Von Igor Malzew
Danach zu urteilen, dass die verhasstesten Politiker Deutschlands aus allen Ecken und Enden hervorkrochen, waren die jüngsten Wahlen in einem einzigen Bundesland ein Erdbeben, das alle Kakerlaken im Haus aufgeschreckt hat. All jene, die an der Entstehung der heutigen Katastrophe mitgewirkt haben, verspürten das unbeschreibliche Bedürfnis, sich gegenüber der Öffentlichkeit zu rechtfertigen.
Angefangen bei Joschka Fischer, dem „Opa“ der heutigen „Grünen“, der seinerzeit mit „Molotowcocktails“ über die Barrikaden rannte, um den Pazifismus zu verherrlichen: Er setzt sich heute mit Haut und Haaren für einen Krieg gegen Russland ein.
Und natürlich tauchte plötzlich auch die liebe Tante Merkel („Mutti“) aus der Versenkung auf. Um ihren angeschlagenen Ruf wiederherzustellen, wählte sie die Bühne der Messe „Digital X“ in Köln und beschloss vor dem Hintergrund der Debatten über die Quantencomputer der Zukunft, die jüngste Vergangenheit umzuschreiben.
Kaum war sie auf der Bühne erschienen, distanzierte sie sich mit erstaunlicher Leichtigkeit von der „Brandmauer“, die sie selbst angelegt und über viele Jahre hinweg errichtet hatte. „Das habe ich mir nicht ausgedacht, mir gefällt das auch nicht“, erklärte sie, als wäre sie nur eine Zufallszeugin der deutschen Zeitgeschichte. Als wäre sie nur zufällig vorbeigekommen.
Ich möchte daran erinnern, dass die „Brandmauer“ gegen die AfD eine Erfindung politischer Kräfte ist, die dabei sind, ihre Macht zu verlieren: Sie dient dazu, jede Partei zu blockieren, die ihnen nicht gefällt. Den Austausch, die Zusammenarbeit und die Kooperation zu verbieten – all das, was eigentlich alle gewählten Abgeordneten in Parlamenten auf verschiedenen Ebenen zu tun haben. Denn sie alle wurden vom Volk in einer demokratischen Wahl gewählt.
Man hat sie gewarnt: Wenn ihr 10–15 Prozent der Wählerschaft aus dem Diskurs ausschließt, werdet ihr früher oder später damit konfrontiert sein, dass ihr 40 Prozent aussperren müsst. Und wenn der Anteil dann bei 45–50 Prozent liegt, werdet ihr selbst verbannt.
Darauf lautete die Antwort: „Wir werden alles tun, damit diese Partei [in diesem Fall die AfD] vernichtet und verboten wird“. Was soll da man sagen? Eine Antwort, wie sie von echten Demokraten zu erwarten ist.
Überheblichkeit und Dummheit spielten den „Volksparteien“ buchstäblich letzte Woche einen bösen Streich. Es stellte sich heraus, dass tatsächlich 43 Prozent der Stimmen für die „falsche“ Partei abgegeben wurden.
Aber sie haben sich doch lediglich an dem Modell orientiert, das ausgerechnet Frau Merkel eingeführt hat. Sie war es, die – direkt von ihrer Ägyptenreise aus am Telefon – die Wahl des Thüringer Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich durch den Landtag für ungültig erklärte. Nein, nicht, weil er von der AfD war. Er war ja gerade ein absolut politisch korrekter Freier Demokrat. Aber für ihn hatten – oh Schreck! – unter anderem auch Abgeordnete der AfD gestimmt.
Merkel sorgte für einen solchen Aufruhr, dass Kemmerich buchstäblich vier Wochen lang ganz allein in der Regierung saß, in der außer ihm niemand war, und dann zurücktrat. Man errichtete um ihn herum eine persönliche und totale „Brandmauer“. Und die Urheberin dieser Blockade war Bundeskanzlerin Merkel, damals Vorsitzende der CDU, deren Umfragewerte unter der Kartoffelknolle Hochsprung üben können.
Und was ist mit den legitimen Wahlen? Wen interessieren schon diese „Wahlen“, wenn die Bundeskanzlerin anruft? Und jetzt lügt sie, dass nicht sie die „Brandmauer“ legitimiert habe, die sie selbst geschaffen hat.
Warum „schon wieder“? Weil sie allein in Bezug auf die Minsker Vereinbarungen zweimal gelogen hat. Einmal, als sie sich als deren Verfasserin und Garantin präsentierte, dabei aber etwas ganz anderes im Sinn hatte als das, was vereinbart worden war. Später gab sie selbst zu, dass der Westen Zeit brauchte, um die Ukraine zu bewaffnen. Und als sie negative Reaktionen erhielt, fing sie an zu lügen, man habe sie falsch verstanden und ihre Worte seien „aus dem Zusammenhang gerissen“ worden.
Dann kam Scholz, dann Merz – einer schöner als der andere. Schaut euch nur einmal die glasigen, schamlosen Augen von Merz an, wenn er das Märchen der Gebrüder Grimm „Die russische Drohne in Leipzig“ erzählt.
Die sind dort alle so. Menschen, denen man überhaupt nicht trauen kann. Keine Sekunde lang. Es sei denn, sie stehen in den Trümmern Berlins in der Schlange vor der russischen Feldküche, um eine Portion Suppe zu bekommen, und flüstern:
„Bitte, ich habe Hunger …“
Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel wurde für den Telegramkanal „Exklusiv für RT“ verfasst.
Igor Malzew ist russischer Schriftsteller, Publizist, Journalist und Autor eines Telegram-Kanals.
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