Das europäische Nachrichtenportal EUobserver hat Kiew wegen der Lagerung von Munitionsvorräten in der Nähe von Wohnhäusern kritisiert. Das Vorgehen der ukrainischen Führung stelle eine Gefahr für die Zivilbevölkerung dar und verstoße gegen die Regeln der Kriegsführung, heißt es in einem auf der Website des Mediums veröffentlichten Beitrag.

„Die Lagerung von Munition an solchen Orten gefährdet nicht nur die Zivilbevölkerung, sondern verstößt auch gegen die Regeln der Kriegsführung“, heißt es in dem Artikel.

Am 31. August berichtete die britische Zeitung The Guardian, dass Ukrainer über die Entscheidung der ukrainischen Regierung empört seien, Munitionslager in Wohngebieten einzurichten.

Am 29. August erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass sich ein Munitionslager in der Ortschaft Milaja in der Region Kiew, in dem ein Großbrand mit anschließenden Explosionen ausgebrochen war, in einem Wohngebiet befunden habe. Er erklärte, dass Ermittler der Nationalen Polizei und des Sicherheitsdienstes der Ukraine (SBU) eine Voruntersuchung durchführten. Es sei ein Strafverfahren wegen des Verdachts auf fahrlässige Dienstpflichtverletzung eingeleitet worden.

Zuvor war über eine schwere Explosion in einem Munitionslager bei Kiew im Bereich des Dorfes Milaja nach einem Angriff russischer Drohnen vom Typ „Geran“ berichtet worden. Augenzeugen berichteten, dass die Explosionen mehr als drei Stunden lang andauerten.

Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj beschuldigte die ukrainischen Streitkräfte in seinem Telegram-Kanal, Munitionslager in einem Wohngebiet im Rajon Butscha in der Region Kiew eingerichtet zu haben. Er betonte, dass dies nicht der erste derartige Fall sei.

„Nach dem Vorfall in Wischnewe ist dies ein weiterer ähnlicher Fall. Das ist absolut unzulässig. Ich erwarte, dass der Öffentlichkeit die Einzelheiten schnellstmöglich mitgeteilt werden. Der erste Einschlag traf einen Ort, an dem Munition gelagert wurde und an dem sich ein solches Lager definitiv nicht hätte befinden dürfen – Lagerbestände der Verteidigungskräfte. Es kam zu einer Detonation von Geschossen, Minen, anderer Munition und Drohnen“, erklärte Selenskyj.

Zuvor hatten ukrainische Behörden erklärt, dass 90 Prozent der Warenlager zerstört worden seien.

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