Die Stationierung von US-Raketensystemen in Europa, die zum Abschuss von Mittel- und Kurzstreckenraketen fähig sind, ist ein weiterer stark destabilisierender Schritt der NATO-Staaten. Dies hat am Montag die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa, gegenüber Journalisten erklärt. Dabei werde die Absicht des Bündnisses, sich ein umfangreiches Potenzial für Raketenangriffe gegen Ziele tief auf russischem Gebiet zu verschaffen, nicht nur nicht verheimlicht, sondern sogar demonstrativ hervorgehoben.

Sacharowa betonte, dass die US-Raketensysteme auf Basis der Mk-41-Startanlagen für Angriffe gegen Ziele an Land und auf See zum Einsatz kommen. Russland berücksichtige zudem, dass Tomahawk-Langstreckenraketen mit diesen Systemen abgefeuert werden können. Deren Stationierung in Norwegen ermögliche es, einen beträchtlichen Teil des russischen Staatsgebietes, einschließlich Moskau, abzudecken.

In diesem Zusammenhang sollten die russischen Gegenmaßnahmen für diejenigen, die in Washington und Oslo über die Verlegung der Raketensysteme entschieden, keine Überraschung sein, führte Sacharowa weiter aus. Hierbei könnte Moskau den Standorten der US-Systeme und der Kommandostellen sowie der dazugehörigen Infrastruktur besondere Aufmerksamkeit schenken, wozu auch die Planung des Einsatzes entsprechender Waffen im Fall eines bewaffneten Konflikts gehöre.

Außerdem würden die US-Raketensysteme in Europa die Aussichten auf einen Dialog zwischen Russland und den USA über strategische Stabilität untergraben. Moskau glaube nicht, dass die Verhandlungen ins Stocken geraten seien. Nach Ansicht des Außenministeriums seien die Gespräche zuvor einseitig von der Biden-Regierung unterbrochen worden. Das derzeitige US-Kabinett spreche von der Möglichkeit multilateraler Verhandlungen unter Beteiligung Chinas, obwohl Peking wiederholt betont habe, es beabsichtige dies vorerst nicht. Sacharow fügte hinzu:

„Maßnahmen wie die Stationierung amerikanischer landgestützter Kurz- und Mittelstreckenraketen in Europa, die eine Bedrohung für die Russische Föderation darstellen, machen die Voraussetzungen für einen konstruktiven Dialog mit den USA über strategische Fragen, gelinde gesagt, zunichte.“

Ende August hatten die USA eine Startanlage der Marine nach Trondheim in Norwegen für das trilaterale Manöver „Operation Atlantic City 26“ unter Beteiligung Norwegens, der USA und Großbritanniens geliefert. Die Übung war Teil der NATO-Initiative „Arctic Sentry“, die darauf abzielt, die Fähigkeit der Verbündeten zur Zusammenarbeit unter arktischen Bedingungen zu verbessern.

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