Das US-Militär hat am Wochenende rund ein Dutzend B-1-Bomber vom britischen Luftwaffenstützpunkt RAF Fairford abgezogen. US-Vertreter begründeten den Schritt mit Geheimdienstinformationen über einen möglichen iranischen Drohnenangriff auf die Basis. Das berichtet AXIOS am Dienstag.
Das Pentagon hatte zuvor erklärt: „Wir können nun bestätigen, dass alle amerikanischen Bomber, die auf dem Stützpunkt RAF Fairford stationiert waren, wieder an ihre Heimatstützpunkte in den Vereinigten Staaten zurückgekehrt sind.“ Laut der New York Times waren „neue Drohungen“ der Grund für den Abzug, der ein höchst ungewöhnlicher Schritt ist. So gebe es Informationen über einen von Iran unterstützten Anschlag auf den Stützpunkt, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Regierungsvertreter.
Ein solcher Angriff hätte US-Soldaten töten und die strategischen Bomber zerstören können. Zudem hätte ein iranischer Angriff auf einen US-Stützpunkt in Europa eine erhebliche Eskalation des Krieges im Nahen Osten ausgelöst.
Das Pentagon erklärte weiter, die US-Bomberflotte, darunter B-1, B-2 und B-52, bleibe jedoch einsatzbereit und könne weiterhin von den USA aus weltweite Präzisionsschläge durchführen.
Fairford wird traditionell auch von den US-Streitkräften genutzt. Seit Beginn des Iran-Kriegs operierten von dort amerikanische Langstreckenbomber gegen Ziele im Iran. Den Abzug kommentierte die britische Regierung nicht. Ein Sprecher verwies auf „bewährte und getestete Verfahren“ zum Schutz britischer Militärstützpunkte.
Offenbar besteht auch für amerikanische Stützpunkte in Deutschland ein erhöhtes Risiko. Das berichteten die New York Times und die FAZ unter Berufung auf einen US‑Regierungsvertreter. Demnach hat Israel Deutschland gewarnt, dass insbesondere die US-Luftwaffenstützpunkte Ramstein und Spangdahlem einem erhöhten Risiko ausgesetzt seien.
Beide Militärstandorte liegen in Rheinland-Pfalz und haben sich kurz vor Beginn des Iran-Kriegs und während des Konflikts zu wichtigen Drehkreuzen für die US-Streitkräfte entwickelt. Der iranische Botschafter in Deutschland forderte bereits im März eine „Klarstellung“ der Bundesregierung zur Nutzung des Stützpunkts Ramstein durch die USA.
In Ramstein waren es primär amerikanische Transportflugzeuge, die auf dem Stützpunkt landeten und von dort in Richtung Naher Osten starteten. Von dem Luftwaffenstützpunkt Spangdahlem wurden nach Angaben amerikanischer Medien F-16-Kampfflugzeuge in die Region verlegt, um die iranische Luftverteidigung zu bekämpfen.
Am Montag waren in Ramstein und Spangdahlem unter anderem mehrere Boeing C-17 Globemaster III stationiert, wie Daten von Flightradar24 zeigten. Die großen Transportflugzeuge können bis zu 77,5 Tonnen Fracht transportieren. Anders als zuletzt auf dem britischen Stützpunkt Fairford, sind in Ramstein und Spangdahlem allerdings in der Regel keine strategischen US-Bomber stationiert.
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