Die Panamakanalbehörde (ACP) hat die Auflagen für Schiffe gelockert. Mit sofortiger Wirkung dürfen Schiffe in den größeren Neopanamax-Schleusen wieder mit einem Tiefgang von 14,94 Metern passieren – zuvor waren es 14,63 Meter. Ab dem 15. Oktober steigt die Zahl der täglichen Durchfahrten durch diese Schleusen von neun auf zehn. Zusammen mit den älteren Panamax-Schleusen stehen dann 33 statt bisher 32 Plätze pro Tag zur Verfügung.

Die Behörde begründet die Schritte mit Niederschlägen nahe dem langjährigen Mittel im September und mit Wassersparmaßnahmen an den Schleusen. Gleichzeitig warnt sie: Im Einzugsgebiet des Kanals besteht das Wasserdefizit fort. Schiffe ohne Reservierung müssen weiter mit zum Teil langen Wartezeiten rechnen. Dennoch wurden die Buchungsregeln gelockert: Reedereien dürfen künftig ohne Obergrenze mehrere Plätze an einem Tag oder in einer Woche belegen.

Ursache der Knappheit ist das Klimaphänomen El Niño. Zwischen Mai und August lagen die Niederschläge im Einzugsgebiet des Kanals 34 Prozent unter dem Durchschnitt, die Zuflüsse sogar 44 Prozent darunter. Panama hatte deshalb den landesweiten Notstand ausgerufen. Die Weltwetterorganisation rechnet damit, dass der aktuelle El Niño bis Anfang 2027 anhalten könnte. Wichtigste Wasserquelle des Kanals bleibt der Gatúnsee; sinkt dessen Spiegel, dürfen Schiffe den Kanal nicht mit Volllast befahren und die Behörde streicht Durchfahrten.

Die Einschränkungen sind seit dem Sommer schrittweise verschärft worden: Im Sommer und frühen Herbst 2026 reduzierte die ACP den Tiefgang und senkte die täglichen Transits von rund 36 auf 32 ab. 

Der Vorgang ist nicht neu. Bereits im Jahr 2023 hatte die Behörde die Zahl der Durchfahrten zeitweise auf 22 gedrückt. Jetzt liegt die Obergrenze von 33 deutlich darüber, bleibt aber unter der normalen Kapazität von etwa 36 bis 38 Schiffen.

Wegen der Engpässe zahlten Reedereien in Auktionen zuletzt bis über fünf Millionen US-Dollar für einen bevorzugten Platz für die Durchfahrt – ein Schiff unter südkoreanischer Flagge beispielsweise rund 5,3 Millionen Dollar. Rund sechs Prozent des Welthandels laufen über den etwa 80 Kilometer langen Kanal; wichtigste Nutzer sind die USA und China. Jede Passage verbraucht große Mengen Süßwasser, das auch die Trinkwasserversorgung der Region speist. Langfristig setzt Panama auf Projekte wie den Río-Indio-Stausee, um die Wasserversorgung unabhängiger von einzelnen Regenperioden zu machen. Die ACP will die Lage weiter genau beobachten und Anpassungen zeitnah mitteilen.

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