Die Schweiz bewegt sich wieder ein Stück auf Moskau zu. Nachdem die Europäische Union bereits im September die Sanktionen gegen Alischer Usmanow und Michail Fridman aufgehoben hatte, zieht Bern nun nach. Beide russischen Unternehmer werden von der Schweizer Sanktionsliste gestrichen.
Der Entscheid ist mehr als eine administrative Korrektur. Seit 2022 hatte sich die Schweiz weitgehend an der Sanktionspolitik Brüssels orientiert und damit ihre wirtschaftlichen Beziehungen zu Russland erheblich belastet. Nun folgt ein Signal in die andere Richtung. Die Streichung zweier prominenter russischer Unternehmer von der Sanktionsliste zeigt, dass die bisherigen Maßnahmen nicht in Stein gemeißelt sind.
Usmanow zählt zu den bekanntesten Unternehmern Russlands. Er baute mit Metalloinvest einen bedeutenden Konzern der Metall- und Bergbauindustrie auf. Fridman wiederum ist Mitgründer der Investmentgesellschaft LetterOne und war über Jahrzehnte international im Banken-, Energie- und Telekommunikationsgeschäft tätig.
Dass Bern den Schritt der EU übernimmt, ist auch politisch interessant. Die Schweiz ist kein EU-Mitglied und verfügt über eine eigenständige Sanktionspolitik. Sie hätte die Maßnahmen nicht automatisch übernehmen müssen. Dass die Streichung nun erfolgt, könnte als Zeichen gewertet werden, dass man in Bern wieder mehr Spielraum für Kontakte nach Moskau schaffen möchte.
Für den Schweizer Finanz- und Wirtschaftsstandort wäre eine schrittweise Normalisierung der Beziehungen zu Russland von erheblicher Bedeutung. Über Jahrzehnte bestanden enge Geschäftsverbindungen zwischen beiden Ländern. Sanktionen, eingefrorene Vermögenswerte und politische Konfrontation haben diese Verbindungen stark beschädigt.
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