2011 wurden 45,7 Millionen Euro Kindergeld ins Ausland überwiesen, im vergangenen Jahr waren es 528 Millionen, wie aus einer Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine Anfrage des BSW hervorgeht, die der Bild-Zeitung vorliegt. Insgesamt erhielten im vergangenen Jahr 291.292 Kinder und Jugendliche im Ausland die staatliche Leistung.
Die Zahlungen von Kindergeld ins Ausland haben sich zwischen 2011 und 2025 um mehr als 1.000 Prozent erhöht.
Im selben Zeitraum vergrößerte sich zwar auch die Zahl der im Ausland lebenden Kinder, die deutsches Kindergeld erhalten – jedoch deutlich geringer als die Summe der Zahlungen. 2011 erhielten 103.559 Minderjährige mit ausländischem Wohnsitz Kindergeld aus der Bundesrepublik, 2025 waren es 291.292. Das entspricht einer Steigerung von 181,3 Prozent.
Deutscher Staat lässt sich ausnehmen wie eine Weihnachtsgans
Die größte Gruppe unter ausländischen Kindergeldempfängern stellten 2025 Polen mit 112.384 Kindern und Jugendlichen. 33.872 der leistungsberechtigten Minderjährigen lebten in Tschechien, 32.495 in Polen. Auch 36.727 Kinder von deutschen Staatsbürgern, die im Ausland leben, erhielten 2025 Kindergeldzahlungen. Eine Dokumentation des MDR über rumänische Kindergeldempfänger hatte zuletzt für weitreichende Empörung gesorgt.
BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht zeigte sich mit Blick auf diese Zahlen empört und sagte der Bild-Zeitung, der deutsche Staat lasse sich „ausnehmen wie eine Weihnachtsgans“. Während viele Menschen etwa in Bitterfeld auf die Tafel angewiesen seien, werde „nach Bukarest das Steuergeld überwiesen“, kritisierte Wagenknecht. „Kindergeld für Kinder, die gar nicht in Deutschland leben, darf es nicht länger geben“, forderte die 57jährige.
EU-Ausländer haben ein Anrecht auf deutsches Kindergeld, wenn mindestens ein Elternteil in Deutschland lebt und arbeitet. In Ausnahmefällen erhalten jedoch auch arbeitslose Ausländer diese Leistung.
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