US-Präsident Donald Trump hat laut Informationen des Wall Street Journals (Bezahlschranke) unter Berufung auf ungenannte Quellen den jüngsten Vorschlag aus Teheran für einen siebentägigen Waffenstillstand in Washington abgelehnt und seinen engsten Beratern mitgeteilt, „dass er davon ausgeht, die Bombardierung Irans nach den Zwischenwahlen im November wieder aufzunehmen“.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi erklärte in dieser Woche am Rande der UN-Generalversammlung in New York, dass der Trump-Administration von Teheran ein Plan übermittelt worden sei, wonach die Straße von Hormus innerhalb von sieben Tagen wieder geöffnet werden könnte, sofern Washington dezidierte Bedingungen erfülle. Die Gesprächsofferte habe zudem die Wiederaufnahme der Atomgespräche beinhaltet, falls die USA ihre andauernde Blockade iranischer Häfen aufheben.
Das Wall Street Journal berichtet nun unter Berufung auf US-Regierungskreise, dass US-Präsident Trump seinen Beratern mitgeteilt habe, dass er davon ausgehe, Iran unmittelbar nach den nahenden Zwischenwahlen am 3. November erneut anzugreifen. Zudem habe er das jüngste Waffenstillstandsangebot Teherans abgelehnt.
„Hinter verschlossenen Türen sei Trump jedoch skeptisch, dass Iran seinen Forderungen nachkommen werde, und habe seinen Mitarbeitern dazu mitgeteilt, dass er eine erneute Bombardierungswelle für wahrscheinlich halte.“
Trumps derzeitige Haltung deute demnach laut den Quellen darauf hin, dass sich die aktuelle, stockende Phase des Konflikts, „ein Schwebezustand zwischen Krieg und Frieden, wahrscheinlich wieder in Richtung Feindseligkeiten verschieben wird“, so die WSJ-Redaktion zusammenfassend.
Der US-Präsident zögere allerdings, größere Kampfhandlungen wieder aufzunehmen, so die US-Beamten, da das Pentagon unter anderem „ihre schwindenden Munitionsvorräte für andere Notfälle reservieren will“. Trump habe jedoch im Umfeld des Oval Office „auch massive Angriffe angekündigt“, um dadurch „diplomatische Blockaden“ in den Verhandlungen zwischen den USA und Iran „zu durchbrechen“.
Ein US-Beamter erklärte zudem, dass Washington und Teheran weiterhin über Vermittler in Verhandlungen stünden, „unter anderem auch über die Atomfrage“. Die von den USA „angeführten Bemühungen“, sicherzustellen, dass Öltanker trotz iranischer Warnungen durch die Straße von Hormus fahren könnten, hätten „die Dringlichkeit einer Einigung verringert“, führte die Quelle gegenüber der WSJ-Redaktion aus.
Die vorgegebenen Schritte, die die USA für eine Entschärfung der gegenwärtigen Situation unternehmen müssten, „seien nicht neu“, stellte der iranische Außenminister Araghtschi zu den jüngsten Dynamiken vor Journalisten bei der UNO in New York klar. Teheran verlangt unmissverständlich die Einstellung von Kampfhandlungen in der Region, die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte, die Aufhebung von Sanktionen gegen iranisches Öl sowie ein Ende der Hafenblockade.
Irans Präsident Massud Peseschkian ist laut der iranischen Nachrichtenagentur IRNA im Anschluss an seine Teilnahme an der 81. Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen „und einer Reihe von Treffen mit ausländischen Staatschefs und internationalen Vertretern“ von New York bereits nach Teheran zurückgekehrt.
Am Rande der Generalversammlung hätte Peseschkian „bilaterale Gespräche mit einer Reihe von Staatschefs und hochrangigen Vertretern“ geführt, darunter UN-Generalsekretär António Guterres, bei denen laut Agenturmeldung „die Aggression der USA und Israels, regionale und internationale Entwicklungen sowie die bilateralen Beziehungen erörtert“ wurden.
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