Nach dem angekündigten Rücktritt von Arbeitsministerin und SPD-Bundesvorsitzenden Bärbel Bas am Montagvormittag ist Lars Klingbeil als amtierender Co-Vorsitzender der Partei vor die Presse getreten.
Der Vizekanzler erklärte einleitend , „es ist ein schwerer Tag“ für die SPD.
Das Ergebnis laute nach einer Krisensitzung, dass die komplette Führung der SPD neu gewählt werden soll. Zum Jahreswechsel ist dafür laut Klingbeil ein SPD-Parteitag geplant. Das Präsidium habe einstimmig beschlossen, dass dieser Schritt „wichtig ist, damit wir Klarheit über die personelle Aufstellung und auch Klarheit über den programmatischen Kurs der SPD haben“.
Das SPD-nahe RND berichtet wörtlich zu der Dynamik im Regierungsviertel:
„Durch den Rückzug von Arbeitsministerin Bärbel Bas und den geplanten Ersatz durch Alexander Schweitzer (beide SPD) sinkt die Frauenquote im Bundeskabinett. Von 18 Kabinettsmitgliedern werden künftig nur noch 7 Frauen sein. Die SPD, die die Spitze von sieben Ministerien stellt, hat dann noch drei Frauen im Kabinett: Justizministerin Stefanie Hubig, Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan und Bundesbauministerin Verena Hubertz.“
Bas habe Klingbeil demnach bereits am Samstag darüber informiert, dass sie zu Wochenbeginn zurücktreten werde. Der Ministerkollege sei „traurig über den Schritt“, könne ihn persönlich aber „zu 100 Prozent nachvollziehen“. Er zeigte sich „dankbar dafür, was Bärbel Bas an der Spitze der Partei und als Ministerin für das Land geleistet“ habe.
Die 58-Jährige hatte ihre Entscheidung unter anderem mit ihrer Trauer nach dem Tod ihrer Stieftochter begründet. Zugleich machte sie dem Koalitionspartner Vorwürfe: Die öffentlichen Angriffe auf sie – „leider auch aus den Reihen des Koalitionspartners“ – seien dabei demnach in der Gegenwart „weiter forciert worden“, so die SPD-Politikerin am Montag in ihrer persönlichen Erklärung.
Klingbeil erklärte zudem vor der Hauptstadtpresse, dass er Bundeskanzler Friedrich Merz bereits darüber informiert habe, dass der frühere rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer demnach neuer Bundesarbeitsminister werden solle.
Schweitzer sei „auf dem Berliner Parkett kein Unbekannter“, betonte der SPD-Chef in seiner Erklärung, daher bringe er als möglicher Bas-Nachfolger seine Erfahrung „als ehemaliger Arbeits- und Sozialminister“ mit.
Regierungssprecher Stefan Kornelius verwies dabei auf die „Regelungen im Grundgesetz zur Entlassung und Ernennung von Ministerinnen und Ministern“ und betonte vor der Presse, der Nachfolger „wird nun Schritt für Schritt antreten“.
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