Alastair Crooke zu Gast bei Judge Napolitano analysiert alte und neue Kriegs- und Krisenherde und geht den Fragen nach: Wie die steigende Zahl der Konflikte zusammenhängt und warum die jüngste „US-Kanonenboot-Politik“ bisherige diplomatische Bemühungen unterminieren dürfte?

Das Transkript des Judging-Freedom-Podcast
vom 5.1.2026 mit Alastair Crooke auf Deutsch

Judge Napolitano (li) im Gespräch mit Alastair Crooke zu aktuellen Brandherden | Quelle: Screenshot Judging Freedom YouTube

Judge Napolitano: Hallo alle zusammen – hier ist Judge Andrew Napolitano mit „Judging Freedom“! Ich wünsche Ihnen allen ein gutes Neues Jahr! Heute ist Montag, der 5. Januar 2025. Alastair Crooke ist bei uns zu Gast, um über zwei sehr, sehr wichtige Themen zu sprechen. Die neuesten Entwicklungen in Venezuela und neuesten Informationen darüber, was Premierminister Netanjahu unternimmt, um die Vereinigten Staaten in einen Krieg mit dem Iran zu verwickeln.

Alastair Crook, willkommen, mein lieber Freund, und ein gutes Neues Jahr! Bevor wir mit Netanjahu beginnen und bevor wir uns damit befassen, wie nah die Vereinigten Staaten vor einem Krieg gegen den Iran stehen, wie sehen Sie die Entführung von Präsident Maduro?

Alastair Crooke: Nun, ich denke, wenn man berücksichtigt, was in Syrien geschah, sieht man ein Muster: Delcy Rodríguez [derzeitige Präsidentin von Venezuela] hat tatsächlich in ihrem Brief geschrieben, dass sie gute Beziehungen zum Westen und zur ganzen Welt wünsche. Ich meine, das trägt ganz offensichtlich die Spuren des Briefes von al-Jolani [Interimspräsident von Syrien].

Inzwischen erkennt man, dass diese Entwicklung tatsächlich von Katar, genauso wie die Absetzung Assads von den Golfstaaten vermittelt wurde. Die Golfstaaten überzeugten Assad, dass er mit dem Iran, mit Hisbollah brechen und sich dem Westen annähern müsste – dann würde alles gut werden. Das war am Ende ganz offensichtlich nicht der Fall.

Aber das erklärt die Methodik. Sie folgt in der Tat – wir haben das von Witkoff und auch Trumps Schwiegersohn Kushner gesehen – ich meine den geschäftlichen Ansatz bezüglich Geopolitik. Genau das ist in Venezuela passiert. Es gleicht effektiv einem Management-Buy-out:

Man entlässt den CEO des Unternehmens, das man übernehmen möchte, um dann einen Management-Buy-out durchzuführen: Das trifft die Armee, die Sicherheitsdienste etc. Genau wie wir es in Syrien erlebt haben. Dabei wurde, wenn man so will, die Armee aufgekauft. Diese wurde miserabel bezahlt, weil die Sanktionen die Soldzahlungen der Armee auf absolut unglaubliche Beträge reduziert hatten: 7 Dollar im Monat oder so – davon kann man nicht leben!

Also kauften sie die Armee auf und das ist es, was wir gesehen haben. Was wir erleben ist, dass Rodriguez über Katar mit Washington in Kontakt steht. Ihr Bruder hat das Gleiche getan. Außerdem haben beide langjährige Verbindungen zur königlichen Familie von Katar.

Judge Napolitano: Entschuldigen Sie bitte, dass ich Sie kurz unterbreche. Die Person, von der Sie sprechen, ist die neue Präsidentin von Venezuela!

Alastair Crooke: Das ist richtig. Sie war Vizepräsidentin und wurde nun als amtierende Präsidentin vereidigt.

Judge Napolitano: Danke – bitte fahren Sie fort!

Alastair Crooke: Entschuldigen Sie bitte die Unklarheit. Es ist klar, dass sie mit Katar in Kontakt stand. Um die derzeit amtierende Präsidentin Rodriguez richtig zu verstehen, muss man wissen, dass sie aus einem sehr revolutionären Hintergrund kommt. Ihr Vater war Revolutionär. Er wurde [von den USA] gefoltert und hingerichtet. Das gehört auch mit zum Hintergrund.

Aber sie unterhält auch sehr enge Kontakte zur Geschäftswelt in Caracas, Venezuela. Sie hat weitreichende Verbindungen zur Öl- und Erdölindustrie. Sie ist sogar Ministerin für Erdöl und war zuvor Ministerin für natürliche Ressourcen. Denn Venezuela verfügt auch über Goldreserven in Höhe von etwa 22 Milliarden USD. Sie hat also ganz klar das Ruder übernommen.

Es lief so, dass die bestehenden Sicherheitsdienste ausgeschaltet wurden. Die Leibwächter von Maduro, dem ehemaligen Präsidenten, waren Kubaner. Er hatte kubanische Leibwächter, keine russischen oder andere. Sie wurden alle getötet: 32 von ihnen sind tot. Kuba hat den Tod der Leibwächter bestätigt. Sie wurden alle bei der Entführung von Maduro getötet. Ich glaube, auch andere Elemente des Sicherheitsdienstes von Venezuela wurden angegriffen, wie wir sahen.

Wie man weiß, hat das Syrien-Modell» [der Regime Wechsel dort] nicht so gut geklappt: Am Ende ist es zu ethnischen Säuberungen und Rivalitäten und buchstäblich zu einem gescheiterten Staat mit Syrien gekommen.

Was Venezuela angeht: Ich habe vor etwa einer Stunde mit jemandem gesprochen. Es ist noch sehr ruhig dort. Die Menschen stehen unter Schock und versuchen immer noch zu verdauen, was passiert ist.

Das Wichtigste war die Rückkehr des ehemaligen Innenministers unter Maduro, Diosdado Cabello (Rondón) – er ist zurückgekehrt. Er ist eine Art [Kyrylo] Budanov-Figur, vergleichbar mit dem ehemaligen Chef des Geheimdienstes dort. Diosdado Cabello ist sehr radikal. Er war einige Zeit in Kuba und steht den Kubanern sehr nahe. Er wurde von Maduro nach Kuba entsandt und ist inzwischen zurückgekehrt. Bislang sagt er nicht viel. Aber er genießt große Unterstützung seitens der Sicherheits– und Geheimdienste. Es ist noch unklar, ob er der Linie von Delcy Rodriguez, der amtierenden Präsidentin folgen oder seine Verbindungen zu den Sicherheitskräften, die er noch hat, ausspielen wird. Man kann es aus seiner Sprache heraushören. Ich habe ihm vor wenigen Minuten zugehört. Er ist ein Radikaler und Revolutionär. Ich bin mir nicht sicher, worin seine Absichten bestehen. Aber das lässt Schwierigkeiten erwarten.

Die Lage entspricht dem, was wir auch anderswo schon erlebten: Es wurde ein Waffenstillstand, wie z.B. in Gaza erklärt, aber es betraf nur die erste Phase. Es gab keinen Plan für die zweite Phase. Hier scheint es auch so zu sein: Der Plan für die zweite Phase in Venezuela war einfach nur der, dass die Vizepräsidentin die Macht übernehmen und alle Institutionen der Regierung intakt bleiben sollten.

Ich glaube schon bald – im kommenden März – werden die Führungskräfte aus der US-Energiebranche hier erwartet. Es wird ein großes Aufgebot der amerikanischen Industrie sein, um ihre neuen Rechte und Besitztümer in Venezuela zu inspizieren. Der (ursprüngliche) Plan war, alles weiterlaufen zu lassen! Mir wurde spekulativ zugetragen, dass die Leute um Präsident Trump bei seiner Pressekonferenz, ein wenig schockiert reagierten, als er sagte: „Nein, wir werden das Land regieren!“ Ich glaube nicht, dass das so im Drehbuch stand. Vielleicht doch, doch ich glaube es nicht. Ich meine, im Drehbuch stand, dass Delcy Rodriguez, die amtierende Präsidentin, das Land regieren werde und das ohne Amerikaner.

Judge Napolitano: Trump wiederholte das am Wochenende und schickte dann noch Außenminister (Marco) Rubio in die Sonntagsmorgensendungen, um zu versuchen, das wieder zurückzunehmen. Ich meine, die Regierung der Vereinigten Staaten kann nicht einmal die Post zustellen. Wie soll sie dann die Regierung eines anderen Landes führen? Werden die Vereinigten Staaten jetzt international als Schurkenstaat betrachtet, deren Wort man nicht trauen könne und die sich einfach mit brutaler Gewalt nehmen, was immer sie wollten?

Alastair Crooke: Ich denke, es ist mehr als das! Ich meine, Schurkenstaat ist eine Möglichkeit das zu beschreiben –, aber es gibt etwas extrem Hyperbolisches in Trumps Darstellung: Man bekommt das Gefühl, dass nichts mehr sicher ist.

Ich glaube, es war Michael Wolff, der sagte, dass sich nach seinem Eindruck – er hat vier Bücher über Trump geschrieben und kennt ihn recht gut – eine unangenehme Diskrepanz zwischen Grandiosität und Demenz aus dem Ton seiner Rede ergibt. Ich glaube, weltweit beherrscht die Menschen die Frage: „Was kommt als Nächstes?“

Inzwischen redet man über Kuba. Das Land steht eindeutig auf der Tagesordnung. Ecuador scheint ebenfalls auf der Tagesordnung zu stehen, sowie auch Mexiko: Ist das die Richtung, in die man sich fortbewegen möchte? Ich meine, Trump wird zu einer Art apokalyptischer Reiter, weil es um alle diese Staaten Lateinamerikas geht, die sehr fragil scheinen und auch Milizen haben. Ich habe drei Jahre lang in Kolumbien gedient. Ich weiß sehr gut, wie sie operieren – sie überqueren Grenzen – sie leben im Dschungel. Wir wissen nicht, was in Venezuela passieren wird. Aber das große Bild weist auf Auswirkung hin, die meiner Meinung nach China, Russland und ganz klar auch den Iran betreffen werden!

Judge Napolitano: Bevor wir zum Iran kommen, ist es interessant, was Sie über Michael Wolffs Beobachtungen zu Trump sagten. Ich habe Michael interviewt. Er ist wahrscheinlich einer der amerikanischen Experten in Bezug auf Trump und dessen Selbstdarstellung. Hier folgt ein interessanter Kontrast: Trump vor zwei Tagen – Trump vor vier [und mehr] Jahren – Chris, Schnitt Nummer sieben:

Clip-1 Trump vor zwei Tagen (3.1.2026) für Regime-Change [Wechsel] | Quelle: Screenshot Judging Freedom YouTube

Donald Trump: … Wir werden das Land so lange regieren, bis wir einen sicheren, ordnungsgemäßen und vernünftigen Übergang realisieren können!

Clip-2 Trump vor einigen Jahren noch gegen Regime-Change [Wechsel]! | Quelle: Screenshot Judging Freedom YouTube

Donald Trump: … Unsere derzeitige Strategie des Nation Building und des Regimewechsels ist bewiesener Massen ein absoluter Fehlschlag gewesen!

Clip-3 Trump vor einigen Jahren noch gegen Regime-Change [Wechsel]! | Quelle: Screenshot Judging Freedom YouTube

Donald Trump: … Wir werden den Kreislauf [der Politik] des Regimewechsels durchbrechen!

Clip-4 Trump vor einigen Jahren noch gegen Regime-Change [Wechsel]! | Quelle: Screenshot Judging Freedom YouTube    

Donald Trump: … Wir müssen die gescheiterte Politik des Nation Building und des Regimewechsels, welche Hillary Clinton im Irak, in Libyen, Ägypten und Syrien vorangetrieben hat, aufgeben!

Clip-5 Trump vor einigen Jahren noch gegen Regime-Change [Wechsel]! | Quelle: Screenshot Judging Freedom YouTube

Donald Trump: …Regimewechsel bedeutet Chaos!

Clip-6 Trump im Jahr 2019 noch gegen Regime-Change [Wechsel]! | Quelle: Screenshot Judging Freedom YouTube

Donald Trump: … Man hat über die letzten 20 Jahren gesehen, wie das funktioniert hat – das ist nicht besonders gut gelaufen!

Clip-6 Trump im Jahr 2019: Quelle: Screenshot Judging Freedom YouTube

Donald Trump: … kein rücksichtsloser interventionistischer Globalismus mehr!

Clip 8 – Trump some years ago: Quelle: Screenshot Judging Freedom YouTube

Donald Trump: … Wir werden aus dem Nation Building [Staatsaufbau von außen] aussteigen!

Clip 1 Trump vor zwei Tagen (3.1.2026) für Regime-Change [Wechsel] |: Quelle: Screenshot Judging Freedom YouTube

Donald Trump: … Wir werden so lange [in Venezuela] bleiben bis ein ordnungsgemäßer Übergang stattfinden werde!

Judge Napolitano: Körperlich scheint er nur noch ein Schatten seiner selbst zu sein, aber er hat sich um 180 Grad von dem entfernt, was er versprochen hatte, zu tun bzw. niemals zu tun!

Alastair Crooke: Ja, da haben Sie völlig Recht! Das führt dazu, dass die Menschen ihr Kalkül, wie ich schon erwähnt hatte, geändert haben: China, Russland, aber auch im gesamten Nahen Osten.

Ich meine, nicht nur Lateinamerika steht derzeit im Zentrum dieses Feuersturms, mit all diesen Staaten, von denen einige ziemlich fragil erscheinen. Wir wissen, dass insbesondere Außenminister Marco Rubio seit langem Feindseligkeit gegenüber Kuba hegt. Die Wählerschaft in Miami und Florida ist stark gegen Kuba eingestellt und wie ich schon sagte, wurden alle Kubaner bei dieser [Entführung Maduros] getötet:

Insgesamt 32  Leibwächter wurden getötet. Die Stimmung in Venezuela ist fragil. Es gibt wirtschaftliche Interessen, Landbesitzer und große Interessen, die wahrscheinlich jetzt auf der Seite der Vizepräsidentin stehen – der derzeit amtierenden Präsidentin.

Aber es gibt auch eine starke nationalistische Strömung, die entsetzt ist. Ich meine, die Demütigung des venezolanischen Präsidenten. Das scheint demütigend, egal ob man in einem Land für ihn oder gegen ihn wäre. Niemand möchte, dass sein Präsident aus dem Bett gezehrt, abgeführt, um danach in New York vorgeführt und ins Gefängnis geworfen zu werden. Das ist einfach demütigend. Was wird das bewirken? Das gilt es zu abzuwarten.

Judge Napolitano: Ich möchte Ihnen eine Frage zu Präsident Putin und Russland stellen, bevor wir uns ein wenig mit Netanjahus jüngsten Manövern befassen, um Trump für eine Invasion in den Iran zu gewinnen.

Trump sagte letzte Woche, er habe mit Präsident Putin gesprochen, der ihm erzählt habe, dass einer seiner Landsitze am Wochenende von ukrainischen Drohnen angegriffen worden wäre. Trump sagt mittlerweile, Putin hätte ihn belogen. Trump hat zwar das Wort „Lüge” nicht in den Mund genommen. Aber er sagte, dass er nicht mehr an das, was Putin gesagt habe, glaube. Unsere Kollegen in dieser Sendung, Larry Johnson und Scott Ritter, sind aufgrund der Aussagen ihrer Kollegen überzeugt, dass CIA und MI6 dahintersteckten und der Angriff tatsächlich stattgefunden habe. Wie wird sich das auf die Beziehungen zwischen Russland und den Vereinigten Staaten auswirken?

Judge Crooke: Nun, ich muss sagen, dass Ihre Frage am Kern der Sache vorbeigeht. Der Punkt ist nicht, ob Präsident Putin dort war oder nicht und auf ihn direkt gezielt wurde:

Doch auf bzw. unter diesem Gelände dort befinden sich tief angelegt [spezielle] Bunkeranlagen: Es handelt sich um Kommandobunker, von denen aus der russische Präsident einen Atomkrieg zu führen hätte. Die Anlage dient als Kommandozentrale. Ob das nun das Ziel war oder der Landsitz, es befindet sich alles auf dem gleichen Areal und zur exklusiven Verfügung des russischen Präsidenten: Der Bunker ebenso wie die Residenz.

Nun lassen Sie uns das Folgende zusammenfügen:

  • Zunächst einmal den Angriff, ich meine im Juni 2025, auf die strategische Bomberflotte Russlands. Der Angriff mit Drohnen nach einem Muster, wie man es später am 12. Juni bei einem ähnlichen Überraschungsangriff Israels auf den Iran [nochmals] erlebte. Der Angriff erfolgte auf Russlands strategische Bomber, die gemäß Erfordernis aus dem SALT (Strategic Arms Limitation Talks) Vertrag, offen [und sichtbar] auf den Flugplätzen abgestellt waren.
  • Zuvor [im Mai 2024] wurden vier Langstreckenraketen vom Typ ATACM während einer früheren Verhandlungsrunde auf Woronesch abgefeuert. In Woronesch [M-Station] hat Russland seine Frühwarnradarsysteme zur Erfassung über dem Horizont [in der Nähe von Orsk in der Region Orenburg] installiert.

Weder die strategische Bomberflotte noch die Frühwarnradare noch der Kommandobunker in der Anlage in Waldai haben etwas mit den Ereignissen in der Ukraine zu tun:

 All dies hat mit einem Atomkrieg zu tun!

Welche Botschaft hat die CIA damit ausgeendet? Wir wissen es nicht genau: Ich glaube nicht, dass man sich in Moskau darüber zu 100 % einig ist, aber man könnte ggfs. gemeint haben:

„Falls Moskau sich gegen uns – sei es in Bezug auf den Iran, Venezuela oder irgendetwas anderes stellte. Seht her, wie Ihr ausgeschaltet werden könnt: Wir können Eure strategischen Bomber treffen – wir können Eure Radarsysteme treffen und wir können Euer Kommandozentrum treffen. Wir haben Euch gerade eine kleine Kostprobe geliefert, damit ihr das versteht!“

Ich meine, daraus eine sehr beunruhigende Botschaft zu erkennen. Ich denke, die Stimmung in Moskau, welche sich abzeichnet – ich habe das sehr deutlich registriert – besagt, dass die Verhandlungen vom Tisch wären – die scheinen vorbei zu sein. Es ergebe keinen Sinn, mit Trump zu verhandeln, weil er einfach nicht glaubwürdig sei.

Für Moskau ergibt sich vielmehr:

„Wir müssen jetzt einfach unseren Weg ohne Verhandlungen fortsetzen. Wir machen weiter mit dem, was wir in Bezug auf die Ukraine geplant haben und bereiten uns umfassender auf alles, was die Amerikaner vorhaben könnten, vor!“

Man hat bestätigt, denn Artikel in der New York Times in den letzten Tagen haben es deutlich gemacht, dass Trump für Angriffe auf Raffinerien und Schiffe grünes Licht erteilt hätte, um den Druck auf Putin erhöhen zu lassen. Das wurde alles in der New York Times ausgebreitet. Was nun der Zweck war, um dies veröffentlichen zu lassen, ist eine weitere Frage, die nur schwer zu beantworten ist. Dennoch ist es geschehen und niemand hat sich davon distanziert:

Tatsächlich hat man es bestätigt!

Russland hat die Zieldaten-Speicher einer der Drohnen, die in Waldai niedergegangen war, sichergestellt und damit nachgewiesen, welche Telemetriedaten und Details für den Angriff auf Waldai eingegeben worden waren. Es besteht darüber kein Zweifel. Die Russen haben diese Komponente dem US-Verteidigungsattaché in Moskau übergeben und filmen lassen, wie er das Beweisstück entgegennahm. Sie bekamen die Daten ausgehändigt und wissen, was die Russen auch wissen.

Judge Napolitano: Das letzte Thema, welches wir vor den Ereignissen vom Samstagabend noch auf der Agenda hatten: Was ist Netanjahus letzter Köder, um Donald Trump zu bewegen, einem Angriff auf den Iran zuzustimmen?

Alastair Crooke: Nun, ich werde nicht zu sehr ins Detail gehen, denn es ist bereits geschehen und er ist darauf hereingefallen. Die israelische Presse ist sehr deutlich und voll davon:

Trump hat grünes Licht zum Angriff auf den Iran gegeben – Punkt!

Es ist also soweit – es ist geschehen – grünes Licht wurde gegeben. Die israelische Presse lässt keinen Zweifel daran. Sie sind sich ganz sicher, dass dies so steht. Ich weiß nicht, ob dies alles in aller Ausführlichkeit und im Detail so dargelegt wurde, aber wir sehen, dass alle Vorzeichen gegen den Iran auf Krieg stehen. Plötzlich nach bzw. parallel zum Treffen in Mar-a-Lago brachen im Iran Demonstrationen aus und es heißt: „Seht her, der Iran steht kurz vor dem Zusammenbruch. Überall gibt es Demonstrationen!“

Das ist blanker Unsinn: Zum Teil sind es die Mujahedin al-Khalk (MEK, Nationaler Widerstandsrat des Iran) an einer Stelle, zum Teil sind es die Belutschen anderenorts, doch sie sind bewaffnet. Sie erschienen bewaffnet zu diesen Demonstrationen. Das sind keine gewöhnlichen Demonstranten, wenn man die Videos ansieht. Die Videos wurden manipuliert, um den Eindruck zu erwecken, dass die Rückkehr der Pahlavis, des Schahs, angestrebt würde.

Ich meine, das ist einfach nur Fake!

Natürlich gibt es echte wirtschaftliche Not im Iran. Daran besteht kein Zweifel. Woher kommt diese? Der offensichtliche Neu-Beginn einer Regimewechsel-Aktion mit Angriffen auf die Währung – den Rial (IRR). Offensichtlich wird das von Doha aus organisiert, wo es Geld- und Goldhandel gibt. Jedenfalls hat der Iran keine Reserven, um dieser Art von Wirtschaftskrieg entgegenzutreten.

Dazu erscheinen Artikel in der europäischen Presse, die sagen: „Oh, der Iran hat mit Al-Qaida zusammengearbeitet!“ Das ist eine Non sequitur [Fehlschluss], denn Al-Qaida und der Iran sind erbitterte Feinde. Man unterstellt, dass der Iran einen neuen Terroranschlag vom Typ 11. September in Europa und Amerika plane und Schläfer-Zellen habe, die bereit wären, loszuschlagen. Diese Narrative wurden vorbereitet. Das jüngste Stück davon, denn was erfährt man sonst schon vor einem Angriff, findet man in der heutigen hebräischen Presse – dort heißt es:

„Es ist zu spät! Wir hatten eine Frist für die vollständige Entwaffnung der Hisbollah gesetzt. Jetzt werden wir angreifen und haben die Erlaubnis der Amerikaner dazu!“

Natürlich war es immer schon so – das weiß ich seit Jahrzehnten: Einer der wichtigsten Bestandteile eines Angriffs auf den Iran ist, dass gleichzeitig auch der Libanon und die palästinensischen Gebiete angegriffen würden. Damit der Angriff auf den Iran nicht durch andere militärische Aktionen Komplikationen erfährt und sich alles auf den Iran konzentriert.

Es gab eine riesige Logistikbewegung über Europa, zunächst von den Vereinigten Staaten nach Großbritannien und von dort zum Militärstützpunkt in Deutschland und dann weiter nach Israel. Es ist also klar, dass die Vorbereitungen dafür angelaufen sind.

Ich glaube, Pete Hegseth [US-Kriegsminister] sagte dazu, dass Venezolaner Ärger gemacht hätten und nicht taten, was ihnen gesagt wurde. Das passiere bei solchem Verhalten und unter diesem US-Präsidenten. Gleiches gelte für den Iran, falls dieser nicht befolge werde, was die USA erwarte. So viel zum Friedenspräsidenten!

Judge Napolitano: Alastair, vielen Dank! Wir sind von Ihrer Analyse sehr beeindruckt. Das war großartig und wir wissen es sehr zu schätzen, mein lieber Freund! Wenn sich die Dinge weiterhin so schnell entwickeln, müssen wir uns vielleicht noch vor Ende der Woche wieder bei Ihnen melden, sofern Sie Zeit für uns finden. Nochmals vielen Dank, mein lieber Freund!

Alastair Crooke: Vielen Dank!

Übersetzung: UNSER-MITTELEUROPA

Zur Person von Alastair Crooke:
Alastair Crooke ist ehemaliger britischer Diplomat und Gründer des Beirut-basierten Conflicts Forum, spezialisiert auf politische Islam- und Nahost-Themen und Vermittlungsarbeit zwischen Israel und palästinensischen Gruppen. Alastair Crooke war auch für MI6 und die EU tätig. Er ist Autor des Buches „Resistance: The Essence of the Islamist Revolution“
Britischer Geheimdienst (MI6): Alastair Crooke diente fast 30 Jahre unter diplomatischem Deckmantel bei MI6 in verschiedenen Regionen.
EU-Diplomatie: Alastair Crooke war Sicherheitsberater für den EU-Außenbeauftragten Javier Solana und half bei der Aushandlung von Feuerwaffenstillständen zwischen 2002-2003.
Konfliktvermittlung: Beteiligt an der Beendigung von Belagerungen, wie der von Yasser Arafats Compound in Ramallah, und Mitglied der Mitchell-Kommission zur Intifada.
Conflicts Forum: Alastair Crooke gründete das Forum, um den Dialog zwischen politischem Islam und dem Westen zu fördern.
Kommentator: Regelmäßiger Kommentator in internationalen Medien zu geopolitischen Fragen.

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  • Zum Original-Video auf Englisch von „Judging Freedom“ mit Alastair Crooke: HIER
  • Mehr zum Terror-Drohnen-Angriff auf Putin-Landsitz: HIER 
  • Mehr zur Übergabe der Beweisstücke an den US-Militär Attaché in Moskau: HIER 



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