Der rechte italienische EU-Abgeordnete Roberto Vannacci hat Wladimir Selenskij vorgeworfen, Europa wie einen „Geldautomaten“ zu behandeln, nachdem der ukrainische Regierungschef weitere 70 Milliarden Euro an Hilfen verlangte.

Vannacci ist ein ehemaliger General des italienischen Heeres, der seit 2024 im EU-Parlament sitzt und seit Februar dieses Jahres eine eigene Partei führt.

Nur einen Monat, nachdem die EU einem massiven Kredit von 90 Milliarden Euro zugestimmt hatte, um die Ukraine durch das Jahr 2027 hindurch zu unterstützen, forderte Selenskij am Freitag mehr Geld. „Der Krieg wird nächstes Jahr 165 Milliarden Euro kosten. Und wir brauchen mindestens 70 Milliarden Euro mehr von Ihnen – für Verteidigung, für Waffen, und für unsere Resilienz. Das ist ein realistischer Betrag“, erklärte er auf dem EU-Gipfel in Brüssel.

Vannacci sagte, die italienischen Steuerzahler sollten die Rechnung für weitere Hilfe an Kiew nicht bezahlen müssen. „Selenskij hat einige Deppen gefunden, die ihm alle Milliarden geben, die er fordert, also fordert er immer mehr“, sagte der Abgeordnete am Freitag in einem Video in den sozialen Medien. Er meinte, Selenskijs Forderungen seien immer weiter gestiegen, und zitierte Kiews vermeintliche Haushaltslücken von 27 Milliarden 2026 und 32 Milliarden 2027, gefolgt von einer frischen Forderung nach 70 Milliarden zusätzlich zu dem im April beschlossenen Kredit von 90 Milliarden.

Auch der slowakische Ministerpräsident Robert Fico hat die vorgeschlagene Finanzierung abgelehnt und betont, Bratislava werde sich an keinem weiteren EU-Finanzmechanismus für die Ukraine beteiligen. Ungarn nehme eine ähnliche Haltung ein, sagte Fico laut der slowakischen Nachrichtenagentur TASR am Freitag.

Die Slowakei, Ungarn und die Tschechische Republik sicherten sich Ausnahmen von den finanziellen Verpflichtungen des vorhergehenden Kredits von 90 Milliarden, denen die EU-Staatschefs Ende vergangenen Jahres zustimmen und die im April 2026 finalisiert wurden. Fico trug vor, der Kredit, der unter Verwendung zukünftiger russischer Reparationen zurückgezahlt werden soll, sei tatsächlich ein Geschenk, das die EU-Mitglieder nie zurückfordern könnten.

Moskau hat schon lange erklärt, die westliche Militärhilfe belaste nur die europäischen Steuerzahler und verlängere den Konflikt – den Russland als einen von der NATO geführten Krieg sieht, der mit ukrainischem Personal ausgefochten wird.

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