europäer gegenüber den Vereinigten Staaten und dem angloamerikanischen Establishment sowie seit Jahrzehnten das Befolgen einer Politik, die ihnen von besagter anglo-amerikanischen Elite diktiert wurde, hat sie in jeder Hinsicht verkümmern und keinen eigenen Kurs entwickeln lassen. Sie haben an keinen geostrategischen Weg für die Zukunft gedacht – keinerlei Strategie für die Wirtschaft mit Antworten zu Fragen entwickelt, wie:
- Was sollen die Aufgaben der europäischen Gesellschaften sein?
- Wie sollte ihre Politik aussehen und was sollten ihre Ziele sein?
- Was sollten ihre Bestrebungen sein?
Sie haben passiv einfach nur das folgende Geschäftsmodell übernommen:
- sich die natürlichen Ressourcen sowie die Energie aus Russland und anderen Quellen, wie aus den ehemaligen Kolonien, anzueignen
- hochentwickelte Industriegüter herzustellen, um sie in die Vereinigten Staaten und nach China zu exportieren!
Ein solcher Ansatz hat sich fest etabliert. Mir scheint, dass „höherrangige“ Denker oder sagen wir einfach, die politischen Entscheidungsträger in Europa die Erwartung hatten, dass:
- die Vereinigten Staaten für immer ihr bester Freund [„Daddy“] bleiben werde.
- man sich immer auf die Vereinigten Staaten verlassen und stützen werde können.
- dieser Zustand [Abhängigkeitsverhältnis] auf unbestimmte Zeit andauern werde.
Sie berücksichtigten nicht, dass dies [Symbiose] nicht unbedingt im Interesse der USA lag: Jeder, der die US-Geschichte studiert, wird wissen, dass regelmäßig, vielleicht einmal in einer oder zwei Generationen, eine Reaktion aus den Vereinigten Staaten kam, um diese Bindungen zu den alten Kolonialmächten Europas aufzulösen. Denn sie [die City of London] behandeln die Vereinigten Staaten immer noch als ihren Kolonialbesitz. Man möchte, dass
- die Vereinigten Staaten ihre Produkte [aus Europa] abnehmen!
- sie für Europa den Weltfrieden sichern und Kriege für sie führen!
Das ist im Grunde genommen das, was die Vereinigten Staaten übernommen hat:
Es hat die Vereinigten Staaten politisch, wirtschaftlich und finanziell ausgelaugt und ihren Ruf ruiniert!
Wir dürfen nie vergessen, dass die Vereinigten Staaten genau als [Gegen-]Reaktion auf jene kolonialistische Denkweise und das entsprechende [imperiale] Regierungsmodell entstanden sind.
Von Zeit zu Zeit gab es Reaktionen dagegen, indem ein Teil des politischen Establishments der USA versuchte, einen unabhängigen Kurs einzuschlagen. In der Vergangenheit gab es Präsidenten, wie William McKinley [Anmerkung der Redaktion: McKinley begann den imperialistischen US-Kurs mit der ersten US-Kolonie namens Philippinen inklusive Völkermord dort, was ja laut US-Verfassung nicht gerade vorgesehen war. McKinley fiel 1901 einem Attentat zum Opfer], Franklin D. Roosevelt, John F. Kennedy und einige andere, die mehr oder weniger Versuche unternahmen, den Kurs der Vereinigten Staaten zu ändern. Dabei stellt Donald Trump nichts Einzigartiges und radikal Anderes dar. Trump ist nur der Letzte, der versucht, den Kurs der US-Politik weg von der Rolle als Handlanger der europäischen Kolonialinteressen zu führen.
Unterdessen waren die europäischen Staats- und Regierungschefs in dieser Unterordnungsbeziehung gegenüber den Vereinigten Staaten selbstgefällig geworden und haben sich auf die Vereinigten Staaten verlassen, um ihre Interessen geschützt zu sehen. Trump hat eindeutig gezeigt, dass er daran kein Interesse mehr hat, was meiner Meinung sie [die EU-Europäer] völlig verloren zurücklässt:
Sie [die EU-Europäer] haben keinen Plan B!
Sie erkennen, dass sie keine Vorkehrungen für ihre eigene Sicherheit getroffen haben. Sie haben keine unabhängigen politischen oder wirtschaftlichen Strategien. Sie haben verloren:
Sie sehen blass aus und erschienen mit ausdruckslosen Gesichtern!
Jetzt haben sie bei null anzufangen und zu überlegen, was sie tun sollten. Ich gehe davon aus, dass die Europäische Union ohne den Schutzschirm der Vereinigten Staaten zu einer Ansammlung streitender Mächte verkommen dürfte. Ich glaube, dass die Europäische Union keine Zukunft mehr hat. Dasselbe gilt für die NATO. Ich meine, dass die sieben Staats- und Regierungschefs im Weißen Haus zwar inkompetent sind, aber noch klug genug, um das verstehen zu können. Sie haben ihren Wählern nichts zu bieten. Deshalb verfielen sie meiner Meinung nach in Panik.
Nima: Ich denke, eine der wichtigsten Punkte dieser beiden Treffen drehte sich um die Frage einer Waffenruhe. Donald Trump und seine Regierung haben sich so sehr für eine Waffenruhe eingesetzt und wollten, dass dies in der Ukraine passiere. Doch es scheint, dass die Trump-Administration es inzwischen von ihrer Agenda strich?
Alex: Das sehe ich nicht ganz so! Ich glaube, dass Trump diesen Waffenstillstand nie ernsthaft angestrebt hat. Der Grund dafür war, dass dies ganz offensichtlich für Russland inakzeptabel war. Russland musste darüber nicht einmal diskutieren. Die Telefongespräche zwischen Trump und Putin, die im Februar einsetzten und die zahlreichen Treffen von Steve Witkoff mit Putin und Lawrow, boten meiner Meinung nach den Russen reichlich Gelegenheit, dies klar zum Ausdruck zu bringen. Ich gehe davon aus, dass die Verhandler von Trump bzw. auch Trump selbst dies voll und ganz verstanden haben. Ich glaube daher, dass sie dieses Thema zum Waffenstillstand einfach nur als Vorwand für ein Ablenkungsmanöver bzw. für eine psychologische Beeinflussung hernahmen. Es war ein Narrativ für die Öffentlichkeit: Ich gehe davon aus, dass dies nie ernst gemeint war. Ich glaube, dass die wirklich wichtigen Dinge vertraulich zwischen der russischen und amerikanischen Regierung besprochen wurden. All dieser Unsinn von General Kellogg und dem Waffenstillstand war meiner Meinung nach nur – nennen wir es – zur narrativen Beschwichtigung bestimmter Interessengruppen im Westen da.
Nima: Haben Sie den Eindruck, dass Donald Trump in seinem Interview durch Fox News, in dem er sagte, Putin sei der Sache leid und würde möglicherweise europäische Truppen, insbesondere aus Großbritannien, Deutschland und Frankreich, in der Ukraine akzeptieren, eine bestimmte Absicht verfolgt hat? Bevor Sie antworten, spielen wir nachfolgend besagte Sequenz ein:

Fox News: In Bezug auf eine Beistandsverpflichtung gemäß Artikel 5 für die Ukraine, würde die Ukraine also nicht Teil der NATO sein, aber Sie haben immer noch diesen Schutz …
Trump: Deshalb tun wir es nicht. Sie werden also nicht Teil der NATO sein, aber wir haben die europäischen Nationen: Sie werden sich daran beteiligen und einige von ihnen, wie Frankreich, Deutschland und Großbritannien, wollen Truppen vor Ort stationieren. Ich glaube nicht, dass das ein Problem sein wird, um ehrlich zu sein. Ich glaube, Putin hat es satt. Ich glaube, sie alle haben es satt. Aber man weiß ja nie. Wir werden in den nächsten Wochen mehr von Präsident Putin erfahren. Das kann ich Ihnen sagen und wir werden sehen, wie es weitergeht.
Nima: Er spricht davon, Truppen vor Ort stationieren zu lassen. Andererseits: „Wir werden sehen, was Putin dazu sagt.“ Er hat das offen gelassen und will es bei seinem Treffen mit Wladimir Putin besprechen. Haben Sie den Eindruck, dass er in der Sache langsam weiterkommt – was denken Sie darüber?
Alex: Ich denke, die Sache kommt definitiv voran, Nima. Ganz wichtig: Wir dürfen nicht vergessen, wo wir vor sieben Monaten standen. Wir hatten Joe Biden im Weißen Haus und eine amerikanische Außenpolitik, die von Jake Sullivan und Anthony Blinken bestimmt worden war. Das ist ein sehr radikaler Unterschied. Ich weiß, das ist vielleicht schwer zu erkennen, weil Trump uns sieben Monate lang mit psychologischen Verwirrspielen, Irreführungen, Täuschungen, Lügen und Unsinn überzogen hat. Aber ich glaube, das war nicht Teil der echten Politikgestaltung. Ich glaube, das war Teil von inszeniertem Chaos, damit niemand weiß, was zu erwarten sei bzw. was am Ende passieren würde.
Ich glaube, diese Aussage, die Sie gerade per Video einspielten, ist genau das: Denn Trump gibt eine Erklärung ab, die genau nichts sagt: „Putin ist es leid!“ Nun, Putin wird nicht den Fehler machen, eine Situation des Gewinnens in eine Niederlage zu verwandeln, nur weil er es überdrüssig wäre und die Geduld verloren hätte. Trump selbst sagt so etwas, wie: „Oh ja, das wird kein Problem sein. Ich glaube nicht, dass das ein Problem sein wird!“ Nun ja, es wird kein Problem sein, weil die Russen „Nein!“ sagen werden. Dann sagt er: „Nun, wir werden es in ein paar Wochen wissen!“ Die meisten Menschen werden sich morgen nicht einmal mehr an dieses Interview erinnern können, geschweige denn in sieben Wochen. Aber eines wollte ich noch anmerken: Zu dieser Aussage gab es ein Foto von Selenskyj mit Trump. Dazu fiel mir auf, weil ich Selenskyj seit etwa drei Jahren nicht mehr so glücklich gesehen habe!
Nima: Ich glaube, er hat irgendwie das Gefühl, dass die Last, die auf seinen Schultern lastete, von ihm abgefallen war. Denn, Alex, wir müssen verstehen, was mit Selenskyj los ist: Er ist ein Präsident, der die Menschen seines Landes auf das Schlachtfeld jagt, wo sie getötet bzw. meiner Meinung nach ermordet werden. Die meisten dieser Entscheidungen kommen nicht von der ukrainischen Regierung, sondern von außen. Wir wissen schließlich nicht, was in Selenskyj vorgeht – wir wissen nicht, wie er sich fühlt, denn meiner Meinung nach ist er nicht ehrlich, wenn er spricht – denn, hat jemand Einfluss auf ihn, der ihn dazu drängt, den Konflikt fortzusetzen. Ich glaube nicht, dass es überhaupt um Selenskyj geht?
Alex: Sie haben Recht. Wenn man die Aussagen bestimmter europäischer Staats- und Regierungschefs und westlicher Militärführer aufmerksam verfolgt, wird meiner Meinung nach sehr deutlich, dass es die westlichen Mächte sind, die in der Ukraine das Sagen haben: Selenskyj ist nur eine Marionette. Leute wie General [Ben] Hodges, General [Philip M.] Breedlove oder Mark Milley und mehr haben die militärische Strategie der ukrainischen Streitkräfte und der ukrainischen Regierung vorangetrieben.
Dann gab es noch die massive Beteiligung des MI6 unter Sir Richard Moore und dergleichen!
Sie sprachen davon, die Rekrutierung aggressiver zu gestalten und dass mehr Frauen für die ukrainischen Streitkräfte und jüngere Menschen sowie auch ältere Menschen zu rekrutieren wären. All dieser Druck kam aus dem Westen. Wir hatten diese britischen Thinktanks, die in ihren Berichten ganz offen über die zwingende Notwendigkeit der Fortsetzung des Krieges in der Ukraine sprachen.
Es ist ihnen egal, wie viele Ukrainer dabei sterben!
Sie wollen nur, dass der Krieg weitergehe, immer weiter und weiter. Das wollen sie immer noch, denn jetzt sprechen die europäischen Staats- und Regierungschefs davon, 2028 oder 2029 die Fackel [des Krieges] aufzunehmen. Aber damit das geschehen kann, muss der Krieg weitergehen. Sie müssen verhindern, dass Frieden einkehrt, denn ansonsten hätten sie das Problem, wie sie einen brandneuen Krieg wieder anfangen könnten. Wenn ein Krieg bereits läuft, kann man immer noch eine Krise herbeimanipulieren, um [neue] Truppen entsenden zu können.
Macron trommelt wieder für „Sicherheitstruppen” und erschreckt alle mit dem vermeintlich blutrünstigen Ungeheuer, das vor unseren Toren stehe, womit er die Russen meint. Falls das Chaos weiterginge, könnte man sich einfach(er) diesem anschließen. Wenn Frieden ausbrechen würde, hätte man ein Problem: Wie inszeniert man einen brandneuen Krieg und bringt ihn in Gang, was nicht einfach wäre!
***
Fortsetzung mit Teil 2 folgt.
Übersetzung: UNSER-MITTELEUROPA
Das Video zum Interview von Alex Krainer durch Dialogue Works auf Englisch: HIER
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