US-Präsident Donald Trump und seine wichtigsten Berater erwägen nach Angaben von AXIOS begrenzte Angriffe auf iranische Stellungen in der Straße von Hormus, um zu verhindern, dass Iran seine Radar- und Raketenfähigkeiten wiederherstellt und damit Schiffe angreifen kann.
Der Plan wurde in der vergangenen Woche vom US-Zentralkommando (CENTCOM) ausgearbeitet und wird von Verteidigungsminister Pete Hegseth unterstützt. Trump hatte ihn vor dem jüngsten Schusswechsel mit Iran an diesem Wochenende noch nicht genehmigt. Nach der erneuten Eskalation könnte er dem Vorhaben jedoch grünes Licht geben.
Ein US-Regierungsvertreter sagte, Ziel des Plans sei es, das Risiko iranischer Angriffe auf Öltanker, Schiffe der US-Marine und Flugzeuge der US-Luftwaffe zu verringern – oder, wie es der Vertreter formulierte, „regelmäßig das Gras zu mähen“.
Iranische Behörden erklärten, bei dem US-Angriff am Sonntagabend auf die Insel Larak in der Straße von Hormus seien zwei Menschen getötet und mehrere weitere verletzt worden. Iran reagierte mit Raketenangriffen auf US-Stellungen in Jordanien. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) erklärten zudem, am Montag eine iranische Drohne über ihren Hoheitsgewässern abgefangen zu haben.
Mit der Wiederaufnahme der Kämpfe stieg der Preis für Brent-Rohöl, den internationalen Referenzpreis, auf über 90 Dollar je Barrel. Damit lag er rund 25 Prozent über dem Niveau zu Beginn des Krieges – eine zunehmende Belastung für US-Präsident Donald Trump mit Blick auf die bevorstehenden Zwischenwahlen.
Summary of the overnight Iran-US confrontation:
▪️US forces hit two launchers on Iran’s Larak Island on Sunday.
▪️A supertanker was reportedly struck by two naval mines in the southern Strait of Hormuz, catching fire and coming to a complete stop.
▪️Iranian air defenses… pic.twitter.com/hRylzEdXWW
— The Cradle (@TheCradleMedia) August 31, 2026
Reuters berichtete, dass die USA am 30. August zwei iranische Raketenwerfer auf der Insel Larak angriffen. Nach Angaben eines US-Regierungsvertreters waren Kämpfer der Revolutionsgarde dabei beobachtet worden, wie sie Raketen mit Seeminen für den Einsatz in der Straße von Hormus vorbereiteten.
Bereits bei einer Militärübung im Januar 2025 hatte die Revolutionsgarde (IRGC) offenbar demonstriert, wie ein Fajr-5-Mehrfachraketenwerfer zum Ausbringen von Seeminen eingesetzt werden könnte. Iran hat allerdings nicht bestätigt, dass ein solches System derzeit tatsächlich zum Verlegen von Seeminen eingesetzt wird.
„Dem US-Militär bleibt keine andere Wahl, als die Region zu verlassen“, hieß es in einer Erklärung des Generalstabs der iranischen Streitkräfte und des Zentralhauptquartiers Khatam al-Anbiya nach den jüngsten iranischen Schlägen gegen US-Interessen in der Region.
In der Straße von Hormus ist unter anderem erneut ein Öltanker angegriffen worden. Der Tanker sei während der Ausfahrt aus der Meerenge von „drei unbekannten Geschossen“ getroffen worden, meldete die britische Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) in der Nacht zum Dienstag. Der Vorfall ereignete sich demnach rund 30 Kilometer östlich des omanischen Ortes Khasab. Verletzte habe es nicht gegeben.
Trump schloss am Montag weitere Angriffe auf Iran nicht aus. „Wir werden sehen, was passiert“, sagte er gegenüber Reportern.
Unabhängig davon erklärte Trump Reportern im Oval Office am Montagabend, die erneuten Angriffe bedeuteten keine Rückkehr zu einem umfassenden Krieg. Auf die Frage, ob er den Einsatz von Atomwaffen gegen Iran ausgeschlossen habe, sagte Trump, es gebe „keinen Grund“ dafür, da Iran militärisch bereits „völlig besiegt“ sei. Zuvor hatte Trump in den sozialen Medien zwei Videos veröffentlicht, die Explosionen am wichtigsten Ölexportterminal Irans zeigten. Dazu schrieb er: „Die Insel Charg wird in Stücke gerissen!!!“
Washington hat bislang weitgehend davon abgesehen, Irans wichtigste Öl- und Gasinfrastruktur anzugreifen. Denn ein solcher Schritt könnte eine verheerende iranische Reaktion gegen die Golfstaaten nach sich ziehen.
Mehr zum Thema – Westmedien rätseln über Chamenei: Irans Führer bleibt sechs Monate nach Beginn des Kriegs unsichtbar

