Es war wohl die Krise bei VW, die ihnen letzten Endes zum Verhängnis wurde – der Aluminiumgussbetrieb Bohai und die Schlote-Gruppe, die diese Teile weiterverarbeitete, werden spätestens zum 31. Januar kommenden Jahres schließen. Beide Firmen hatten bereits im Frühjahr vergangenen Jahres Insolvenzantrag gestellt. Aber es ließ sich kein Investor finden, der die Betriebe weiterführen wollte.

Hauptgrund dafür dürfte sein, dass vom Hauptabnehmer VW keine Aufträge mehr kamen. Für die beiden Harzstädte Harzgerode und Wernigerode mit zusammengenommen 45.000 Einwohnern ist das ein herber Schlag – 730 Arbeitsplätze gehen in den beiden Orten verloren.

Der Bürgermeister von Harzgerode zeigte das auch deutlich: „Das ist natürlich eine ganz große Katastrophe, für die Beschäftigten und am Ende auch für uns als Stadt, für die gesamte Region“, sagte er. Die örtliche IG Metall hat schon seit Monaten versucht, für die Beschäftigten neue Arbeitsplätze zu finden, aber mit begrenztem Erfolg. „Das wird der Arbeitsmarkt in der Tat nicht so schnell aufnehmen“, meinte Janek Tomaschefski, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Halberstadt. „Das ist für die Harzregion ein ganz, ganz schlechtes Signal.“

Die Kündigungen sollen schrittweise erfolgen, während die Produktion ausläuft. Jetzt beginnen die Verhandlungen über Sozialpläne.

Seit Beginn der durch die Russlandsanktionen 2022 ausgelösten Energiekrise folgt gerade in der Automobilindustrie und den Zulieferbetrieben eine Hiobsmeldung auf die andere. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren im August 2026 42.300 Personen weniger in der deutschen Automobilindustrie beschäftigt als ein Jahr zuvor. Und bei den großen Herstellern VW und Mercedes ist die Rede von der Schließung ganzer Werke. Das Ende der Fahnenstange ist also noch lange nicht erreicht.

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