Anfang des Jahres habe die Türkei die Anti-Drohnen-Luftverteidigungssysteme aus heimischer Produktion an die Ukraine geliefert. Dies teilte Middle East Eye (MEE) am Montag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen mit.
Es handele sich um eine kleine Anzahl türkischer Korkut-Systeme. Die Quellen hätten es abgelehnt, offenzulegen, wie viele Einheiten auf dem Schlachtfeld erprobt worden seien.
Die Korkuts werden vom Konzern Aselsan produziert, dem größten türkischen Anbieter von Verteidigungselektronik. Das System besteht aus einem Kommando- und Kontrollfahrzeug sowie drei Waffensystemfahrzeugen. Mittels Luftabwehrgeschützen schießen die Korkuts Luftziele ab, darunter Marschflugkörper und Drohnen. Das System soll FPV- und Kabeldrohnen mit 25-Millimeter-Munition bekämpfen.
Ein ukrainischer Beamter sagte gegenüber MEE, dass die Korkuts „bei der Abwehr der russischen Angriffe ziemlich erfolgreich“ seien. „Natürlich gab es einige Probleme, aber nichts, was nicht durch ein paar kleine Anpassungen gelöst werden konnte“, fügte er hinzu. Korkut könne als kampferprobt gelten und die Ukraine sei an der Beschaffung weiterer Systeme interessiert, sollte der Preis stimmen, betonte der Beamte.
Wie das Portal unter Verweis auf ukrainische Beamte weiter mitteilt, arbeiteten viele türkische Verteidigungsfirmen jetzt mit der ukrainischen Armee zusammen, um ihre Waffen zu testen und die Fähigkeiten ihrer Systeme zu verbessern.
Ahmet Akyol, der Vorstandschef von Aselsan, sagte am Wochenende im türkischen Fernsehen, dass Korkut-Systeme in neun Ländern in Betrieb seien, so MEE weiter. Das System stehe bereits im Dienst der türkischen Armee und Aselsan habe mit dem Export der Technologie begonnen, nachdem sie sich bewährt habe, betonte Akyol.
Laut MEE habe die Türkei der Ukraine seit Kriegsbeginn eine Vielzahl von Verteidigungswaffen zur Verfügung gestellt, darunter Drohnen vom Typ Bayraktar TB2, lasergelenkte Raketen, Artilleriegeschosse und Maschinengewehre.
Anfang August hat das US-Außenministerium den Kongress über seine Pläne informiert, eine Übergabe von 70 Raketen vom Typ M39 ATACMS aus türkischen Beständen an die Ukraine zu genehmigen. Dies wurde im Congressional Record am 6. August berichtet. Diese Pläne umfassen auch die Übertragung von zwölf Mehrfachraketenwerfern vom Typ M270, mehr als 2.500 ungelenkten Artillerieraketen vom Typ M26 mit Streumunition und 47.000 Artilleriegeschossen vom Typ M509A1. Die Gesamtkosten der Lieferungen werden auf etwa 283,9 Millionen US-Dollar geschätzt. Im Dokument wurde darauf hingewiesen, dass die Türkei danach strebe, den Umfang von veralteten Waffen in ihren Beständen zu reduzieren.
Vor diesem Hintergrund hat das russische Außenministerium Washington und Ankara um Erklärungen gebeten. Die Sprecherin der Behörde, Maria Sacharowa, betonte, dass die Lieferung neuer Waffen an Kiew sich negativ auf die Beziehungen Moskaus zu Washington und Ankara auswirken würden. Laut Sacharowa untergrabe der Versuch, den Frieden zu vermitteln und gleichzeitig die Ukraine mit Waffen zu beliefern, das gegenseitige Vertrauen.
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