Von Pepe Escobar

Der soziopathische Präsident der USA hat die chinesische Lösung zur Beendigung des Iran-Dramas, die Präsident Xi Jinping am vergangenen Donnerstag persönlich im Weißen Haus vorgestellt hatte, völlig außer Acht gelassen.

Im Wesentlichen sagte Xi zu Donald Trump, dass der Ausweg direkt vor ihm liegt: Rückkehr zu der schon mehrfach totgeschlagenen „toten Katze“, dem Memorandum of Understanding (MoU), das unterzeichnet und dann von Trump torpediert wurde. China, sagte Xi, ist bereit, diese Rückkehr zur Diplomatie voll und ganz zu unterstützen.

Wie zu erwarten war, wies der Soziopath nicht nur Xis Angebot zurück, sondern auch den iranischen Sieben-Tage-Vorschlag für eine schrittweise Rückkehr zu den Verhandlungen, den Außenminister Abbas Araghtschi in New York unterbreitet hatte.

Die Kombination sollte tatsächlich als der China-Iran-Vorschlag betrachtet werden: ein Paket von Abschlussbedingungen, das von Araghtschi und Chinas Außenminister Wang Yi im Rahmen zweier aufeinanderfolgender Treffen – beim BRICS-Gipfel in Neu-Delhi und dann in Peking – sorgfältig ausgearbeitet wurde.

Trump lehnte nicht nur das Friedensangebot ab, sondern prahlte – unter brüllendem Gelächter der ganzen Welt –, dass die USA die „vollständige Kontrolle“ über die „Trump-Meerenge“ hätten.

Trumps schnöde Zurückweisung hat sowohl Wang als auch Präsident Xi sehr verärgert. In der asiatischen Kultur entspricht dies der schlimmsten Form des Gesichtsverlusts: die Ablehnung einer Empfehlung, die offiziell von der höchsten Regierungsebene ausgesprochen wurde.

Man kann also erwarten, dass die chinesische Reaktion so bösartig sein wird wie eine mit Gift getränkte Ladung Seide. Peking wird Teheran nun noch entschiedener unterstützen, in mehr als einer Hinsicht.

Die Revolutionsgarde Irans (IRGC) ihrerseits antwortete mit einer noch stärkeren Abriegelung der Straße von Hormus. Innerhalb von nur 48 Stunden setzte Iran nicht weniger als 19 Tanker in Brand, die versucht hatten, die Meerenge zu durchqueren, ohne den Vorschriften der IRGC-Marine bzw. der Persian Gulf Strait Authority (PGSA) Folge zu leisten – Gebühren eingeschlossen.

Das führte zu einem Witz, der in ganz Westasien die Runde machte: Jemand soll Trump mal sagen, wer in der Meerenge das Sagen hat („Someone tell Trump who’s Daddy in the Strait“).

Teheran spielte seine diplomatischen Karten in New York mit äußerstem Geschick aus. Sie brachten den Neo-Crassus/Neo-Caligula/Goldfinger nicht nur dazu, ein Friedensangebot öffentlich abzulehnen, sondern auch, nach den Zwischenwahlen einen „Iran-Bombing-Remix“ anzukündigen; jetzt ist der ganzen Welt klar, dass die sich überschlagende Lawine aus globalen Wirtschafts-, Energie- und Nahrungsmittelkrisen dem Soziopathen völlig egal ist. Er ist tatsächlich ihr Verursacher.

Hinzu kommt ein einwandfreier Auftritt von Präsident Massud Peseschkian – nicht nur auf dem Podium der Vereinten Nationen, sondern auch bei dem Treffen mit Leitern US-amerikanischer Thinktanks und Chefredakteuren führender Zeitungen in einem New Yorker Hotel. Peseschkian hat den Medienkrieg mitten in der Höhle des Gegners gewonnen: Das ist eine Sache für die Geschichtsbücher.

Trump schließt die Tür, die Teheran geöffnet hat, doch die Uhr läuft weiter

Die Blockade der Straße von Hormus ist undicht, als gäbe es kein Morgen. Eine ganze Menge läuft über saudische und irakische Tanker – dabei wechseln Unmengen von Petro-Yuan den Besitzer. Selbst im theoretisch von den USA kontrollierten Korridor durch Oman ist Schmuggel weit verbreitet – wobei iranisches Öl sowohl in Schatten- als auch offizielle Tanker der „Petro-Scheichs“ gelangt.

Niemand schlägt die Perser, wenn es nach 47 Jahren Sanktionen um Schmuggel- und Überlebensstrategien geht. All das hält die Energiekunden China, Südostasien und sogar Südkorea an Bord.

An diesem Mittwoch erreichen wir die von Teheran am 16. August gesetzte Frist von 45 Tagen für das Ende der Seeblockade durch Trump. Andernfalls … Der 30. September ist zufällig auch die von den Irakern gesetzte Frist für die USA, um den Irak endgültig zu verlassen.

Und all das überschneidet sich mit der kürzlich von Mohsen Rezai, dem Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats (SNSC) und De-facto-Nummer-zwei in Iran, gesetzten Frist von vier bis fünf Tagen, innerhalb derer die USA die Blockade beenden sollen. Diese Frist ist am Montag abgelaufen.

Kurz gesagt: Als Washington die Tür schloss, die Teheran geöffnet hatte, lief die Uhr Teherans weiter. Unserem YouTube-Kanal Transition Protocol wurde bestätigt, dass die politische Führung und die Führung der IRGC bereits beschlossen haben, was als Nächstes kommt.

Sie werden ihren Kurs bis einschließlich Mittwoch beibehalten. Und sollte es keinen Weg zu einer Lösung zu den Bedingungen geben, die Präsident Xi Trump im Oval Office dargelegt hat, ist Teheran bereit, fünf entscheidende Schritte zu unternehmen:

1.Das Kampfgebiet über die Straße von Hormus hinaus auf den Indischen Ozean auszuweiten.

2. Sich das Recht vorzubehalten, jedes US-Kriegsschiff anzugreifen, das die Blockade vollstreckt.

3. Mit den Ansar Allah (besser bekannt als Huthi; Anm.) zusammenzuarbeiten, um die Blockade bis zur Meerenge von Bab al-Mandab auszuweiten.

4. Präventiv gegen militärische Aufrüstungen vorzugehen, die als bedrohlich gelten.

5. Den Flugverkehr aller Nationen einzuschränken, die sich der Luftblockade anschließen.

Kompromisslos. Buchstäblich.

Wir haben also derzeit eine bedrohliche Warnung bezüglich des Indischen Ozeans; eine bestätigte Gefahr für alle US-Stützpunkte, sollte Washington angreifen; und eine erklärte Präventivdoktrin. Was wir noch nicht haben, ist ein Befehl, US-Schiffe direkt anzugreifen.

An der Luftfahrt-Front wird Iran auf den Grundsatz der Gegenseitigkeit setzen. Nicht auf Raketen. Die Haltung der iranischen Führung zu den sekundären US-Sanktionen gegen praktisch jeden Flughafen weltweit, der iranische Flüge empfängt, ist ganz klar: „Wenn unsere Flugzeuge nicht abheben, dann werden auch eure Flugzeuge nicht abheben.“

Das erklärte Mohammad Mokhber, Berater des Obersten Führers. Am Samstag sagte Rezai, Iran werde auf das Flugverbot nicht militärisch antworten; man verhandle mit den betroffenen Staaten und halte für einige Flughäfen „mehrere nicht-militärische Optionen“ bereit.

Neben den Großmächten China und Russland ignorieren mehrere Staaten – darunter die Türkei, Malaysia, Vietnam, Usbekistan, Tadschikistan und Kasachstan – die imperiale Luftblockade gegen Persien vollständig.

Dann ist da der außergewöhnliche Fall des Irak. Der irakische Widerstand trat als Erster an die Öffentlichkeit, um zu erklären, dass er Flughäfen des Golf-Kooperationsrats (GCC) ins Visier nehmen werde. Daraufhin protestierten mehrere hochrangige Geistliche zeitgleich in Nadschaf und Kerbela und zogen der Marionettenregierung in Bagdad den Boden der Legitimität unter den Füßen weg.

Große Proteste erfassten auch Basra – die Hauptstadt des irakischen Ölreichtums, in der schiitische Beduinenstämme bis an die Zähne bewaffnet sind (ich erinnere mich gerne an sie aus den frühen 2000er-Jahren). Einer ihrer Scheichs gab Bagdad 48 Stunden Zeit, die Komplizenschaft bei der US-Belagerung Irans zu beenden. Am Ende könnte es also eine Ausnahmeregelung für Flüge zwischen Iran und Nadschaf geben – die im Wesentlichen Pilger befördern.

Die iranische Uhr und die US-Uhr: Das Zeitfenster des höchsten Risikos

Nun zur Front am Roten Meer.

Diese dürftige „Koalition der Willigen“ – saudi-arabische, türkische und pakistanische Stabschefs, die sich am vergangenen Freitag in Riad als Mitglieder der Mekka-Verteidigungsallianz trafen – bewegte sich vom Bla-Bla-Bla hin vielleicht zu einem Versuch operativer Absprachen, auch wenn sie keine gemeinsamen Angriffe auf den Jemen ankündigten.

Die Ansar Allah zittern nicht gerade wie Espenlaub. Sie feuerten Drohnen in Richtung Riad sowie Raketen in Richtung Chamis Muschait ab und nannten ihre Operationen eine „Probe“ für die umfassende Eskalation.

Wartet nur auf den kommenden jemenitischen Sturm. Der Jemen brodelt vor Wut, nachdem die Saudis einen überfüllten Markt in Taʿizz bombardiert und dabei nach vorläufigen Angaben mindestens 50 Menschen getötet und verletzt haben, darunter Frauen und Kinder. Dies muss auf direkten Geheimdienstinformationen und ISR-Daten des CENTCOM und der Todeskult-Kriegsführung beruht haben.

Laut jemenitischen Quellen in Sanaa könnten die Ansar Allah im Begriff sein, ein Flugverbot über Saudi-Arabien zu verhängen. Riad ist bereits dabei, in den Status eines „schwarzen Lochs“ abzurutschen – dazu gehört auch, dass Google und westliche Satelliten dazu gezwungen werden, Beweise für zerstörte Ölinfrastruktur und -anlagen in Riad, Dschisan, Abha und Nadschran zu zensieren.

Also bleibt eine hohe Wahrscheinlichkeit erheblicher iranischer und/oder Ansar-Allah-Aktionen gegen US-Marineeinheiten, wichtige Schifffahrtswege oder die saudische Umgehungsstrecke nach Yanbu bis zum Ende dieser Woche bestehen.

Doch das wahrscheinlichste Ergebnis ist nach wie vor ein extrem hochgerüsteter Stillstand, in dem Teheran am 30. September eher Signale aussendet als angreift.

Nachgewiesene Tatsache: Das Zeitfenster zwischen der Uhr Irans und der Uhr Washingtons – vom 30. September bis zum 3. November – ist nun das Zeitfenster des extremen Risikos.

Echte arabische Hochkulturen vs. einfältige Kamelhirten

Und das bringt uns zu einer entscheidenden Enthüllung einer Quelle aus dem innersten Kreis der hochrangigen Verbindung zwischen China, Pakistan und Iran. Die Quelle bestätigte, dass Wang und der pakistanische Außenminister Ishaq Dar nach dem Besuch von Xi in den USA ein direktes, streng geheimes Gespräch geführt haben.

Peking hat Washington aufgegeben und spielt nun erneut seine Karten über Islamabad aus, wobei es die höchsten Regierungsebenen offen damit beauftragt, die Krise einzudämmen. Die Pakistaner wurden beauftragt, im Namen Pekings und Teherans sowohl bei Trump als auch bei Mohammed bin Salman zu intervenieren, bevor die Eskalationsleiter diese Woche ein kritisches Stadium erreicht.

Damit ist impliziert, dass garantiert Pakistan – über die Türkei weiß niemand etwas – Saudi-Arabien bei seiner angeblich geplanten groß angelegten Offensive gegen den Jemen nicht unterstützen wird.

Dies wurde von einer weiteren hochrangigen Quelle in Islamabad bestätigt; die pakistanische Regierung hat sicherlich durchgerechnet, dass die Hilfe zur Rettung des unrettbaren Hauses Saud Pakistans Rolle als Vermittler zwischen Iran und den USA begraben würde: Sie wäre so tot wie das tote Islamabad-MoU.

Man kann gar nicht oft genug daran erinnern, dass Bagdad, Damaskus, Kairo und Sanaa jahrhundertelang die wahren Zivilisationszentren der kosmopolitischen Sufi-Araber bildeten. Das hat nichts mit den einfältigen Kamelhirten zu tun, aus denen das scheußliche Haus Saud besteht.

Und das hängt mit den beiden obersten kategorischen Imperativen des Epstein-Syndikats zusammen.

Sie wollen die Zerstörung Persiens – den nuklearen Völkermord, den der soziopathische POTUS vom UN-Podium aus angekündigt hat. Das sollte mit der Zerstörung der arabischen Achse des Widerstands verbunden sein – im Libanon, im Irak und im Jemen. Und dann auch noch die Zerstörung der dummen GCC-Ölscheichs, denn diese würden zu reich, einflussreich und möglicherweise unberechenbar zurückbleiben, wenn die Achse des Widerstands nicht mehr existiert.

Man denke nur an den Anführer des Todeskults in Westasien (Benjamin Netanjahu), der am Sonntag „heimlich“ mit einem Privatflugzeug nach Abu Dhabi flog, um sich mit Mohamed bin Zayed Al Nahyan zu treffen. Er verbrachte den gesamten Tag in den Emiraten. Über das Treffen gab es keinerlei durchgesickerte Informationen. Dies geschah unmittelbar nachdem Trump Iran bei der UNO erneut verteufelt hatte.

Nun ist klar, dass der Jemen und Persien als Paket zusammengehören – die beiden privilegierten Fronten des westasiatischen Schauplatzes.

Achten Sie auf die Folgen dieses „geheimen“ Treffens zwischen dem Todeskult und den arabischen Zionisten. Westasien steht kurz davor, lichterloh in Flammen aufzugehen.

Aus dem Englischen übersetzt von Olga Espín.

Mehr zum Thema – UNO: Es gibt „vernünftige Gründe“, von US-Kriegsverbrechen in Iran auszugehen

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