Wie der Plakatentwurf an die Öffentlichkeit gelangte, ist unklar. Denn offiziell herausgegeben war die Einladung zu einer Podiumsveranstaltung des Arbeitskreises für Auswärtige Angelegenheiten der AfD-Bundestagsfraktion offenbar noch nicht. Zu vermuten ist, dass ein Mitarbeiter oder AfD-Abgeordneter eine intern zirkulierende Einladung an das Wochenblatt Junge Freiheit (JF) durchgestochen hat.

JF-Social-Media-Redakteur Vadim Derksen veröffentlichte die Einladung als Kachel am Freitagmittag auf seinem X-Account und kommentierte dazu: „Liebe AfD, könnt ihr nicht die Podiumsdiskussion absagen, bevor ihr euch ganz blamiert?“ Eine lebhafte Diskussion unter dem Post war die Folge, an der sich auch AfD-Bundestagsabgeordnete wie Rainer Kraft und Stefan Möller beteiligten.

Den Informationen auf der Kachel zufolge ist am 4. November 2026 um 18 Uhr im zum Bundestag gehörigen Jakob-Kaiser-Haus eine Podiumsdiskussion mit hochkarätiger Besetzung geplant. Als Gäste eingeladen sind neben der früheren Selenskij-Sprecherin Julia Mendel der ukrainische Botschafter Alexei Makejew, der AfD-EU-Abgeordnete Hans Neuhoff, Partei- und Fraktionschef Tino Chrupalla sowie der außenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion Markus Frohnmaier.

Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Die Schweiz des Ostens. Vision einer friedlichen Ukraine.“ Zu sehen ist eine ukrainische Flagge mit einem idyllischen Bild im Hintergrund: Eine von der Morgenröte beleuchtete Landschaft mit Sonnenblumen. Offensichtlich sieht die einladende AfD-Fraktion in einem neutralen Status der Ukraine einen Weg in eine friedlichere Zukunft des Landes.

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Der frühere Springer-Journalist und jetzige Medienstratege für einen deutsch-ukrainischen Drohnen-Produzenten Julian Röpcke postete die Einladung ebenfalls. Offenbar hatte er sich bereits mit dem ukrainischen Botschafter Makejew abgesprochen, denn er schrieb:

„Was für eine miese Dreistigkeit der AfD im Bundestag. Zur geplanten Lügen-Show mit einer von der Ukraine sanktionierten Propagandistin laden die Russland-Freunde Frohnmaier und Co. zynischerweise auch den ukrainischen Botschafter ein. Der ignoriert die schlechte Witz-Einladung natürlich, was die AfD jedoch nicht davon abhält, ihn als geladenen ‚Teilnehmer‘ auf das Poster zur Veranstaltung zu schreiben. Ein weiterer hybrider Angriff auf Botschafter Makejew und die Ukraine, initiiert von Putins 5. Kolonne in Deutschland.“ Wenig später verkündete Botschafter Makejew sein Fernbleiben.

Offen bleibt noch, ob Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) den Weg der Leitung des EU-Parlaments gehen wird und der Selenskij-Kritikerin Julia Mendel den Zutritt zu den Bundestagsliegenschaften verweigert. Am 16. September 2026 hatte ihr der Sicherheitsdienst das Betreten des Straßburger Parlamentsgebäudes nicht erlaubt.

Dabei hätte Mendel bei der vom AfD-EU-Abgeordneten Neuhoff initiierten Veranstaltung „Frieden wagen – Diplomatie statt Eskalation“ als Hauptrednerin fungieren sollen. So blieb der vom Selenskij-Regime wenige Tage zuvor sanktionierten Mendel nur die Möglichkeit einer Zuschaltung per Video.

Mittlerweile war der Skandal um die Zutrittsverweigerung Gegenstand einer Anfrage des EU-Abgeordneten Fabio De Masi vom BSW. Die Antwort der EU-Kommission deutet laut Mendel darauf hin, dass es sich um eine persönliche Entscheidung der EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola auf Verlangen des ukrainischen Machthabers Wladimir Selenskij gehandelt hat.

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