Sonntagsruhe? Nicht in Deutschland.

Während der eine noch am Kaffee nippt und der andere versucht, halbwegs entspannt ins abkühlende Oktoberwochenende zu starten, hat das politische Internet längst den nächsten Aufreger gefunden.

Ex-Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen hat sich mit AfD-Landeschef Björn Höcke zum Mittagessen getroffen. Maaßen erklärte später, er habe sich ein eigenes Bild von Höcke machen wollen.

„Man muss mit jedem reden„, sagte er.

Was folgte, war ziemlich genau das, was man inzwischen erwarten konnte: Die deutschen Medien stürzten sich auf das Mittagessen. Nicht auf einen politischen Beschluss, keine neue Gesetzesinitiative und auch nicht auf eine außenpolitische Entscheidung. Auf ein Mittagessen.

Maaßen selbst nahm die Aufregung mit Humor.

„In einer zentralen Frage waren wir uns völlig einig: Hähnchenbrust mit Schupfnudeln.“

Bei den Getränken habe es dagegen „erhebliche politische Differenzen“ gegeben. Für weitere Enthüllungen über Beilagen und Nachtisch verwies er auf die investigativen Recherchen der „Qualitätsmedien“.

Man könnte darüber lachen. Man kann darin aber auch einen kleinen Ausschnitt dessen sehen, was den deutschen Medienbetrieb an einem Wochenende beschäftigt.

Also schauen wir einmal, was die deutschen sozialen Medien an diesem Sonntag sonst noch bewegt.

Alice Weidel bezeichnet Hendrik Wüsts Darstellung, wonach Gastarbeiter Deutschland mit aufgebaut hätten, als Märchen und weist den Vorwurf der Geschichtsklitterung zurück.

Das Märchen vom „Geld anderer Leute“ funktioniert nur, wenn man den Länderfinanzausgleich für ein bayerisches Portemonnaie hält.

Aus dem verfassungsrechtlichen Finanzausgleich eine „kapitalistische Geldquelle für Berliner Sozialisten“ zu machen, ist Stammtischökonomie mit Clown-Emoji. 🤡

Auch die Krawalle in Frankreich schafften es in die deutschen sozialen Medien – als besonders eigenwillige Form der „kulturellen Bereicherung“.

Und während brennende Straßen für manche noch unter Jugendprotest fallen, lautet die Beschwichtigung bei den Tätern gern:

„Das sind doch alles Kinder!“

Apropos Kinder: Philipp Amthors Strandkorb beschäftigte die deutschen sozialen Medien: Der CDU-Aufsteiger ließ das gute Stück nach dem Spott aus seinem Büro im Kanzleramt wieder abtransportieren. Der privat bezahlte Strandkorb kehrt nun nach Mecklenburg-Vorpommern zurück – vom Regierungssitz ins Pflegeheim.

Auch Hape Kerkeling beschäftigte die deutschen sozialen Medien: Bei einer Anhörung zum möglichen AfD-Verbot warnte der Entertainer, bei einer Partei mit dem Slogan „Alles ist möglich“ sei „unter Umständen auch Buchenwald möglich“.

Und täglich glüht die Anti-AfD-Berichterstattung in den öffentlich-rechtlichen Medien weiter.

Und natürlich gilt: Wer plötzlich bekannt wird, bei dem kommt auch schnell die Vergangenheit ans Licht – einiges davon dürfte Ferat Koçak weniger gefallen haben.

Und dann wäre da noch dieses KI-generierte Video von George Soros und Wladimir Selenskij. KI hin oder her: Die beiden sehen sich darauf verblüffend ähnlich, während das Bild zugleich eine ziemlich deutliche politische Nähe suggeriert.

Noch ein bisschen Humor aus dem deutschen Twitter. Einen schönen Sonntag und beste Grüße.

Genießen Sie den Tag!

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