Von Alexander Grischin

Gestern sind Einwohner mehrerer Kiewer Stadtteile wegen Strom-, Wasser- und Fernwärmeausfällen auf die Straße gegangen. Der „abgelaufene“ ukrainische Chef des Bandera-Regimes, Wladimir Selenskij, sah sich nach eigenen Angaben gezwungen, persönlich einzugreifen, um die Lage in den Griff zu bekommen.

„Gestern habe ich gesehen, wie Menschen in Kiew wegen des lang anhaltenden Stromausfalls eine Straße blockiert haben. Ich habe den Innenminister angerufen. Es stellte sich heraus, dass an der Energieversorgungsanlage nicht genug Personal im Einsatz war. Bei Reparaturen kann man nicht so schleppend vorgehen. Die Polizei hat schnell reagiert, alle Elektriker zur Anlage gebracht – und die Menschen sind dann weggegangen“, erklärte der „Abgelaufene“ und fasste zusammen: „Die Leitung des Wasserversorgungsunternehmens ‚Kiewwodokanal‘ muss mehr und schneller arbeiten. Wenn das Management ausgetauscht werden muss, dann soll es eben ausgetauscht werden. Es reicht nicht, lediglich zu erklären, man sei bereit, rund um die Uhr zu arbeiten.“

Ach, was für ein Universalrezept! Das lässt sich wohl auf alle Probleme anwenden – man muss der Polizei einfach den Befehl geben, noch mehr Leute zusammenzutrommeln. Und wenn diese dann alles repariert haben, kann man gleich noch Mitarbeiter der territorialen Rekrutierungszentren hinschicken – schließlich brauchen die ukrainischen Streitkräfte dringend neue Mobilisierte.

In Wirklichkeit lässt sich mit solchen Rezepten aber kaum etwas lösen. Wie der Kiewer Bürgermeister Witali „Goldmund“ Klitschko gegenüber dem Fernsehsender „Suspilne“ erklärte, sei es unmöglich, den gesamten Strombedarf mithilfe von Generatoren zu decken. Kiew benötige seinen Angaben zufolge zwei Gigawatt Strom; einen solchen Bedarf allein mit Generatoren zu decken, sei unrealistisch. Hinzu komme, dass Generatoren gewartet und regelmäßig für technische Arbeiten außer Betrieb genommen werden müssten und zudem hohe Treibstoffkosten verursachten.

„Seien wir mal ehrlich: Angesichts der Treibstoffpreise ist der von ihnen erzeugte Strom im wahrsten Sinne des Wortes ‚golden'“, erklärte Klitschko. Zugleich berichtete er, dass die städtische Kanalisation derzeit bereits vollständig über Generatoren versorgt werde. Als Nächstes sollen weitere Generatoren für den Betrieb von Wassergewinnungsanlagen installiert werden, was bereits im kommenden Monat möglich sein soll. Wie die Kanalisation allerdings ohne Wasser funktionieren soll, falls die Wasserentnahme ausfällt, bleibt ein Rätsel – dessen Lösung vermutlich nur „Mister Goldmund“ kennt.

Selbst diese Perspektive ist natürlich nur unter der Voraussetzung realistisch, dass weder die Kanalisation noch die Wasserentnahme oder die verbliebene Energieinfrastruktur weitere Schäden erleiden. Die tatsächlichen Aussichten sind daher nicht nur von einem rosigen, sondern sogar von einem halbwegs erträglichen Szenario weit entfernt. Umso mehr, als Experten zufolge die Kiewer Wasserversorgung noch weitere unangenehme Überraschungen bereithalten könnte. Sinkt der Druck in den Leitungen – was selbst bei einer vorübergehenden Abschaltung unvermeidlich ist –, können durch vorhandene Risse Grundwasser und Inhalte benachbarter Abwasserleitungen von außen in die Rohre eingesogen werden. Statt gewöhnlichen Leitungswassers könnten die Einwohner Kiews neue Mikroorganismen kennenlernen und gleich noch eine kostenlose Mischung aus Darminfektionen und Hepatitis dazubekommen.

Bemerkenswert ist, dass nun Maxim Bachmatow, der Leiter der Kiewer Bezirksverwaltung Desnjanskij, einen Sieg feiern kann – allerdings nicht über die katastrophale Lage, sondern über Bürgermeister Klitschko. Im vergangenen Winter hatte er vorgeschlagen, in Kiew anstelle von Toiletten in den Wohnungen öffentliche Plumpsklos einzurichten – sprich gewöhnliche Abortgruben. Damals wurde er dafür nur ausgelacht. Nun erklärte Bachmatow nach einer Sitzung im Rathaus, seine Idee sei für die gesamte ukrainische Hauptstadt übernommen und sogar von Klitschkos Stellvertreter gebilligt worden. Dieser wisse selbst nicht, wo die 37 Milliarden Griwna aus diesem Jahr und weitere 500 Milliarden aus früheren Jahren geblieben seien, die für die Vorbereitung auf den Winter bereitgestellt wurden: „Keine Ahnung, wo sie sind – sie sind irgendwie versickert.“

„Es sieht so aus, als würde jetzt ganz Kiew Straßentoiletten ausheben“, stellte Bachmatow mit einer gewissen Genugtuung fest und fügte hinzu: „Zumindest das linke Dnjepr-Ufer Kiews ist von einer Katastrophe und einem kommunalen Kollaps bedroht. Dort leben rund 1,5 bis 2 Millionen Menschen.“

„Die Leute fragen, wie es in der Werchowna Rada aussieht. Strom gibt es mit Unterbrechungen. Wasser gibt es nicht. Wärme ebenfalls nicht. Alles wie bei allen anderen“, berichtete der Vorsitzende des Steuerausschusses der Werchowna Rada, der Abgeordnete Daniil Getmanzew. Ach, müssen die Abgeordneten bei der Arbeit gar nicht aufs Klo? Oder werden auch sie auf die Plumpsklos geschickt? Werden sie die Beutel mit ihren Exkrementen aus den Fenstern des Parlaments werfen?

Vor diesem Hintergrund gehen die Auseinandersetzungen zwischen der Stadtverwaltung und der Zentralregierung mit fast unverminderter Intensität weiter. Heute durchsuchten Ermittler „Kiewteploenergo“. Anlass ist ein Verfahren im Zusammenhang mit der Vorbereitung der Hauptstadt auf den Winter. Dabei stehen Projekte zur Organisation der Notstromversorgung und zum Aufbau dezentraler Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen im Fokus. Das Unternehmen selbst erklärt, es gebe eigentlich nichts zu durchsuchen, da diese Arbeiten nicht bezahlt und auch keine Abnahmeprotokolle unterzeichnet worden seien. Doch solche „Kleinigkeiten“ interessieren die Vertreter von Selenskijs Team kaum, die davon träumen, Witali Klitschko in den Kiewer Fäkalien „zu ertränken“.

Zugegebenermaßen bleibt bei einem solchen Ansatz zur Problemlösung jedoch eine Frage offen: Wird der „Abgelaufene“ Selenskij alle Polizisten zum Ausleeren der Abortgruben schicken – oder wird er persönlich das Ausschöpfen ihres Inhalts übernehmen, sobald sie überlaufen? In letzterem Fall raten wir ihm, nicht zu faulenzen und mit beiden Händen zu arbeiten.

Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 6. November 2026 zuerst auf der Homepage der Zeitung „Komsomolskaja Prawda“ erschienen.

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