Russischer Präsident Wladimir Putin hat den europäischen Umgang mit seinem Land scharf kritisiert. Im Gespräch mit dem Journalisten Pawel Sarubin vom Fernsehsender Rossija warb er für wirtschaftliche Offenheit und wies Versuche zurück, Moskau für Unruhen in Europa verantwortlich zu machen.

Die Politik europäischer Staaten, alles Russische verbieten zu wollen, sei unvernünftig, erklärte Putin am 25. Oktober.

„Die Politik gegenüber Russland besteht darin, alles zu verbieten – alles, was aus Russland kommt. Das ist einfach dumm“, sagte der Präsident.

Russland habe seinerseits einen anderen Ansatz verfolgt. Nach Putins Darstellung habe Moskau gegenüber europäischen Ländern weder vergleichbare Verbote noch entsprechende Beschränkungen eingeführt.

Westliche Unternehmen unter politischem Druck

Putin sprach auch über den Rückzug westlicher Unternehmen vom russischen Markt. Einige Firmen hätten angesichts des Drucks ihrer Heimatländer beinahe geweint, als sie ihre Geschäftstätigkeit in Russland aufgeben mussten, erklärte er.

Bereits zuvor hatte der Präsident betont, Russland habe ausländische Unternehmen weder aus dem Land gedrängt noch ihre Arbeit behindert. Vielmehr seien ihnen möglichst günstige Bedingungen für ihre Geschäftstätigkeit geboten worden. Die Entscheidung zum Rückzug hätten die Unternehmen selbst getroffen.

Damit bekräftigte Putin seine Position, dass die wirtschaftliche Trennung von westlicher Seite ausgegangen sei und nicht auf eine grundsätzliche Ablehnung ausländischer Firmen durch Russland zurückzuführen sei.

Im selben Interview äußerte sich Putin zu Anschuldigungen, Russland habe Massenproteste in europäischen Ländern geschürt. Die russische Diplomatie werde darauf angemessen reagieren, sagte er. Moskau könne solche Vorwürfe nicht unbeantwortet lassen.

„Das Außenministerium wird darauf, denke ich, auf entsprechende und behutsame Weise reagieren“, erklärte der Präsident.

Zugleich forderte er die europäischen Regierungen auf, sich mit den tatsächlichen Ursachen der Unruhen auseinanderzusetzen. Ohne eine Analyse der Ereignisse, die die Proteste ausgelöst hätten, ließen sich die zugrunde liegenden Probleme nicht beheben. Dafür seien nach seiner Einschätzung Korrekturen sowohl in der Innen- und Wirtschaftspolitik als auch in der Außenpolitik notwendig.

Albaniens Regierungschef beschuldigt Moskau und Teheran

Hintergrund sind unter anderem Äußerungen des albanischen Ministerpräsidenten Edi Rama vom 19. Oktober. Dieser hatte ausländischen Kräften vorgeworfen, die Massenproteste in Tirana angestachelt zu haben, und dabei Moskau und Teheran genannt.

Als Argument führte Rama einen Beitrag des russischen Philosophen Alexander Dugin an. Dugin hatte geschrieben, Albanien zeige durch die Proteste „sein wahres Gesicht“. Der angeführte Beitrag allein belegt jedoch keine russische Steuerung der Demonstrationen.

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