Der SRF baut bis 2027 insgesamt 38 Vollzeitstellen ab und will damit 9,7 Millionen Franken einsparen. Rund die Hälfte der Stellen soll über natürliche Abgänge wegfallen. Für die übrigen Arbeitsplätze sind Kündigungen und Frühpensionierungen vorgesehen. SRF-Direktor Roger Elsener bezeichnete den Abbau als „leider unumgänglich“.

Der Satz zeigt, wie weit das Sparprogramm der SRG inzwischen reicht. Es geht nicht mehr nur um Verwaltung, Prozesse oder interne Strukturen. Die Kürzungen erreichen das Programm selbst und damit das Publikum.

Die Sendung „Reporter“ verliert ihren bisherigen Platz am Mittwochabend auf SRF 1 und wird künftig stärker digital ausgespielt. Bei „SRF bi de Lüt“, „Late Night Switzerland“, „Einstein“, „Puls“ und „Literaturclub“ werden die Produktionskosten reduziert. „Kassensturz“ und „Rundschau“ sollen enger mit den anderen Sprachregionen zusammenarbeiten.

Auch beim Radio wird gekürzt. Wöchentliche Formate sollen sich künftig auf die 40 reichweitenstärksten Wochen des Jahres konzentrieren. Im Sommer und an Feiertagen wird es häufiger Wiederholungen geben.

Auch beim Sport wird der Sparkurs sichtbar. Ab der Saison 2027/28 zeigt die SRG keine Live-Spiele der Champions League mehr. Damit verschwindet eine der wichtigsten europäischen Sportveranstaltungen aus dem öffentlich finanzierten Schweizer Fernsehen.

Das alles ist Teil des SRG-Sparprogramms „Enavant“. Bis 2029 muss die SRG rund 270 Millionen Franken einsparen. Für 2027 sind bereits 80 Millionen Franken vorgesehen. Insgesamt sollen bei der SRG rund 900 Vollzeitstellen wegfallen.

Die SRG beschreibt den Umbau als digitale Transformation. Weniger lineares Fernsehen, mehr digitale Angebote, mehr Streaming und eine stärkere Ausrichtung auf Play+. Das klingt nach Modernisierung.

Damit verändert sich die SRG spürbar. Die politische Vorgabe nach einer schlankeren öffentlich finanzierten Medienorganisation zeigt sich inzwischen nicht nur bei Gebühren, Strukturen und Stellen, sondern auch im täglichen Programm.

Die SRG sieht sich mit einer schwierigen Ausgangslage konfrontiert. Sie soll mit weniger Geld ein attraktives Angebot finanzieren und zugleich ihr Publikum vom klassischen Fernsehen und Radio auf digitale Plattformen bewegen. Doch wer Sendungen streicht, Produktionsbudgets kürzt und Sportrechte aufgibt, riskiert, Zuschauer zu verlieren, die das Angebot weiterhin nutzen sollen.

Die 38 Stellen bei SRF sind deshalb nicht die eigentliche Nachricht. Sie sind das sichtbare Symptom eines viel größeren Umbaus. Das öffentlich finanzierte Fernsehen der Schweiz wird kleiner. Zugleich baut SRF seine digitalen Angebote und die Nutzung über Smart-TV aus. Der klassische lineare Rundfunk verliert damit weiter an Gewicht.

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