Die Green Party of England and Wales hat ihren Mitgliedern empfohlen, künftig nicht mehr von „Müttern und Vätern“ zu sprechen. Stattdessen soll die Formulierung „Eltern und Erziehungsberechtigte“ verwendet werden. Das berichtet die britische Zeitung „The Telegraph“ unter Berufung auf einen parteiinternen Leitfaden für inklusive Sprache.
Darin werden zahlreiche Begriffe aufgeführt, die nach Ansicht der Autoren vermieden oder durch andere Formulierungen ersetzt werden sollten. Dazu gehören unter anderem Wörter im Zusammenhang mit Alter, sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität. Die Parteimitglieder sollen beispielsweise auf Begriffe wie „homosexuell“, „sexuelle Präferenzen“ und „ältere Menschen“ verzichten.
Auch einige traditionelle Berufsbezeichnungen gelten als nicht mehr zeitgemäß. So soll „chairman“ durch „chair“ und „policeman“ durch „police officer“ ersetzt werden.
Kritisch bewertet der Leitfaden außerdem bestimmte Begriffe im Zusammenhang mit psychischer Gesundheit. Wörter wie „crazy“ oder „nutter“ sollen nicht verwendet werden, weil sie negative Vorurteile verstärken könnten. Auch die Bezeichnung „BAME“, die verschiedene ethnische Gruppen zusammenfasst, soll nur mit Vorsicht benutzt werden.
Wer solche Begriffe absichtlich oder wiederholt verwendet, könnte laut den Richtlinien gegen den Verhaltenskodex der Partei verstoßen. Die Empfehlungen werden bereits bei Schulungen für Parteimitglieder eingesetzt.
Für Diskussionen sorgt das Dokument auch außerhalb der Partei. Die Schriftstellerin J. K. Rowling reagierte mit einem sarkastischen Beitrag auf die Empfehlungen.
Die Green Party verzeichnet gleichzeitig starken Zulauf. Ihre Mitgliederzahl stieg von rund 68.000 im September 2025 auf mehr als 200.000 im März 2026.
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