Im Jahr 1971 wurde die Bindung des U.S.-Dollar an Gold aufgehoben: Das Defizit der U.S-Leistungsbilanz spielte von da an keine Rolle mehr. Das ließ den militärisch-industriellen U.S.-Komplex jubeln und weiter expandieren.
Ryan Perkins über das Ende des goldenen Zeitalters und die Geburt des Petro-Dollars als ein Bretton-Woods 2.0 – Teil 4c
Die Ankündigung erfolgte von Camp David aus nach Wochenendgesprächen mit John Connally, Arthur Burns, George Shultz und Paul Volcker und setzte die Konvertibilität des Dollars in Gold zum Kurs von 35 Dollar pro Unze sofort außer Kraft. [6] Dies wurde als vorübergehende Maßnahme dargestellt, sollte jedoch von dauerhaften Bestand bleiben: Das Bretton-Woods-System fester Wechselkurse, welches an einen goldgedeckten Dollar gekoppelt war, war zugleich für tot erklärt. An seine Stelle sollte ein System reiner Fiat-Währung treten, …
… deren Nachfrage von nun an politisch und militärisch gesteuert werden konnte!
Das Geniale an diesem Wechsel war, dass jener die größte [vormalige] Belastung des Systems augenblicklich in dessen neues Fundament verwandeln konnte. Wie Michael Hudson, der sich auf seine Tätigkeit als Zahlungsbilanzanalyst bei Chase Manhattan berufen konnte, in seinem Buch, Super-Imperialism [siehe Insert Titelbild], aufzeigte, deckte das Zahlungsbilanzdefizit der USA ab 1950 überwiegend militärischer Aufwendungen ab [7], wie insbesondere für:
- den Koreakrieg!
- die Finanzierung des französischen Krieges in Indochina!
- die militärischen U.S.-Verpflichtungen Vietnam und Laos, die zum Vietnamkrieg führten!
Dazu kamen die stehenden U.S.-Heere in Europa und Japan, welche die Welt mit U.S.-Dollar, die ausländische Zentralbanken nicht mehr gegen Gold einlösen konnten, fluteten.
Doch die Zentralbanken brauchten nach wie vor einen sicheren Ort, um ihre Dollar-Guthaben anzulegen. Aus Gründen treuhänderischer Räson konnten sie weder US-Industrieunternehmen aufkaufen noch rücksichtslos einfach darauf los spekulieren: Zentralbanken sind keine Risikokapitalgeber! Die von ihnen verwalteten Dollar stellen nationale Reserven dar: Die obersten Anforderungen dafür lauten auf Sicherheit und Liquidität, doch nicht sich den Risken von Aktienanteilen oder politischem Druck hinsichtlich ausländischer Beteiligungen an amerikanischen Vermögenswerten einzuhandeln. Mit der vormaligen Bindung an Gold als physischem Anker war der Dollar „so gut wie Gold“, gerade weil es Gold war – zu 35 Dollar pro Unze – gewesen:
Eine Umleitung dieser Reserven in spekulative Kanäle würde dem institutionellen Zweck der Bestände selbst zuwiderlaufen!
Im neuen System schienen US-Staatsanleihen die einzige sichere und liquide Anlageform. Auf diese Weise würde jedoch das Defizit, das die Goldbindung mathematisch unhaltbar gemacht hatte, selbstfinanzierend werden: Dollars, welche die USA im Ausland zur Sicherung ihres Imperiums verauslagten, sammelten sich in ausländischen Zentralbanken an,…
… doch flossen sie durch besagten Kauf von Staatsanleihen wieder zurück in die U.S.-Staatskasse!
Das Zahlungsbilanzdefizit stellte keine fiskalische Einschränkung mehr dar: Es schuf vielmehr einen Kreislauf, der den inländischen Haushalt finanzierte. Doch das geschah im hohen Masse über [Transaktion für] den militärisch-industriellen Komplex.
Trotzdem benötigte das neue System einen [neuen] strukturellen Anker – etwas, das den Erwerb von Dollar ohne Gold noch rechtfertigen konnte: Dafür hatte das [neue] System hatte eine strukturelle Nachfrage nach der US-Währung zu schaffen:
Und die Antwort darauf lautete: Öl!
Im Zuge der Ölkrise von 1973 handelten zwei Beamte des US-Finanzministeriums in Dschidda, William Simon und Gerry Parsky – mit Henry Kissinger im Hintergrund – die Vereinbarung von 1974 mit Saudi-Arabien aus. [8] Die daraus resultierende Vereinbarung wurde nicht festgeschrieben, war aber bindend:
Riad würde sein Öl nur gegen Dollar verkaufen und die daraus resultierenden Überschüsse in US-Staatsanleihen reinvestieren!
Im Gegenzug würden die USA die Sicherheit Saudi-Arabiens und Schutz des Regimes – insbesondere das des Hauses Saud – durch militärischen Schutz und moderne Waffen garantieren. [9] Bis 1975 hatte sich OPEC insgesamt dem neuen Dollar-Preissystem verpflichtet [10]:
Damit war der Petrodollar bzw. ein Bretton Woods 2.0 geboren!
Gold gab es nicht mehr; an seine Stelle trat die folgende dreifache Absicherung:
- Universelle Rohstoffpreisgestaltung: Der weltweit unverzichtbarste Rohstoff, Öl, war nur noch in Dollar erhältlich, wodurch fast jede Nation gezwungen war, Dollarreserven vorzuhalten!
- Reinvestitionen [in die USA] von: Exportüberschüsse aus Saudi-Arabien und später aus der gesamten Golfregion wurden in US-Staatsanleihen reinvestiert und finanzierten damit die Militärausgaben, welche den Goldstandard ursprünglich destabilisiert hatten!
- Militärische Durchsetzung: Die USA würden die Sicherheit der Ölstaaten, welche diese zirkuläre Vereinbarung ermöglichten, militärisch garantieren bzw. sie bei Bedarf mit Waffengewalt verteidigen.
Das Smithsonian-Abkommen vom Dezember 1971, das einen Kurs von 38 Dollar pro Unze und breitere Wechselkursbänder vorgeschlagen hatte, war damit gescheitert. [11] Bis März 1973 hatten die großen Volkswirtschaften ihre Wechselkurse freigeben lassen. [12] Die Jamaika-Abkommen von 1976 bestätigten und formalisierten lediglich diese neue Realität. [13] Doch der Dollar verlor seinen Status als Reservewährung nicht: Er tauschte lediglich seine Goldanbindung gegen eine geopolitische Bindung ein. Das „exorbitante Privileg“ des Reservewährungsstatus hing nicht mehr von Amerikas Goldreserven ab:
Es handelt sich inzwischen schlichtweg um eine Rente, die aus der Energiebasis der Weltwirtschaft abgeschöpft wird!
Das alte System war unter der Last der Militärausgaben zusammengebrochen – das neue basierte auf militärischen Sicherheitsgarantien für Golfstaaten, welche inzwischen das gesamte Gebilde stützten. Genau das, was Bretton Woods 1.0 zum Scheitern gebracht hatte – die Kosten des Imperiums – war nunmehr zur tragenden Säule von Bretton Woods 2.0 gemacht worden. Indem der Reservewährungsstatus des Dollars an den physischen Schutz der Ölstaaten geknüpft wurde, sicherte das System nicht nur die zur Finanzierung der Militärausgaben notwendigen Kredite ab: Es machte das System strukturell abhängig …
…vom kontinuierlichen Einsatz – oder zumindest von der glaubhaften Androhung – kinetischer [militärischer] Gewalt!
Der militärisch-industrielle Komplex war nun nicht mehr länger eine parasitäre Belastung für die Staatskasse:
Militärische Gewalt – und damit auch die Ausgaben dafür – war nun als zentrale Säule in der Weltwirtschaft verankert worden!
Doch die Aufhebung der Goldbindung des Dollars bewirkte mehr als nur eine Änderung der Währungsdeckung. Sie verlagerte den Schwerpunkt der Währung grundlegend und änderte damit seine Richtung. Eine goldgedeckte Währung – oder überhaupt eine Währung, die durch etwas von Natur aus Reales gedeckt wäre – ist grundsätzlich in der Realität verankert. Ihre Glaubwürdigkeit hängt von einer endlichen Menge an gelagertem Metall, von Handelsbilanzen oder von den realen Grenzen an Gewinnung oder Produktion ab. Sobald die führende Reservewährung – der Anker des gesamten Systems unter Bretton Woods – zu reiner Fiat-Währung verkam, gestützt durch Staatsschulden und die Macht des Pentagons, musste ihr Wert nicht mehr erwirtschaftet werden, um geschaffen zu werden:
Besagter Wert muss lediglich verbucht werden!
Die Währung hat keine Außenwelt, sprich keine externe Kontrolle durch die Realität mehr.
Das entspricht einer finanziellen Revolution, bei der reines Fiat-Geld in den Kern eines globalen Handelssystems eingebettet wird. Diese hebt die Grenze zwischen Geld und Kredit auf. Solange das System an Gold gebunden war, führte eine überzogene Ausgabenpolitik schließlich zur Erschöpfung der Reserven. Wird die Währung hingegen ständig über Öl und Staatsanleihen recycelt, zieht das Defizit keine Ausgabebeschränkung mehr nach sich. Es stellt dann lediglich nur ein buchhalterisches Instrument dar. Sowie der Staat Liquidität schaffen kann, ohne einen entsprechenden Wert, der diese Liquidität stützt, zu produzieren – sprich ohne etwas abzubauen, anzubauen, herzustellen oder zu transportieren – hört das Kapital einfach auf, nach produktiven Investitionsmöglichkeiten zu suchen. Stattdessen beginnt es, sich von der Gesellschaft und schließlich von sich selbst zu nähren:
Von Krediten gegen Kredite, von Derivaten auf Derivate, von Forderungen auf Forderungen!
Die Finanzialisierung setzt sich durch, weil der Wachstumsmotor des Systems nicht mehr die Herstellung von Gütern erforderlich machte, …
…sondern die Monetarisierung von Zukunftsaussichten. Nachdem Gold weg war, gab es keine externe Disziplin mehr!
Das Zahlungsbilanzdefizit musste nicht mehr ausgeglichen werden: Es musste lediglich finanziert werden. Und da die Welt nach wie vor Dollar brauchte, um Öl zu kaufen, finanzierte sie es. Der Kreislauf – im Ausland auszugeben, über Staatsanleihen wieder in den Kreislauf zurückzuführen – finanzierte nicht nur das Imperium. Er verwandelte die gesamte Weltwirtschaft in eine [globale] Bilanz. Stahlwerke und landwirtschaftliche Betriebe waren keine Vermögenswerte mehr: Sie wurden durch Wertpapiere, Swaps, Staatsanleihen und hypothekenbesicherte Wertpapiere ersetzt. Die „reale“ Wirtschaft mutierte zur Sicherheit für die Finanzwirtschaft:
So kehrte Bretton Woods 2.0 das System nach innen!
Unter dem Goldstandard war die grundlegende Prämisse des Systems, dass die Welt endlich sei und Macht dadurch begrenzt werden müsse. In einem reinen Fiat-System wird das Versprechen des Staates zur Welt und die Macht daraus lässt sich konstruieren. Sobald dieses Versprechen durch Ölpreise und militärische Durchsetzung abgesichert ist, muss die Maschine keine Dinge mehr produzieren, um Gewinne zu erwirtschaften:
Das Einzige, was sie zu produzieren hat, das sind Schulden!
So begann nicht nur das das Zeitalter des Papiers – es begann, die Zukunft zu verschlingen!
Doch die Konsumation der Zukunft hat ihren Preis. All diese Ansprüche auf das Morgen – die Anleihen, die Derivate, die hypothekenbesicherten Wertpapiere, die Pensionsfonds, die Staatsschulden – werden letztendlich zu Ansprüchen auf reale Vermögenswerte. Irgendwann muss das Papier in der realen Welt ausgegeben werden. Es muss Stahl, Weizen, Arbeitskraft und Land beschaffen. Es steht für die Renten realer Menschen, realer Gehälter, realer Privatjets, reale Strandimmobilien, reale Weltraumflüge für Milliardärs-Freunde. Die Fiktion funktioniert nur so lange, wie noch etwas Reales übrigblieb, um diese zu stillen. So erfordert dieses reine Fiat-System, das auf Versprechen gegenüber einer Zukunft basiert, die nicht eintreten muss, in regelmäßigen Abständen einen brutalen Akt der Verwertung:
Es muss die Vermögenswerte beschlagnahmen, die notwendig wären, um seine Forderungen einzulösen!
Es muss irgendwo echte Werte finden – in der physischen Welt, im öffentlichen Raum, in unbelasteten Bilanzen – um die sich ständig beschleunigende Umlaufgeschwindigkeit des Papiers anzutreiben.
Das ist der Kern der neoliberalen Konterrevolution: Die Finanzialisierung ist der Motor, der einen gezielten Klassenkampf in Form des Neoliberalismus antreibt. Sie ist ein Glied in einer Kette der Ausbeutung, die unerbittlich ist. Denn die Begleichung dieser Forderungen beginnt mit der Plünderung der Wertreserven, wie vor allem von:
- öffentlichem Gemeingut!
- Infrastruktur und Versorgungsunternehmen!
- dem über Generationen aufgebauten sozialen Wohnungsbau!
[Anmerkung der Redaktion: Derartige Raubzüge für Plünderungen öffentlichen Vermögens wurden knapp nach dem Fall des Eisernen Vorhanges in speziell deutschsprachigen Ländern dank der atlantisch gesteuerten Monopol- Einheits- & Kartellpresse zum „Modetrend der Gemeinden“ hochgeframt: Während man die Bevölkerungen mit atlantischen Märchengeschichten, wie z.B. vom „Das Ende der Geschichte“ und Segnungen des Neo-Liberalismus konditionierte, um sie im Anschuss umso leichter über den Tisch und am Nasenring durch die Manege zu ziehen. Darüber wird inzwischen nur noch der Mantel der heimischen Camorra gebreitet:
- Praktisches Beispiel Nr. 1: Cross-Border-Leasing (CBL) in BRD, AUT & CH
Unter CBL versteht man grenzüberschreitende Leasinggeschäfte – meist nach dem Sale-and-Lease-Back-Prinzip – die vor allem in den 1990er-Jahren bzw. rund um die Jahrtausendwende in deutschsprachigen Ländern einen wahren Boom erlebten. Dazu kam, dass CBL-Geschäfte nicht der Bankenaufsicht unterlagen, was die damit verfolgten Betrügereien noch einmal mehr so viel leichter machte.
Die CBL-Plünderungen liefen folgten folgendem Prinzip und Trickkiste:
- Verkauf & Rückmietung: Eine Kommune oder ein Unternehmen verkauft langfristig – oft über 50 bis 100 Jahre – Teile ihrer Infrastruktur – wie Kanalisationen, Kläranlagen, Straßenbahnen, Schienennetze oder Schulen – an US-amerikanische Investoren oder Trusts, doch mietete diese Güter sofort wieder zurück.
- Steuerarbitrage: Nach US-amerikanischem Steuerrecht wurde der Investor steuerlich als Eigentümer anerkannt, wodurch er doppelte Abschreibungen geltend machen konnte. Die daraus resultierenden Steuervorteile teilte die US-Bank mit der deutschen Kommune.
- Barwertvorteil: Die Kommunen erhielten zu Vertragsbeginn eine einmalige Sonderzahlung („Barwertvorteil“), die meist etwa 3 bis 5% des Transaktionsvolumens ausmachte. Damit sollte die Aufbesserung maroder öffentlicher Kassen vorgetäuscht werden.
Was die heimischen Opfer bzw. Unwissenden erst nach den erfolgten U.S.-Plünderungen erfahren durften:
- Eine enorme Vertragskomplexität: Die Verträge unterlagen meist US-amerikanischem Recht (Gerichtsstand New York) und waren für kommunale Gremien oft undurchschaubar. Für bauliche Veränderungen an den verleasten Objekten mussten oft teure US-Rechtsgutachten eingeholt werden.
- Ausstiegskosten und Verluste: Im Zuge der Finanzkrise ab 2008 entpuppten sich die vermeintlichen Schnäppchen oft als Millionengräber: Wie zum Beispiel bei Verträgen in Leipzig, Berlin, Köln oder Dortmund, weil vorzeitige Ausstiegsoptionen oder geänderte Zins- und Steuergesetze hohe Rückabwicklungskosten verursacht hätten.
- Gesetzliches Aus: Der US-Senat stoppte das Modell durch Gesetzesänderungen in den Jahren 2004/2005, indem dieses Steuer-Betrugsmodell wieder offiziell unterbunden wurde. In Deutschland führte dies vielerorts zu langwierigen politischen Debatten, Bürgerinitiativen, wie gegen z.B. das CBL der U-Bahn in Frankfurt und teuren Bereinigungen.
Generell und unabhängig von den oben genannten Beispielen, wird eine echte Strafverfolgung kollektiver Hintergrund- & Mit-Täter transatlantischer Kriminalität durch das jeweilige nationale Strafgesetz dadurch erschwert, unterdrückt bzw. unmöglich gemacht, nachdem in den deutschsprachigen Ländern – AUT, CH & BRD – die jeweilige Strafgesetzgebung für sogenannte „bandenmäßige Kriminalität“ – damit umschreibt man im deutschen Sprachraum „organisierte Kriminalität – aus gutem Grund nur einen schlechten Witz bzw. einer Luftnummer gleicht bzw. praktisch gar nicht existiert. Man täuscht darüber vor, dass es in deutschsprachigen Ländern das Problem der „organisierten Kriminalität“ vermeintlich nicht gäbe, wohl aber anderswo, wie z.B. in den USA, die jedoch über eine sehr ernsthafte „Racketeering Gesetzgebung“ verfügen – siehe z.B. deren RICO Gesetz [den Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act]. Dazu stellt sich der „korrupte Michel dahoam“ dumm, doch betet vielleicht nach lokalem Mafia-Drehbuch bewusst oder unbewusst nur nach: „Mein Name ist Hase, doch was hätt‘ ich davon?“
Ende der Anmerkung der Redaktion]
Über solche Plünderungen werden die Dividenden realisiert, um sie auf finanzialisierte Instrumente übertragen und auszahlen zu lassen. Dies ist die nach innen gerichtete raumausgreifende Lösung, welche eine ideologische Tarnung erfordert, die wir im nächsten Abschnitt erörtern werden:
Die systematische Umgestaltung der Gesellschaft nach neoliberalen Vorstellungen!
Das bedeutet den Abbau der Nachkriegsordnung durch Monopol-Fusionen, Deregulierung und die Konsolidierung von Marktmacht.
Doch sobald dieser angesammelte Wert aufgebraucht wäre, zehrt das System von Löhnen und Sozialleistungen, indem die Sparmaßnahmen zum Dauerzustand werden. Nachdem derartige Sparmaßnahmen die Gegenwart bereits völlig ausgedörrt hätten, greift das System selbst nach der Zukunft und belastet jeden Wirtschaftssektor mit Schulden: Kreditkarten, Autokredite, Studiendarlehen, medizinische Schulden, Subprime-Hypotheken, Staatsanleihen!
Die Finanzialisierung befeuert das Bestreben, immer mehr aus der Infrastruktur des Systems selbst herauszupressen und Renditen aus Vermögenswerten zu schöpfen, die einst noch als Gemeingut galten. Da das System keinen gespeicherten Wert mehr schafft – denn es hat die Produktion zugunsten einer Verbriefung aufgegeben – schreitet die Ausbeutung immer schneller voran, springt von einer Anlageklasse zur nächsten, von einem Land zum nächsten, von einer Generation zur nächsten, …
… wobei sich jeder Zyklus beschleunigt und jede Runde der Ausbeutung immer weniger zurücklässt!
Fortsetzung mit Teil 4d folgt
Übersetzung: UNSER-MITTELEUROPA
Quellenverzeichnis:
[6] Richard Nixon, Public Papers of the Presidents: Richard Nixon, 1971 (1972), pp. 886–889; and Paul Volcker and Toyoo Gyohten, Changing Fates: The Transformation of the International Monetary System (1992), pp. 81–86.
[7] Michael Hudson, Super-Imperialism: The Economic Strategy of American Empire, 2nd ed. (2003), pp. 45–78.
[8] William E. Simon, A Time for Truth (1978), pp. 147–152; and David E. Spiro, The Hidden Hand of American Capitalism (1999), pp. 112–118.
[9] William E. Simon, A Time for Truth (1978), pp. 147–152; and Henry Kissinger, Years of Upheaval (1982), pp. 872–879.
[10] Organization of the Petroleum Exporting Countries (OPEC), Official Resolutions, Resolution XVI.90 (September 1975); and David E. Spiro, The Hidden Hand of American Capitalism (1999), pp. 118–122.
[11] U.S. Department of the Treasury, Press Release: The Smithsonian Agreement (December 18, 1971); and International Monetary Fund, Annual Report 1972 (1972), pp. 110–112.
[12] Board of Governors of the Federal Reserve System, Federal Reserve Bulletin, Vol. 59, No. 4 (April 1973), pp. A-52 to A-54.
[13] International Monetary Fund, Articles of Agreement of the International Monetary Fund, as amended by the Jamaica Accords (1978).
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Zum Autor: Ryan Perkins ist Senior Analyst und als Editor für den Global Economic Indicator tätig. Er lebt in Peking. Seine Analysen wurden in internationalen Medien wie dem „The Atlantic Magazine“ veröffentlicht und sowohl von Unternehmen wie auch Thinktanks in Anspruch genommen. Sein Substack-Blog erreichte Platz 49 in der Kategorie „Weltnachrichten und Politik“.
Diese neue Serie von Ryan Perkins wird die Anatomie des System-Zusammenbruchs nachzeichnen – von der Verschmelzung des nationalen Kapitals zu transnationalem Kapital und der Entstehung der globalen Finanzhegemonie über die Schaffung des Schuldenstaates und den Aufstieg des fiktiven Kapitals bis hin zur letzten Jagd nach Sicherheiten, um das Gebilde zu stützen. Eine Jagd, die nun droht, uns alle zu verschlingen.
- Der UM-Artikel von Ryan Perkins (30.7.2026) „Die zweite Front des globalen Finanzimperiums“ – Teil 1a erschien: HIER
- Der UM-Artikel von Ryan Perkins (30.7.2026) „Die zweite Front des globalen Finanzimperiums“ – Teil 1b erschien: HIER
- Der UM-Artikel von Ryan Perkins (3.8.2026) „Der Mythos des Kapitals“ – Teil 2a erschien: HIER
- Der UM-Artikel von Ryan Perkins (3.8.2026) „Der Mythos des Kapitals“ – Teil 2b erschien: HIER
- Der UM-Artikel von Ryan Perkins (3.8.2026) „Die sich selbst verzehrende Maschine“ – Teil 2c erschien: HIER
- Der UM-Artikel von Ryan Perkins (18.8.2026) „Das Goldene Zeitalter – die Architektur der Hegemonie“ – Teil 3a erschien: HIER
- Der UM-Artikel von Ryan Perkins (18.8.2026) „Das Goldene Zeitalter – Der untergeordnete Kern“ – Teil 3b erschien: HIER
- Der UM-Artikel von Ryan Perkins (18.8.2026) „Das Goldene Zeitalter – Vom „totalen Krieg“ zum „totalen Kapital“ – Teil 3c erschien: HIER
- Der UM-Artikel von Ryan Perkins (17.9.2026) „Das Ende des Goldenen Zeitalters – Das System zerbrach an der Last der eigenen Exzesse – Teil 4a erschien: HIER
- Der UM-Artikel von Ryan Perkins (3.8.2026) „Die sich selbst verzehrende Maschine“ – Teil 2c erschien: HIERDer Artikel von Ryan Perkins (17.9.2026) “The Inevitability of Collapse in the Age of Financialization – The End of the Golden Age” – Teil 4 im englischen Original erschien: HIER
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